Bildungspolitik / Kindertagesbetreuung

Bertelsmann-Länderstudie erfreut Hamburgs Familiensenator

Mit rund 3.400 Euro pro Kind investiert Hamburg so viel in die frühkindliche Bildung wie kaum ein anderes Bundesland. Nur Berlin, das sagt der „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“, den die Bertelsmann-Stiftung heute veröffentlicht hat, steht bei den Investitionen in Krippe, Kita und Tagespflege noch vor der Hansestadt.

Ebenfalls zur Bestengruppe gehört Hamburg bei der Betreuung der Unter-Drei-Jährigen: Die Hamburger Betreuungsquote lag hier 2009 insgesamt bei etwa 26 Prozent, bei den Zweijährigen sogar bei gut 45 Prozent - und damit jeweils deutlich über dem Bundesdurchschnitt (15 bzw. 40%). 

„Die Zahlen der Bertelsmann-Studie sind erfreulich“, sagt Familiensenator Dietrich Wersich. „Sie belegen den dynamischen Ausbau der Kindertagesbetreuung in Hamburg. Wie sehr dieser Ausbau politisch gewollt ist, zeigen die hohen Investitionskosten. Kein anderes westdeutsches Bundesland investiert so viel in die Zukunft seiner Kinder und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie Hamburg. Und die Eltern in Hamburg schätzen unser bundesweit vorbildliches Angebot, das bis zu zwölf Stunden Kinderbetreuung täglich garantiert. Stetig steigende Betreuungsquoten sind der Beweis dafür.“ 

Einige Auszüge aus den Ergebnissen 

- Hamburg liegt mit seinen Investitionen von 3.400 Euro pro Kind unter 6 Jahren (Stand 2007) hinter Berlin (4.150 Euro) auf Platz zwei und damit 1.000 Euro über dem Schnitt aller Bundesländer (2.400 Euro).

- Mit einer Betreuungsquote der Unter-Drei-Jährigen von rund 26 Prozent liegt Hamburg weit über dem Bundesdurchschnitt von rund 15 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahr zeigt sich außerdem der deutliche Anstieg der Quote. Diese lag 2008 noch bei etwa 23 Prozent. Für 2010 wird ein weiterer Anstieg auf etwa 30 Prozent erwartet.

- Die Ganztagsquote in Hamburg ist deutlich höher als im bundesweiten Durchschnitt und weiter ansteigend. Von 2008 auf 2009 ist die Zahl der ganztags betreuten Kinder in der Krippe von 57,6 auf 58,4 Prozent und im Elementar-Bereich von 37,3 auf 39,1 Prozent gestiegen.

- Hamburg liegt im Krippenbereich mit seinem Personalschlüssel (von 1:5,6) besser als der Bundesdurchschnitt (1:5,8) und insgesamt im Mittelfeld. Im Elementar-Bereich liegt Hamburg mit einem Betreuungsschlüssel (von 1:9,0) ebenfalls über dem Bundeschnitt (1:9,6) und vor Ländern wie Bayern (1:9,2) und Hessen (1:9,5)

- Ansteigend ist die Quote der Kinder mit Migrationshintergrund, die in der Krippe oder in der Kita betreut werden. Im Krippenbereich ist die Quote laut Bertelsmann-Studie von 2008 auf 2009 um etwa einen Prozentpunkt auf knapp 15% angestiegen und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt (11% Bundesdurchschnitt, 9% westdeutscher Schnitt). Im Elementarbereich ist die Quote sogar um sieben Prozentpunkte auf 79 Prozent gestiegen, wobei diese Quote deutlich höher als bei 79% liegen müsste, da in dieser Bertelsmann-Berechnung die Kinder unter sechs Jahren in Vorschulklassen nicht berücksichtig werden. Das verzerrt die Gesamtbetreuungsquote aller Kinder um rund 7,4 Prozentpunkte (81,8 Prozent hier zu 89,2 in der Bertelsmann-Statistik, die nicht nach Migrationshintergrund differenziert).

„Dass immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund in eine Kita gehen, ist erfreulich und wichtig zugleich. Der Besuch einer Kita ist Basis für eine frühe Bildungsbeteiligung, er trägt zur Verbesserung der Sprachkenntnisse bei und erhöht die Chancen auf Erfolg in der Schule“, so Familiensenator Wersich. „Insgesamt unterstreicht die Bertelsmann-Studie die großen Anstrengungen zum Ausbau der Kindertagesbetreuung in Hamburg.“

Die Ergebnisse des Ländermonitors sind unter www.laendermonitor.de abrufbar.

Herausgeber: Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg - Landesjugendamt

 

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