Kindertagesbetreuung

Studie Kita 2020 veröffentlicht: Wie wird die Kita der Zukunft aussehen?

Kinder mit ihrer Erzieherin auf einem Ausflug
Bild: stock.xchng

Wie wird die Kita der Zukunft wohl aussehen? Welche Angebote für Kinder wird es geben? Welchen Stellenwert wird die Sprachförderung in der Kita haben? Was kommt auf die Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas zu und welche Qualifikationen werden sie benötigen?

Das wird aktuell von verschiedenen Standpunkten aus diskutiert – von Expertinnen und Experten, von Eltern und auch von der Politik. Schon heute können die Weichen gestellt werden, um Erzieherinnen und Erzieher auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Deshalb hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Prof. Julia Schneewind von der Hochschule Osnabrück damit beauftragt, Antworten auf diese Fragen zu finden. Und zwar aus der Sicht derjenigen, die den besten Einblick in den Betreuungsalltag haben: Der Erzieherinnen und Erzieher, der Kitaleitungen und der Fachberatungen.

Ergebnisse der Studie

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie berichteten, dass die Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher steigen – die Rahmenbedingungen sich diesen Anforderungen allerdings nicht anpassen. Deshalb wird es immer schwieriger, motivierte junge Menschen für den Beruf der Erzieherin / des Erziehers zu begeistern.

Sie wünschen sich mehr Zeit und mehr Ressourcen für die Weiterbildung. Die Weiterbildungsmaßnahmen sollten an einem ganzheitlichen Ansatz orientiert sein. Sprachförderung gelingt beispielsweise nur, wenn Erzieherinnen und Erzieher selbst eine hohe Sprachkompetenz haben und im Kitaalltag genug Zeit und Raum für Gespräche mit Kindern zur Verfügung steht.

Die befragten Praktikerinnen und Praktiker denken, dass der Leistungsdruck, der schon in der frühen Kindheit auf Kindern lastet, ansteigen wird. Von den Kitas werden qualitativ hochwertige Lernangebote gefordert, die jedoch unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht zu leisten sind. Dem Bedürfnis der Kinder nach Entwicklung im eigenen Tempo wird dieser Trend nach mehr Leistung aber nicht gerecht. Der kindliche Lern- und Entwicklungsprozess basiert auf der Erfüllung der Grundbedürfnisse nach Nähe, Verlässlichkeit und Beziehung – das steht für die Erzieherinnen und Erzieher im Mittelpunkt des pädagogischen Handelns. Um das auch immer gewährleisten zu können, fordern sie angemessene Rahmenbedingungen, insbesondere einen ausgewogenen Personalschlüssel.

Das Kita-Angebot wird sich in Zukunft wohl noch weiter flexibilisieren – das erwarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie. Nur so kann man Bedürfnissen von Familien entgegenkommen. Eine Weiterentwicklung der Kitas zu Familienzentren finden sie deshalb sinnvoll.

Die Arbeit mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen, das heißt inklusives Arbeiten, wird mehr Raum einnehmen. Daher sind die Praktikerinnen und Praktiker der Ansicht, dass die Teams in den Kitas in Zukunft multiprofessioneller sein werden.

Die Studie können Sie hier herunter laden.

Quelle: Portal frühe Chancen

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