Bildungspolitik

Bildungsbericht Niedersachsen: hohe regionale Unterschiede bei der Nutzung von Bildungsangeboten

Schüler lernen in Bücherei
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Der niedersächsische Bildungsbericht attestiert eine positive Entwicklung der Bildungslandschaft, u.a. in der frühkindlichen Bildung und in der Ganztagsbildung, jedoch wurden hohe regionale Unterschiede bei der Nutzung von Bildungsangeboten festgestellt. Handlungsbedarf sieht die Niedersächsische Kultusministerin Heiligenstadt außerdem in der Entkopplung des Zusammenhangs von sozialer Herkunft und Bildungserfolg.

Das Land Niedersachsen hat seine Bildungslandschaft positiv entwickelt, es stellen sich aber weiterhin Herausforderungen an die Bildungspolitik. So lautet die Essenz des ersten datenbasierten Bildungsberichtes für Niedersachsen, den das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums erstellt hat.

Die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat den Bericht "Bildung in Niedersachsen 2017 im Spiegel der nationalen Bildungsberichterstattung" in der  Kabinettssitzung am 20. Juni und anschließend mit Prof. Dr. Kai Maaz, Direktor der Abteilung Struktur und Steuerung des Bildungswesens am DIPF, der Öffentlichkeit vorgestellt.

"In allen Bereichen des niedersächsischen Bildungssystems zeigt sich ein anhaltender Trend zu mehr Bildung – sowohl bei der Bildungsbeteiligung als auch bei den Ergebnissen von Bildungsprozessen. In Sachen Bildung befinden wir uns in Niedersachsen auf einem guten Weg", fasste die Ministerin zusammen.

Stärkung der frühkindlichen Bildung und Ausbau der Ganztagsschulen

Der Bericht zeigt, dass die "Zukunftsoffensive Bildung" der Niedersächsischen Landesregierung wirkt. Insbesondere in den beiden Schwerpunktbereichen der "Zukunftsoffensive Bildung" - Stärkung der frühkindlichen Bildung und Ausbau der Ganztagsschulen – bescheinigt der Bericht positive Entwicklungen.

Zudem ist es gelungen, die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss deutlich zu reduzieren auf rund fünf Prozent der Schulabgänger. "Die Anzahl der Schulabbrecher ist in Niedersachsen sehr gering. Das sind die Früchte der intensiven Anstrengungen der Haupt-, Real- und Oberschulen im Bereich der Berufsorientierung. Aber auch die vermehrten Fördermöglichkeiten der integrierten Schulformen IGS und Oberschule tragen hierzu bei", so Heiligenstadt.

Niedersachsen ist es im Vergleich zu den anderen Bundesländern am ehesten gelungen, den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Lesekompetenz deutlich zu verringern, konstatiert der Bericht "Bildung in Niedersachsen 2017". Die grundsätzlich positiven Befunde bezogen auf die Reduzierung von Ungleichheitseffekten oder sozialen Disparitäten seien erfreulich, so die Niedersächsische Kultusministerin, "aber den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg zu entkoppeln ist auch in Niedersachsen noch eine Aufgabe. Hier sehe ich weiterhin und für die Zukunft verstärkten Handlungsbedarf".

Zudem zeigt der DIPF-Bericht, dass es in Niedersachsen ebenso wie in anderen Bundesländern anhaltend hohe regionale Unterschiede bei der Nutzung von Bildungsangeboten gibt.

Daher werde sie den bildungspolitischen Diskurs in der kommenden Zeit verstärkt auf die Frage fokussieren, wie die Hürden zur Bildungsteilhabe in der Fläche gesenkt werden können. Heiligenstadt: "Das Thema gebührenfreie Bildung von der Krippe bis zum Meister, die Chancen der Digitalisierung sowie den weiteren Ausbau der Schulsozialarbeit, des Ganztags und der Sprachförderung werden wir politisch verstärkt diskutieren."

Die Kernergebnisse des Berichts sowie die zentralen Herausforderungen, die im nationalen Bildungsbericht identifiziert wurden, können in der Pressemitteilung des DIPF nachgelesen werden.

Der Bericht des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF):  "Bildung in Niedersachsen 2017 im Spiegel der nationalen Bildungsberichterstattung" steht als Download (PDF, 1,3 MB) bereit.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium vom 20.06.2017

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