Überblick

Wie steht es um die Teststrategien für Kita-Kinder?

Eine Gruppe Kinder sitzt auf einer Bank im Kindergarten. Alle lachen.
Bild: tolmacho – pixabay.com

Kitas öffnen, Kitas schließen? Wie kann man Fachkräfte, Kinder und deren Familien möglichst effizient vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen? In der Kindertagesbetreuung werden bisher meist nur die Beschäftigten auf das Coronavirus getestet. Angesichts steigender Infektionszahlen bei Kindern werden Rufe nach einer einheitlichen Teststrategie für Kita-Kindern lauter.

Bereits im März sprach sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey gegen eine erneute flächendeckende Schließung von Kitas, Kindertagespflegestellen und Schulen aus. Damit die Öffnung von Kitas allerdings gewährleistet werden könne, brauche es regelmäßige Testungen sowohl von Fachkräften als auch von Kindern, um Infektionsketten rechtzeitig zu durchbrechen. Eine Studie der Leipziger Universitätsmedizin kam jüngst zu dem Schluss, dass sich die Kita- und Schulschließungen vor allem auch auf das Wohlbefinden der Jüngsten der Gesellschaft auswirken. Dr. Tanja Poulain, Wissenschaftlerin am Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen, sagte in diesem Zusammenhang:

„Maßnahmen gegen eine Pandemie müssen gegen potenziell negative Auswirkungen auf die Gesundheit und Bildung von Kindern und Jugendlichen abgewogen werden. Es werden also Konzepte benötigt, die die Infektionsgefahr minimieren, ohne gleichzeitig Bildungschancen und Wohlbefinden zu gefährden.“ (Quelle: Universität Leipzig vom 19.04.2021)

Während flächendeckende Tests unter Schüler/-innen bereits in vielen Schulen an der Tagesordnung sind, werden in der Kindertagesbetreuung bislang oft nur die Fachkräfte getestet. Was gilt in welchem Bundesland? Das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe bietet auf einer Übersichtsseite zu den Öffnungsstrategien in der Kindertagesbetreuung unter anderem Informationen zum aktuellen Stand der Testungen bei Kita-Kindern je Bundesland.

Regelungen in den Bundesländern sind unterschiedlich

In Sachsen-Anhalt wurden bereits Ende März die ersten Corona-Selbsttests für Kita-Kinder an Einrichtungen ausgeliefert. In Thüringen können betreute Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr ebenfalls zwei Selbsttests pro Woche erhalten. In Nordrhein-Westfalen läuft die Auslieferung von Selbsttests derzeit an, Baden-Württemberg hat ebenfalls eine Finanzierungszusage für solche Tests erteilt. In Berlin sollen ab Mitte April kostenlose Selbsttests für symptomatische Kinder zur Verfügung stehen. Mecklenburg-Vorpommern etwa setzt ebenfalls auf das gezielte Testen von symptomatischen Kindern, allerdings mit PCR-Test. In anderen Ländern, wie Brandenburg oder Hamburg, laufen derzeit einzelne Modellprojekte, die zeigen sollen, wie gut die Selbsttests angenommen werden und wie das Projekt umsetzbar ist.

Sofern die Kinder symptomfrei sind, sind die Tests im Regelfall freiwillig und erfolgen meist zuhause durch die Eltern oder in Einzelfällen durch eine Bezugsperson in der Kindertageseinrichtung.

Kinder, Familien und Fachkräfte schützen

Corona-Tests bei Kindern sollen sowohl die Kinder als auch die Fachkräfte und die Familien vor einer Infektion schützen. Auf Bundesebene gibt es für solche Testungen noch keine Regelung. In den einzelnen Bundesländern mehren sich jedoch die Forderungen nach Testangeboten für Kita-Kinder.

Die Vorsitzende des GEW Landesverbands Hessen Birgit Koch merkt dazu an:

„Es ist dringend angezeigt, die Testpflicht auch auf die Kita-Kinder auszuweiten, sowohl im Sinne des Gesundheitsschutzes der Kinder und  deren Eltern, als auch der Beschäftigten.“ (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Kreisverband Dill vom 15.04.2021)

Weitere Informationen

Das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe bietet auf einer Übersichtsseite zu den Öffnungsstrategien der Bundesländer laufend aktualisierte Informationen zum aktuellen Stand der Öffnungskonzepte in der Kindertagesbetreuung sowie zu den diesbezüglichen Teststrategien der einzelnen Bundesländer.

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