Kindertagesbetreuung / Flucht und Migration

Zahl der betreuten unter 3-Jährigen in Hessen steigt um 4 Prozent

Kleinkinder spielen an Sportgeräten
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Die Zahl der betreuten Kinder unter 3 Jahren stieg im März 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2.117. Dies waren 4 Prozent mehr als im März 2017. Der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre setzte sich weiter fort. Der Ausbau der Betreuung von unter 3-Jährigen erfolgte vor allem in Tageseinrichtungen (plus 1.785). Außderdem teilt das Hessische Statistische Landesamt mit, dass in hessischen Kindertageseinrichtungen der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln gegenüber März 2017 um 1,9 Prozentpunkte gestiegen ist.

Ausbau erfolgt vor allem in Tageseinrichtungen

Insgesamt wurden in Hessen 55.573 Kinder unter 3 Jahren betreut. Sie verteilten sich zu gut 84 Prozent auf die Tageseinrichtungen (46.769) und zu 16 Prozent (8804) auf die öffentlich geförderte Kindertagespflege. Einige Kinder (50) wurden sowohl in einer Tageseinrichtung als auch bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreut. In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie in den Sonderstatusstädten (kreisangehörige Städte mit über 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) erhöhte sich die Anzahl der betreuten Kinder. Den höchsten absoluten Anstieg wies die Stadt Frankfurt am Main mit 325 zusätzlich betreuten Kindern im Vergleich zu März 2017 auf. Prozentual stieg die Anzahl der betreuten Kinder am stärksten im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 11 Prozent (plus 118 Kinder) und im Wetteraukreis mit knapp 10 Prozent (plus 230 Kinder). Im Landkreis Bergstraße wurden im Jahresvergleich weniger Kinder (minus 9 Kinder) betreut.

Anstieg der betreuten unter 3-Jährigen in fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten

Auch bei der Verteilung auf Tageseinrichtungen und Tagespflege zeigen sich regional große Unterschiede. In Hessen wurden im Durchschnitt 16 Prozent der Kinder in Kindertagespflege betreut. Die Stadt Hanau deckte ihren Bedarf für unter 3-Jährige relativ häufig durch Tagesmütter oder Tagesväter (34 Prozent). In Marburg und dem Landkreis Fulda lag der Anteil der Tagespflege jeweils bei 26 Prozent, gefolgt vom Landkreis Bergstraße und dem Landkreis Kassel mit jeweils 24 Prozent sowie Darmstadt mit 20 Prozent und der Stadt Offenbach am Main mit 19 Prozent. Im Landkreis Limburg-Weilburg wurden die unter 3-Jährigen hingegen zu 3 Prozent durch Tagespflegemütter oder Tagespflegeväter und zu 97 Prozent in einer Tageseinrichtung betreut. Auch in Frankfurt und der Stadt Wetzlar erfolgte die Betreuung der unter 3-Jährigen mit jeweils 8 Prozent unterdurchschnittlich durch eine Tagespflege.

Gegenstand der Erhebung des Hessischen Statistischen Landesamts ist die Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung, d.h. es werden nur die tatsächlich betreuten Kinder berücksichtigt. Eine Betreuungsquote (Anteil der betreuten Kinder an allen Kindern dieser Altersgruppe) kann zurzeit nicht ermittelt werden, da die benötigten Bevölkerungszahlen nicht verfügbar sind.

4 von 10 Kindern mit ausländischen Wurzeln

Von den Kindern unter 14 Jahren, die im März 2018 in hessischen Kindertageseinrichtungen betreut wurden, hatten 43,5 Prozent mindestens einen Elternteil, der aus dem Ausland stammt (Migrationshintergrund). Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, stieg der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln gegenüber März 2017 um 1,9 Prozentpunkte. Seit 2006, dem 1. Jahr der Erhebung, ist ein kontinuierlicher Anstieg der Migrationsquote von 33,1 auf 43,5 Prozent zu verzeichnen.

Höchster Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in Rüsselsheim

Regional unterschieden sich die Migrationsquoten sehr stark. Mit 67,0 Prozent hatte die kreisfreie Stadt Offenbach am Main im Jahr 2018 unter den Landkreisen und kreisfreien Städten den höchsten Anteil und der Werra-Meißner-Kreis sowie der Vogelsbergkreis mit 19,8 bzw. 20,2 Prozent den niedrigsten. Die Anteile in den Landkreisen – mit Ausnahme der Landkreise Groß-Gerau (vor allem wegen Rüsselsheim) und Offenbach – lagen unter dem Landesdurchschnitt. Die Sonderstatusstädte (kreisangehörige Städte mit über 50 000 Einwohnerinnen und Einwohnern) wiesen bis auf die Stadt Marburg (41,5 Prozent) ebenfalls überdurchschnittliche Migrationsquoten auf. Den höchsten Anteil in Hessen verzeichnete Rüsselsheim mit 68,5 Prozent.

Durchschnittlich stieg der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in Tageseinrichtungen gegenüber 2017 um 1,9 Prozentpunkte. Besonders hoch war der Anstieg in den Städten Fulda (plus 5,7 Prozentpunkte), Offenbach (plus 4,3 Prozentpunkte), Kassel (plus 3,7 Prozentpunkte) und Rüsselsheim (plus 3,8 Prozentpunkte). Leichte Rückgänge verzeichneten der Landkreis Darmstadt-Dieburg (minus 0,5 Prozentpunkte), der Main-Taunus-Kreis (minus 0,2 Prozentpunkte) und die Stadt Wetzlar (minus 0,1 Prozentpunkte).

Der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln variierte auch in Abhängigkeit vom Alter der Kinder. So hatten 34,9 Prozent der unter 3-Jährigen mindestens einen aus dem Ausland stammenden Elternteil. Im Alter zwischen 3 bis unter 7 Jahren hatten 44,8 Prozent der Kinder ausländische Wurzeln. Bei den älteren Kindern, von 7 bis unter 14 Jahren, waren es knapp 48,9 Prozent.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 04.09.2018

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