Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

Start des Modellprojekts zur praxisintegrierten Erzieherausbildung in Thüringen

Eine junge Erzieherin beschäftigt sich mit einem Kind.
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Bildungsminister Helmut Holter besuchte am Donnerstag, 22. August 2019, in Erfurt die berufsbildende Marie-Elise-Kayser-Schule und im Anschluss den Kindergarten „Marienkäfer“. Anlass dafür war der Start des Modellprojekts zur praxisintegrierten Erzieherausbildung. Mit Beginn des Ausbildungsjahres starten 61 angehende Erzieherinnen und Erzieherinnen erstmalig eine vergütete praxisintegrierte Ausbildung.

Neu ist dabei nicht nur, dass die Fachschülerinnen und Fachschüler eine Ausbildungsvergütung erhalten, die sich am Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst orientiert. Zum Modellprojekt gehört auch, dass sich in der Ausbildung Theorie- und Praxisphasen abwechseln. Zunächst sind drei staatliche Fachschulen für Sozialpädagogik beteiligt, neben der Erfurter Marie-Elise-Kayser-Schule auch das Berufsbildungszentrum Ernst Arnold in Greiz-Zeulenroda und die Berufsschule für Gesundheit und Soziales Meiningen. Der Erfurter Kindergarten „Marienkäfer“ ist eine der Einrichtungen, in denen die Auszubildenden die Praxisphasen absolvieren.

Mit der Ausbildungsvergütung Fachkräfte gewinnen

Dazu erklärt der Minister: „Thüringens Kindergärten sind bundesweit Spitze. Wir haben die höchsten Besuchsquoten, garantieren täglich bis zu zehn Stunden Betreuung und haben die am besten ausgebildeten Erzieherinnen und Erzieher. Damit das so bleibt, müssen wir in die Qualifizierung unserer Fachkräfte investieren. Alle Branchen werben um Nachwuchs, da dürfen wir im Bereich der frühkindlichen Bildung nicht hinterherhängen. Es ist wichtig, dass auch angehende Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildungsvergütung erhalten. Mit dem Modellprojekt zur praxisintegrierten Erzieherausbildung setzen wir den richtigen Impuls."

Fachkräfteoffensive: 121 Plätze für Thüringen

Das Modellprojekt läuft insgesamt über vier Jahre. In diesem Jahr stehen 61 und im nächsten Jahr 60 Plätze für die dreijährige Ausbildung zur Verfügung, also insgesamt 121 Plätze für Thüringen. Der Bund fördert im Rahmen der Fachkräfteoffensive die Ausbildungsplätze im ersten Jahr zu 100 Prozent, im zweiten Jahr zu 70 Prozent und im dritten Jahr zu 30 Prozent. Thüringen wird einen Teil der Mittel aus dem Gute-KiTa-Gesetz einsetzen, um die Förderung im zweiten und dritten Ausbildungsjahr jeweils auf 100 Prozent aufzustocken. Die Ausbildung wird durch Praxisanleiterinnen und -anleiter in den Einrichtungen flankiert, die wiederum vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) dafür geschult werden. Dazu wurde ein neuer, speziell ausgerichteter Kurs entwickelt, der die Fachkräfte gezielt auf die Mentorentätigkeit vorbereitet.

Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vom 20.08.2019

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