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Neonaziaufmarsch in Dresden: Aktion Sühnezeichen fordert Respekt vor Opfern der Schoa

Die Initiatoren des „Friedensgebets für alle Menschen guten Willens“ sind besorgt über die derzeitige Entwicklung rings um Europas größten Neonazi-Aufmarsch in Dresden. Am Donnerstag, den 11.2.2010 wird die Entscheidung des OVG Dresden über eine Klage der Neonazis bezüglich ihrer Aufmarschroute erwartet. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass der Neonaziaufmarsch am Bahnhof Neustadt beginnen wird. Von diesem Bahnhof wurde die jüdische Bevölkerung aus Dresden und ganz Sachsen im NS in die Vernichtungslager deportiert - heute steht hier ein Denkmal für die ermordeten Kinder, Frauen und Männer.

Die Deportation der wenigen Dutzend letzten Dresdener Jüdinnen und Juden am 16. Februar 1945 wurde durch die Bombardierung Dresdens verhindert.

„Aus Respekt gegenüber den Opfern der Schoa verbietet es sich, dass der Neonaziaufmarsch am Bahnhof Neustadt beginnen darf,“ sagt eine Sprecherin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für die Initiatoren des Friedensgebets. Um ihrer Sorge über den Missbrauch dieses Ortes Ausdruck zu verleihen, werden sich am 12. Februar 2010 um 11 Uhr Initiativen, demokratische Parteien und BürgerInnen aus Dresden am Denkmal für die deportierten Jüdinnen und Juden am Schlesischen Platz/ Bahnhof Neustadt zu einer Kranzniederlegung zusammenfinden.

Die Organisatoren des Friedensgebets fordern nach wie vor auch, dass die zivilgesellschaftlichen Proteste in Sicht- und Hörweite der Neonazis möglich sein müssen, u.a. indem die Öffentlichkeit entsprechend informiert wird über die Route der Neonazis - denn nur so kann verhindert werden, dass die extreme Rechte ihren diesjährigen Aufmarsch in Dresden als Erfolg feiern kann, der die Neonaziszene noch mehr festigt. 

Inzwischen werden zum Friedensgebet über 100 Posaunen der Sächsischen Posaunenmission erwartet. Die Route des Friedensgebets sieht wie folgt aus:

  • 11.30 Uhr Auftakt Postplatz, Eröffnung durch Katrin Göring-Eckart, Präsidentin des Evangelischen Kirchentags in Dresden 2011
  • 12:00 Gebetsstation am Theaterplatz
  • Kurz vor 13:00 Uhr Abschluss am Rathausplatz an der Menschenkette von Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz, dort auch Auftritt der Sächsischen Posaunenmission.

Inhaltlich wird sich das Friedensgebet insbesondere mit Dresden im Nationalsozialismus - vor allem auch mit der Entrechtung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung von Dresden - sowie mit den aktuellen Erscheinungsformen des Rechtsextremismus in Sachsen auseinandersetzen.

Quelle: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

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