Kindertagesbetreuung

U3-Ausbau: Hessen sucht 3.520 Fachkräfte für Kindertageseinrichtungen

Im Jahr 2009 war das Hessische Sozialministerium von einem Bedarf in Höhe von 6.000 bis 8.000 Kita-Fachkräften für das Jahr 2013 ausgegangen, in dem der Rechtsanspruch auf einen U3-Betreuungsplatz gültig wird. Allein die Stadt Frankfurt hatte 2009 öffentlich von einem Fehlbedarf in Höhe von 4.400 Fachkräften gesprochen. Nun vorgelegte Zahlen machen deutlich, dass der Bedarf bis zum Jahr 2013 deutlich niedriger ausfällt. Hessenweit wird er bei 3.520 Fachkräften für diesen Zeitraum liegen.

Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner stellte am 10. Oktober 2011 auf dem Fachkraftgipfel zum Fachkraftbedarf in Kindertagesstätten die erste Studie zum Bedarf in Hessen vor. „Mit Hilfe der Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts und der Technischen Universität Dortmund können wir künftig noch gezielter die Sicherung des Fachkräftebedarfs angehen“, so der Sozialminister bei der Präsentation der Ergebnisse des Forschungsvorhabens, das vom Land mit 35.000 Euro gefördert wurde.

Dabei zeige sich, so Grüttner, dass für die Stadt Frankfurt ein Bedarf von 1.420 Fachkräften besteht. „Das bedeutet sicherlich eine große Herausforderung, der sich die Hessische Landesregierung auch zukünftig stellen wird, liegt aber weiter unter der durch die Stadt 2009 angegebenen Bedarfsplanung.“ Die Ergebnisse der 33 Jugendamtsbezirke, die in der Studie untersucht wurden, machten jedoch auch deutlich, dass in zehn Regionen (die Städte Darmstadt, Gießen, Wetzlar, Marburg und Fulda sowie die Landkreise Main-Kinzig, Odenwald, Lahn-Dill, Vogelsberg und Fulda) 2013 kein Bedarf, vielmehr ein Überhang existieren wird. So wird beispielsweise für die Stadt Marburg von einem Überhang von 153 Fachkräften im Jahr 2013 ausgegangen.

Die vielfältigen Initiativen der Hessischen Landesregierung zur Gewinnung von Fachkräften im Bereich der Kindertageseinrichtungen seit 2009 zeigten Wirkung, erklärte Grüttner. „Der Fachkräftebedarf und die Prognose für 2013 haben sich verringert.“ So habe das Hessische Sozialministerium im Jahr 2009 eine landesweite Werbe- und Imagekampagne „GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN – Werde Erzieherin / Erzieher!“ gestartet, die sehr erfolgreich ist. „Die hohe Nachfrage nach der Erzieherinnen- und Erzieherausbildung hat zu einem Ausbau des Ausbildungsangebots geführt. Die Zahl der Auszubildenden an den Fachschulen für Sozialpädagogik in Hessen sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Allein in den letzten beiden Schuljahren ist eine Steigerung um etwa 20 Prozent zu verzeichnen. Mit 5.383 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2010/2011 ist ein historischer Höchststand erreicht“, sagte der Sozialminister. Darüber hinaus habe das Hessische Sozialministerium zur Förderung von Quereinsteigern/innen 21 der 33 Fachschulen für Sozialpädagogik in Hessen bei der Öffnung ihrer Angebote durch die Übernahme der Kosten des Zertifizierungsprozesses unterstützt. Allein die Berta Jourdan Schule in Frankfurt habe im vergangenen und im laufenden Schuljahr zirka 100 Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger für die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher gewinnen können.

„Die nun vorliegenden regionalen Bedarfsberechnungen bieten die Möglichkeit, die bisherigen landesweiten Initiativen der Landesregierung regional mit gezielten Maßnahmen aufzugreifen“, erklärt Grüttner. Es sei erkennbar, dass zwischen den Regionen Differenzen existieren, die wiederum Auswirkungen auf den Bedarf an Fachkräften haben. Es werde beispielsweise deutlich, dass der Ausbau der Kindertagespflege unterschiedlich ausfällt. Außerdem sei der Anteil der vollzeittätigen Fachkräfte regional unterschiedlich. So sind beispielsweise in der Stadt Rüsselsheim 32 Prozent der Fachkräfte in Vollzeit tätig, in der Stadt Hanau hingegen 56,3 Prozent. Aber auch für die Arbeitsagenturen und Jobcenter stellen die regionalen Bedarfsberechnungen Grundlagen zur weiteren Ausrichtung ihrer Angebote dar. So könne beispielsweise die Vergabe von Bildungsgutscheinen konkret dem zukünftigen Bedarf angepasst werden, betonte der Minister.

Auch für die in Kindertageseinrichtungen in Hessen beruflich Tätigen bieten die Ergebnis der Untersuchung eine wichtige Orientierung. „Da die Hochrechnungen der Studie den Bedarf bis zum Jahr 2020/2021 darstellen, wird deutlich, in welchen Regionen der attraktive Beruf der Erzieherin und des Erziehers besonders günstige Berufsaussichten bietet“, betonte Grüttner und warb abschließend ganz im Sinne der Kampagne des Hessischen Sozialministerium „GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN – Werde Erzieherin / Erzieher!“ für diesen wichtigen Beruf.

Quelle: Hessisches Sozialministerium

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