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Berlin: „Handbuch zur Sozialraumorientierung“ - Einbindung aller Akteure gefordert

Politik, Verwaltung und Bürgerschaft werden in Zukunft noch intensiver miteinander vernetzt, um ressort- und fachübergreifend wirken zu können. Die konkreten sozialen Gegebenheiten der Stadt sollen dabei noch stärker als bisher im Fokus der Arbeit stehen.

Der Senat hat dazu in seiner heutigen Sitzung das von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer vorgelegte „Handbuch zur Sozialraumorientierung“ beschlossen. Das Handbuch ist wesentliches Ergebnis eines Arbeitsprozesses zur Rahmenstrategie „Soziale Stadt(teil)entwicklung“, an dem sich alle Senatsressorts und drei Pilotbezirke beteiligt haben.

Senatorin Junge-Reyer verdeutlicht diese neue Ausrichtung: „Hinter den kompliziert klingenden Begriffen Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung und Handbuch zur Sozialraumorientierung steht ein klarer Auftrag an alle Senats- und Bezirksverwaltungen: Sie sollen noch enger und kontinuierlicher zusammenarbeiten und dabei die kleinräumigen Stadtteile und ihre spezifischen sozialen, wirtschaftlichen und räumlichen Gegebenheiten im Fokus haben. Darüber hinaus muss es ihr Ziel sein, alle Akteure in diesem Raum zu beteiligen und einzubeziehen. Denn erfolgreiche Stadtteilentwicklung beginnt bei und mit den Menschen vor Ort - ihr Wissen, ihre Ideen und ihr Engagement sollen zukünftig noch stärker eingebunden werden. Deshalb sollen in den Stadtteilen Bürgerinnen und Bürger, Bürgerinitiativen, Vereine oder Kirchengemeinden als Partner gewonnen werden, an der Weiterentwicklung ihres Kiezes zu arbeiten.“

Die Ausrichtung sozialer Stadtentwicklung an den tatsächlichen sozio-ökonomischen Verhältnissen wird durch die Gliederung der Stadt in sogenannte "lebensweltlich orientierte Räume" (LOR) erleichtert. Sie sind die neue Bezugsgröße für abgestimmtes Planen und Handeln. Die LOR-Abgrenzungen orientieren sich im Wesentlichen an Bau-, Sozial- und Milieustrukturen. Somit können Maßnahmen, Instrumente und Fördergelder zur Weiterentwicklung verschiedener Teile der Stadt zielgenau und effektiv eingesetzt werden.

Das „Handbuch zur Sozialraumorientierung“ enthält die Instrumente für eine neue Art der Zusammenarbeit aller städtischen Akteure und gibt Hinweise für deren Anwendung. Die Fachressorts in der Verwaltung sowohl auf Senats- als auch auf Bezirksebene sollen stärker vernetzt arbeiten, um gemeinsame Synergieeffekte herzustellen.

Neue Strukturen und Verfahrensabläufe werden sukzessive zur Unterstützung der Rahmenstrategie aufgebaut. Der Senat wird eine Koordinationsstelle für das angestrebte ressortübergreifende Arbeiten zwischen Senat und Bezirken einrichten. Senat und Bezirke haben sich bereits darüber verständigt, dass in allen Bezirken eine sogenannte Sozialraumorientierte Planungskoordination eingerichtet wird. Nach den bisherigen Vorstellungen soll diese für die Stadtteile die verschiedenen Fachdaten verknüpfen, Planungen und Aktivitäten koordinieren und auch Anlaufstelle der lokalen Akteure im jeweiligen Kiez sein.

Bezüglich der Ressourcenfrage für die Einrichtung der Koordinationsstellen in den Bezirken besteht zwischen Senat und Bezirken noch Beratungsbedarf. Gleichwohl besteht zwischen Senat und Rat der Bürgermeister über die Grundsätze einer sozialen Stadtentwicklung in Berlin und die Inhalte des Handbuchs Einvernehmen. Dementsprechend hat sich Senatorin Junge-Reyer in einem Brief an die Bezirksbürgermeister dafür ausgesprochen, dass an den Inhalten weiter gemeinsam gearbeitet wird. Sie hat die Bezirksbürgermeister gebeten, sich auch künftig aktiv an der Verwirklichung des innovativen Politikansatzes der Sozialraumorientierung zu beteiligen. Um diese Partnerschaft zu vertiefen, wird die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am 15. Dezember Vertreter aller zwölf Bezirke über das Handbuch zur Sozialraumorientierung informieren und mit ihnen Wege der Umsetzung erörtern.

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung des Landes Berlin

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