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Landesjugendring Berlin e.V. ruft zur Aktion gegen „Heldengedenken“ in Halbe auf

Auch wenn der Aufmarsch der Rechtsextremen in Halbe am 14.11.2009 wegen des Gedenkmarsches für den verstorbenen stellvertretenden NPD-Vorsitzenden Jürgen Rieger am selben Tag in Wunsiedel aller Voraussicht nach verschoben wird, findet das Bürgerfest des Aktionsbündnisses Halbe statt. Der Landesjugendring Berlin e.V. ruft dazu auf, sich an diesem Fest der Vielfalt und Toleranz zu beteiligen und damit ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.

Am 14. November hatten Rechtsextreme aus der ganzen Bundesrepublik geplant, nach Halbe zu kommen, um ihrer „Helden“ des Zweiten Weltkriegs zu gedenken. In der kleinen Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg, 40 Kilometer südöstlich von Berlin, fanden bei den Kämpfen im April 1945 ca. 60 000 Menschen den Tod. Am Rande der kleinen brandenburgischen Stadt befindet sich eine der größten deutschen Kriegsgräberstätten, in der über 23 000 Wehrmachtssoldaten sowie Mitglieder von SS und Waffen-SS, aber auch Deserteure und KZ-Insassen begraben liegen. Seit 2003 nutzen rechtsextremistische Gruppen in den Tagen um den Volkstrauertag die Gelegenheit, ihr menschenverachtendes geschichtsrevisionistisches Gedankengut zu verbreiten. Der Aufmarsch in Halbe ist in den letzten Jahren zu einem der größten der rechtsextremen Szene Deutschlands geworden. Hierbei wird der gefallene Frontsoldat, der in aussichtsloser Situation fanatisch für den Nationalsozialismus kämpfte, als Vorbild gefeiert und die Täter des Dritten Reichs als Helden verehrt.

Die rechte Bedrohung zeigt sich nicht nur beim Aufmarsch in Halbe, sondern auch in den Parlamenten: Die NPD sitzt derzeit in den Landtagen von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie in zahlreichen Kommunalparlamenten. In der Geschichte der Bundesrepublik sind oder waren rechtsextreme Parteien bereits in zwölf der 16 Landesparlamente vertreten. Auch in Brandenburg saß bis vor kurzem die DVU im Landtag. Zudem müssen viele Menschen im Alltag Angst haben: Die Zahl der Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund stieg laut Bundesamt für Verfassungsschutz bundesweit von 17.176 (2007) auf 19.894 (2008). Besonders die Zahl von 1.042 Gewalttaten, darunter zwei Tötungsdelikte, ist erschreckend.

Der Landesjugendring Berlin e.V. ruft dazu auf, den Versuchen Rechtsextremer, das demokratische Rechtssystem zu untergraben, mit der Teilnahme am Bürgerfest und der Demonstration von Weltoffenheit, Demokratie und Toleranz entgegenzutreten. Alle Infos zum Bürgerfest unter www.aktionsbuendnis-halbe.de

Quelle: Landesjugendring Berlin e.V.

 

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