Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Städtetag würdigt Kita-Ausbau: Anstieg um mehr als 50 Prozent in zehn Jahren

Gemeinsam mit einer Gruppe kleiner Kinder malt die Erzieherin mit Stiften auf Papier.
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Aus Sicht des Deutschen Städtetags belegen die aktuellen Zahlen der Bertelsmann-Stiftung, dass die Qualität der Kindertagesbetreuung nicht unter dem enormen Ausbau des Angebotes in den letzten Jahren gelitten hat, sondern vielmehr sogar verbessert wurde. Mit dem Kita-Ausbau sei die Zahl des pädagogischen Personals von 2008 bis 2018 um 54 Prozent angestiegen – von 379.146 auf 582.125 Fachkräfte.

Vor dem Hintergrund der Veröffentlichung der Bertelsmann-Stiftung „Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme 2019“ betont der Hauptgeschäftsführers des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy: „Es ist ein großer Erfolg der Kommunen, dass mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf Kindertagesbetreuung für Kinder unter 3 Jahren die Platzzahlen ganz erheblich ausgebaut und trotzdem auch die Qualität der Kindertagesbetreuung insgesamt verbessert werden konnte. Ein Anstieg der Zahl des pädagogischen Personals um 54 Prozent innerhalb von 10 Jahren ist in Zeiten des Fachkräftemangels eine große Leistung.

Große Leistung in Zeiten des Fachkräftemangels

Wir freuen uns besonders, dass diese familienfreundliche Kommunalpolitik mit einer gestiegenen Geburtenrate einhergeht. Die Entwicklung ist ein Ansporn für die Kommunen, die Kinderbetreuung qualitativ und quantitativ noch weiter zu verbessern. Wir setzen uns aktiv dafür ein, die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher attraktiver auszugestalten, zum Beispiel durch die Erprobung einer Ausbildungsvergütung. Wir benötigen diese Fachkräfte dringend, um das Bildungs- und Betreuungssystem für Kinder aller Altersstufen weiter bedarfsgerecht auszubauen und auch, um für Chancengerechtigkeit zu sorgen.“

Erfolge beim Ausbau und verbesserter Personalschlüssel 

Bundesweit sieht die Verbesserung der Personalschlüssel in den Jahren 2013 bis 2018 wie folgt aus:

  • Bei Kindern unter 3 Jahren: von 4,6 Kinder pro Fachkraft auf 4,2 Kinder pro Fachkraft.
  • Bei Kindern zwischen 3 und 6 Jahren: von 9,6 Kindern pro Fachkraft zu 8,9 Kindern pro Fachkraft. Die Personalschlüssel sind aufgrund der föderalen Zuständigkeit der Länder unterschiedlich. Sie haben sich jedoch in fast allen Bundesländern verbessert. Nur in Bremen und Thüringen blieben die Standards erhalten. Diese beiden Bundesländer haben bei der Versorgungsquote (Thüringen) und bei den bereits erreichten Personalschlüsseln (Bremen) einen vergleichsweise hohen Stand erreicht.
  • Die Zahl der Kinder unter 3 Jahren in Kindertagesbetreuung hat sich seit 2006 – dem Jahr, als der Rechtsanspruch für diese Altersgruppe beschlossen wurde – fast verdreifacht. Von damals 291.000 betreuten Kindern hat sich diese Zahl auf 818.500 zum 1. März 2019 erhöht.

Die Erfolge beim Ausbau der Betreuungsplätze und die verbesserten Personalschlüssel sind besonders hervorzuheben, da gleichzeitig – bedingt durch steigende Geburtenraten und die Zuwanderung von Familien – auch die Anzahl der Kinder in Deutschland stark gestiegen ist. Das Statistische Bundesamt hat die Anzahl der Kinder unter 6 Jahren im Jahr 2011 mit 4,06 Millionen beziffert und im Jahr 2017 bereits mit 4,58 Millionen. In nur 7 Jahren ist die Anzahl der Kinder unter 6 Jahren damit um mehr als eine halbe Million gestiegen.

Hintergrund

In ihrem aktuellen Ländermonitor frühkindliche Bildung weist die Bertelsmann-Stiftung auf das Problem der unzureichende Personalausstattung in deutschen Kitas hin und fordert bessere Arbeitsbedingungen für das Kita-Personal. Grundlage des jährlich erscheinenden Ländermonitorings sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder aus der Kinder- und Jugendhilfestatistik und weiteren amtlichen Statistiken. Die aktuellen Daten zu den frühkindlichen Bildungssystemen sind auf der Webseite www.laendermonitor.de sowie in den Länderprofilen www.laendermonitor.de/laenderprofile zu finden.

Weitere Informationen zum Ländermonitoring-Projekt gibt es auf der Webseite der Bertelsmann Stiftung.

Quelle: Deutscher Städtetag vom 26.09.2019

Info-Pool