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Soziale Ungleichheiten beim Schulstart. Empirische Untersuchungen zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung

Materialienkategorie: Studie

Medientyp: Internet

Strukturebene: Bund

Kurzbeschreibung:

Kindergartenkinder schneiden bei der Schuleingangsuntersuchung besser ab und müssen seltener vom Schulbesuch zurückgestellt werden. Das gilt auch für Kinder aus sozial schwachen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund. Allerdings nur dann, wenn sie ab dem dritten Lebensjahr den Kindergarten besucht haben.

 

Waren die Kinder nur im Jahr vor der Einschulung im Kindergarten, kann kein signifikant positiver Effekt gemessen werden. Das geht aus der aktuellen Studie „Soziale Ungleichheiten beim Schulstart. Empirische Untersuchung zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung“ (SOEPpaper Nr. 100) hervor.

 

Erstmals untersuchten die Autoren Jens Kratzmann und Thorsten Schneider, welche Kinder bei den Schuleingangsuntersuchungen Entwicklungsdefizite aufweisen und nicht eingeschult werden können. Die Studie basiert auf den Daten des Sozio-oekonomischen Panels, die vom DIW Berlin in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhoben werden. Alle Kinder eines Jahrgangs werden vor Schuleintritt untersucht. Dabei werden sprachliche und motorische Fähigkeiten im Hinblick auf die Schulreife nach standardisierten Verfahren getestet.

 

Während gut ausgebildete Eltern ihre Kinder immer häufiger vorzeitig einschulen, weisen Kinder aus bildungsfernen Familien und Kinder mit Migrationshintergrund überproportional häufig Entwicklungsdefizite auf, die eine Rückstellung erfordern. Die Zahlen dazu sind eindeutig: So wird jedes zweite Kind vom Schulbesuch zurückgestellt, wenn die Eltern keinen formalen Bildungsabschluss haben.

 

Haben die Eltern einen mittleren Bildungsabschluss, liegt die Wahrscheinlichkeit der Rückstellung bei ca. 28 Prozent. Stammen die Kinder aus einem Akademikerhaushalt, trifft es gerade noch 8 Prozent der Kinder. Ein Vergleich der Extreme zeigt einen Unterschied von 42 Prozentpunkten. Völlig anders verhält es sich, wenn Kinder aus bildungsfernen Haushalten bereits mit drei Jahren den Kindergarten besucht haben. Diese Kinder holen nahezu alles auf. Der Unterschied in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit einer Rückstellung vom Schulbesuch wird von 42 auf 5 Prozentpunkte reduziert.

 

Die Studie „Soziale Ungleichheiten beim Schulstart. Empirische Untersuchung zur Bedeutung der sozialen Herkunft und des Kindergartenbesuchs auf den Zeitpunkt der Einschulung“ (SOEPpaper Nr. 100) finden Sie unter dem unten stehenden Hyperlink.

 

Quelle: Pressemitteilung des DIW Berlin vom 13.05.2008

Schlagworte:
Schule, Bildungschancen, Kindertagesbetreuung, Frühkindliche Bildung, Bildung, Soziale Ungleichheit

Herausgabedatum: 04/2008

Sprache: Deutsch

Link zum Material:
http://www.diw-berlin.de
http://www.diw-berlin.de/documents/publikationen/73/82423/diw_sp0100.pdf

Autor/-in bzw. Herausgeber/-in der Materialien:
Deutsches Institut für Wirtschaft (DIW)

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