Kindertagesbetreuung / Coronavirus

Tag der Kinderbetreuung: Höchstmaß an gesellschaftlicher und politischer Anerkennung

Erzieherin beschäftigt sich mit Kindern
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Bundesweit sorgen über 750.000 Kita-Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen jeden Tag dafür, dass Kinder bestmöglich gefördert werden und ihre Eltern Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können – auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Der Deutsche Verein fordert deshalb ein Höchstmaß an gesellschaftlicher und politischer Anerkennung. Der AWO Bundesverband setzt sich für sichere Arbeitsplätze mit verlässlichen Rahmenbedingungen ein.

Zum Tag der Kinderbetreuung am 11. Mai setzt sich der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. für ein Höchstmass an gesellschaftlicher und politischer Anerkennung für Erzieherinnen, Erzieher und Kindertagespflegepersonen ein. Als gemeinsames Forum der Träger sozialer Dienste und der Wissenschaft für alle Bereiche des Sozialen unterstützt der Deutsche Verein den Ausbau der Kindertagesbetreuung und setzt sich seit vielen Jahren für die Sicherstellung und die Weiterentwicklung der Qualität in der Erziehung, Bildung und Betreuung, aber auch für gute Rahmenbedingungen für die Fachkräfte und Kindertagespflegepersonen ein. Denn ohne die Arbeit und das Engagement der Erzieherinnen, Erzieher und Kindertagespflegepersonen in den Einrichtungen und Kindertagespflegestellen wäre eine qualitativ hochwertige Erziehung, Bildung und Betreuung nicht möglich.

Engagement für hochwertige Qualtität in der Kinderbetreuung 

„Erzieher/innen und Kindertagespflegepersonen sind echte Multitalente: Sie sind Vertrauenspersonen, Spielkamerad/innen, Tröster/innen und Vorbilder zugleich. Mit ihrer Arbeit leisten sie nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie einen unverzichtbaren Beitrag für das unbeschwerte Aufwachsen unserer Kinder! Das, was sie als pädagogische Fachkräfte in der Notbetreuung leisten, verlangt nach einem Höchstmaß an gesellschaftlicher und politischer Anerkennung – auch und insbesondere über die Zeit der Corona-Pandemie hinaus!“ so Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.

Der Deutsche Verein unterstützt und begrüßt es deshalb ausdrücklich, dass am heutigen Tag der Kindertagesbetreuung Erzieherinnen, Erziehern und Kindertagespflegepersonen bundesweit Anerkennung für ihre Arbeit zuteilwird.

AWO fordert sichere Arbeitsplätze und verlässliche Rahmenbedingungen

Auch die Arbeiterwohlfahrt äußert sich zum Tag der Kinderbetreuung und fordert sichere Arbeitsplätze für Erzieherinnen und Erzieher, die verlässliche Rahmenbedingungen bieten. Dazu erklärt AWO-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler:

„Angesichts der aktuellen Situation zeigt sich, wie wichtig gute Arbeitsbedingungen und eine gerechte und faire Entlohnung und Wertschätzung sind. Gerade jetzt möchten wir den Erzieherinnen und Erziehern in den Einrichtungen und ihren Leitungen einen großen Dank aussprechen. Dabei darf es aber nicht bleiben: In der Diskussion im Umgang mit dem Virus wurden Kitas lange kaum berücksichtigt, die besondere Situation kaum beachtet. Dabei leisten die Fachkräfte eine gesellschaftlich über alle Maßen relevante Aufgabe und helfen, die Daseinsversorgung, Pflege und kritische Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Zeitgleich zeigt sich die immense Bedeutung von Kindertageseinrichtungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Kita-Mitarbeitende müssen geschützt werden

Es dürfe nicht vergessen werden, dass in Kindertageseinrichtungen keine absoluten Schutzvorkehrungen getroffen werden können. Deshalb müsse es für die Öffnung vernünftige Schutzkonzepte für die Mitarbeitenden in Kindertagesstätten geben. Es darf nicht sein, dass Menschen, die für uns alle ihre Gesundheit auf’s Spiel setzen, nicht nach bestem Wissen und Gewissen geschützt und unterstützt werden, betont der Wohlfahrtsverband. „Wir müssen uns auch in der Zeit nach Corona an die jetzige Situation erinnern und dafür sorgen, dass dieser Beruf auch finanziell die Anerkennung bekommt, die er verdient,“ sagt Stadler abschließend.

Die Arbeiterwohlfahrt hat Voraussetzungen und konkrete Forderungen zu Schutzstandards und Arbeitsorganisation der Kita-Mitarbeitenden in einem Forderungspapier (PDF, 80 KB) formuliert.

Hintergrund

Der Tag der Kinderbetreuung findet seit 2012 statt. Er wird immer am Montag nach Muttertag begangen, im Jahr 2020 am 11. Mai. Der Aktionstag will dazu beitragen, dass der Kinderbetreuung in Deutschland der Stellenwert zu Teil wird, der ihr zusteht. Er soll die Aufmerksamkeit auf die Leistungen und die Arbeitsbedingungen der Kinderbetreuer lenken, die sich Tag für Tag zum Wohle unserer Kinder engagieren und damit einen wichtigen Beitrag für die Zukunft Deutschlands leisten. Weitere Informationen finden sich auf www.rund-um-kita.de/tag-der-kinderbetreuung und auf dem Infoportal Frühe Chancen.

Quelle: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. und AWO Bundesverband e.V. vom 11.05.2020

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