Kindertagesbetreuung / Demokratie

„Wenn Diskriminierung nicht in den Kummerkasten passt“ – Fachtagung zu diskriminierungssensibler Beschwerdekultur in der Kita

Kindergartenkinder sitzen lachend auf einer Bank
Bild: tolmacho - pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung lädt am 17. Juni 2019 zur 9. Baustelle Inklusion in Berlin ein. Unter dem Titel „Wenn Diskriminierung nicht in den Kummerkasten passt – für eine diskriminierungssensible Beschwerdekultur in der Kita“ steht der Austausch zu Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren in Kindertagesstätten im Zentrum der Veranstaltung. U.a. werden auch Ergebnisse aus dem dreijährigen Modellprojekt „Antidiskriminierung als aktiver Kinderschutz“ vorgestellt.

Noa mag nicht ohne vorheriges Fragen auf den Arm genommen werden. Sarah wird wütend, als sie schon wieder gefragt wird, woher sie „wirklich“ kommt. Alex kommt nicht vor, wenn bei einem Lied erst die Mädchen und dann die Jungen klatschen sollen. Melody hat den Eindruck, dass keine Person ihre Art und Weise zu kommunizieren versteht. Und Omri ist das einzige Kind, das nichts vom Nikolaus erzählt.

All diese Erlebnisse können wütend, traurig oder unsicher machen. Während Diskriminierung als Konzept manchmal schwer greifbar erscheint – vor allem für diejenigen, die sie selbst nicht erleben – hat sie konkrete Auswirkungen auf das Befinden und die Lebensrealität derjenigen, die bewusste Ausschlüsse, herabwürdigende Zuschreibungen oder wohlmeinende Ignoranz erfahren. Würde, Selbstbestimmung und Selbstvertrauen werden verletzt; nicht nur einmal und in verschiedenen Lebensbereichen. Diskriminierung ist gesellschaftliche Realität – auch in der Kita. Trotzdem oder auch deswegen landen schmerzhafte Erfahrungen mit Diskriminierung selten als Beschwerden im Kummerkasten oder bei den verantwortlichen Erwachsenen.

Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren für Kinder

Geeignete Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren sind für alle Kindertagesstätten eine gesetzliche Verpflichtung. Geeignet sind sie erst dann, wenn sie für alle Kinder und alle ihre Themen gleichermaßen zugänglich sind. Dieser Anspruch stellt Einrichtungen und pädagogische Fachkräfte vor große Herausforderungen.

  • Wenn Kinder diskriminierende Erfahrungen machen, wo und wie können sie sich diesbezüglich beschweren?
  • Wie können Kinder ermutigt werden, sich zu beschweren?
  • Welche Rolle spielen gesellschaftliche Machtverhältnisse in den Möglichkeiten eines Kindes, Beschwerdeverfahren zu nutzen?
  • Welche Fähigkeiten braucht es, um spezifische Beschwerdemöglichkeiten zu nutzen?
  • Welche Rolle können Eltern/Bezugspersonen bei Beschwerden spielen?

Auf der diesjährigen Baustelle Inklusion wird sich die Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung mit diesen Fragen auseinandersetzen und Anregungen für die Entwicklung einer diskriminierungssensiblen Beschwerdekultur geben. Dabei unter anderem unter Bezugnahme von Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem dreijährigen Modellprojekt „Antidiskriminierung als aktiver Kinderschutz“.

Alle Interessierten sind eingeladen, sich auf der Veranstaltung mit dem Einfluss von Diskriminierung im Kita-Alltag näher zu befassen und gemeinsam Möglichkeiten für bewussteres Handeln zu erkunden.

Anmeldung und Programm

Um sich für die 9. Baustelle Inklusion am 17. Juni 2019 anzumelden, steht ein Online-Anmeldeformular zur Verfügung.

Das Programm der 9. Baustelle Inklusion (PDF, 616 KB) ist auf den Seiten des ISTA downloadbar.
Darin enthalten ist ebenso eine vorläufige Workshopübersicht. Die Anmeldung zu den Workshops wird jedoch erst im Mai erfolgen.

Quelle: Institut für den Situationsansatz (ISTA) / Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

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