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Deutscher Frauenrat fordert eine Staatssekretärin für das Bundesfrauenministerium

Anlässlich des Ausscheidens von Staatssekretär Josef Hecken aus dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat sich der Deutsche Frauenrat an die Bundesministerin gewandt mit der Aufforderung, die Stelle mit einer Frau neu zu besetzen.

„Dieser Wechsel ist eine gute Gelegenheit, den Anteil von Frauen in Leitungspositionen Ihres Hauses zu erhöhen. Dies entspräche auch dem Koalitionsvertrag, der als eines der Ziele der Bundesregierung die maßgebliche Erhöhung des Anteils von Frauen in Leitungspositionen auch im Öffentlichen Dienst benennt. Dass es hier einen großen Nachholbedarf gibt, haben Sie selbst im Rahmen der Gespräche mit den Vorständen der DAX-30-Unternehmen ausgeführt,“ heißt es dazu in einem Brief der Vorsitzenden des Deutschen Frauenrates, Marlies Brouwers, an Bundesministerin Schröder. Und weiter: „Wir sind sicher, dass es eine ausreichende Zahl von Frauen gibt, die dieses Amt mit großem Engagement und Fachkenntnis ausfüllen können.“

Josef Hecken

Scheidet Ende Juni 2012 aus seinem Amt als Staatssekretär im BMFSFJ: Josef Hecken.
Foto: Ilja Koschembar

Josef Hecken wird Ende Juni das BMFSFJ verlassen. Das Ministerium hat derzeit zwei Staatssekretäre, die sechs Führungspositionen der dritten Leitungsebene sind mit fünf Männern und einer Frau besetzt. In Leitungsfunktionen deutlich unterrepräsentiert sind Frauen nicht nur im BMFSFJ sondern auch in den anderen Bundesministerien: Die vierzehn Häuser werden derzeit von acht Ministern und sechs Ministerinnen geleitet, das entspricht einer Frauenquote von knapp 43 Prozent. Bei den Parlamentarischen StaatssekretärInnen kommen auf 21 Männer sechs Frauen (22,2 Prozent), bei den beamteten StaatssekretärInnen auf 19 Männer fünf Frauen (20,8 Prozent). Bei den Abteilungsleitungen ist das Missverhältnis noch größer, dort liegt der Frauenanteil deutlich unter zwanzig Prozent. Auf diese Zahlen hatte der Deutsche Frauenrat bereits im Dezember 2011 anlässlich zehn Jahren Bundesgleichstellungsgesetz hingewiesen.

„Die gläserne Decke für Frauen kann nur von oben durchstoßen werden: Indem Chefs und Chefinnen mehr professionellen Ehrgeiz und Verantwortung für Gleichstellung entwickeln, Ziele vereinbaren und dafür sorgen, dass sie umgesetzt werden“, erinnerte die Vorsitzende des Deutschen Frauenrates jetzt noch einmal im Zusammenhang mit dem Leitungswechsel im BMFSFJ. 

Quelle: Deutscher Frauenrat