Kindertagesbetreuung / Sozialpolitik

ver.di fordert mehr Mittel für Qualitätssteigerung in Kitas und eine schrittweise Beitragsfreiheit

Ein Junge hebt den Arm
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Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert zur Qualitätssteigerung in Kindertagesstätten eine sofortige Bereitstellung von deutlich mehr Mitteln durch den Bund. Die Mittel sollen gezielt für die Verbesserung der Situation für Kinder und Beschäftigte in den Kitas sowie für die Erhöhung der Ausbildungskapazitäten eingesetzt werden. Ebenso sollen die Elternbeiträge schrittweise abgeschafft werden.

"Wir brauchen Qualität first in den Kitas und dazu bedarf es deutlich mehr finanzieller Mittel", betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Pieper.

Notwendig sei vor allem:

  • die Erhöhung der Fachkraft-Kind-Relation,
  • die Stärkung der Kita-Leitung,
  • Zeit zum Vor- und Nachbereiten und für Elterngespräche
  • sowie eine kontinuierliche Qualifizierung durch Fachberatung.

Auch der in der vor kurzem veröffentlichten Bertelsmann-Studie ausgewiesene Mehrbedarf für den Qualitätsausbau in Höhe von 7,3 Mrd. Euro jährlich bleibe weit hinter dem Bedarf zurück, den die Jugend- und Familienministerkonferenz der Länder (JFMK) in 2016 mit mehr als 12 Mrd. Euro geschätzt habe. Die vom Bund angekündigten Bundesmittel von 0,5 Mrd. Euro in 2019, 1 Mrd. in 2020 und ab 2021 jährlich 2 Mrd. Euro seien lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein.

Schrittweiser Einstieg in die Beitragsfreiheit

Die in den Ländern vermehrt diskutierte Befreiung der Eltern von den Beiträgen sei durchaus richtig, betont Pieper. "Die hohen Elternbeiträge sind für viele Eltern mit niedrigen Einkommen noch immer ein Hinderungsgrund, ihre Kinder eine Kita besuchen zu lassen. Die Bildung unserer Kinder muss kostenlos sein. Sie ist die Voraussetzung für Chancengerechtigkeit."

Die Entlastung der Eltern werde jetzt aber zur Belastung der Kindertageseinrichtungen, der Beschäftigten und der Kinder, weil Bund und Länder die sozial- und familienpolitischen sowie die bildungspolitischen Maßnahmen über das gleiche, unterfinanzierte Budget finanzieren würden. Falls nicht genügend Mittel für mehr Qualität und Beitragsfreiheit zur Verfügung stünden, müssten dafür die Gründe aufgezeigt werden.

In diesem Fall müssten die Qualität und die Ausbildung von mehr Erzieherinnen in der aktuellen "Kita-Krise", die sich durch Fachkräftemangel und zu wenig Kita-Plätze abzeichne, Vorrang haben, so Pieper. ver.di könne sich dann auch den schrittweisen Einstieg in die Beitragsfreiheit vorstellen, der jedoch ohne Wenn und Aber bei Familien mit geringem Einkommen beginne müsse.

Quelle: ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft vom 05.06.2018

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