Kindertagesbetreuung

VBE: Diagnostik und Förderung gehört in Hand der Erzieherinnen

Eine Erzieherin beschäftigt sich mit zwei Kindern.
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Der Verband Bildung und Erziehung plädiert für ein ganzheitliches Sprachförderprogramm, das in der Hand der Erzieher/-innen liegt.

„Die Abschaffung von Delfin 4 war längst überfällig“, kommentiert der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW die Diskussion im Familienausschuss über die Pläne der Landesregierung, das umstrittene Sprachstandsfeststellungsverfahren im nächsten Jahr letztmalig anzuwenden. „Der Aufwand stand in keinem Verhältnis zum Ergebnis, das muss auch die CDU zur Kenntnis nehmen.“

Delfin 4 habe Unmengen von Ressourcen verschlungen, so Beckmann weiter. Unter anderem hätten jährlich rund 60.000 Unterrichtsstunden an den Grundschulen gefehlt, weil die Grundschullehrer diese Tests durchführen müssen und die Unterrichtsversorgung deswegen eingeschränkt war.

„Das neue Beobachtungsverfahren, das im nächsten Jahr Delfin 4 ablösen soll, muss daher als ganzheitliches Sprachförderprogramm gesehen werden: Sprachstandsdiagnostik und Sprachförderung müssen in die Hand der Erzieherinnen gelegt werden und dürfen nicht getrennt werden“, fordert Beckmann, „nur so ist gewährleistet, dass Diagnostik und Förderplanung nahtlos ineinander greifen.“ Außerdem muss das Verfahren möglichst früh, das heißt unmittelbar nach der Eingewöhnung in der Kita ansetzen.

„Wenn Sprachförderung gelingen soll, muss aber der Personalschlüssel in den Kitas allerdings deutlich verbessert werden, auch die Gruppen müssen verkleinert werden, wenn individuelle Förderung gelingen soll“, macht Beckmann klar. Auch der Übergang zwischen dem Elementar- und dem Primarbereich muss ohne Brüche gelingen – „dafür sind zusätzliche Zeitkontingente für Erzieherinnen und Lehrer unabdingbar“, so Beckmann abschließend.

Quelle: Verband Bildung und Erziehung vom 05.12.2013

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