Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Sozialministerium M-V: Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme hat begrenzten Aussagewert

Eine Erzieherin sitzt mit drei spielenden Kindern auf dem Boden
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Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin, Stefanie Drese, sieht im Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann-Stiftung eine Untersuchung mit begrenztem Aussagewert. Hauptgrund für die Kritik sei die nicht vorhandene Vergleichbarkeit der Ländersysteme. Außerdem berücksichtige die Studie zusätzliche Investitionen des Landes nicht.

„Trotz des im Ländermonitor erwähnten bundesweit größten Qualitätssprungs im Kindergartenbereich in Mecklenburg-Vorpommern nehmen wir die Ergebnisse sehr zurückhaltend zur Kenntnis“, sagte Stefanie Drese. Die Hauptkritik des Sozialministeriums am Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme bezieht sich auf die nicht vorhandene Vergleichbarkeit der Ländersysteme aufgrund fehlender bundeseinheitlicher Standards.

Zusätzliche Investitionen nicht berücksichtigt

Zudem werden erneut zusätzliche Investitionen des Landes im Bereich Qualität von der Studie nicht berücksichtigt. „Hier geht es z.B. um unsere Sonderzuschüsse zur gezielten Entwicklungsförderung von Kindern in Kitas in sozialen Problemlagen, um Finanzhilfen für die Fach- und Praxisberatung oder um unser Landesprogramm zur Qualitätsverbesserung in der Kindertagespflege“, verdeutlicht Ministerin Drese.

Auch finden die bereits im Jahr 2017 gestarteten Aktivitäten des Landes für eine kostenfreie, praxisintegrierte Ausbildung inkl. angemessener Ausbildungsvergütung für Erzieherinnen und Erzieher für 0- bis 10-Jährige bei Bertelsmann keinerlei Erwähnung. „Wir machen als eines der ersten Bundesländer genau das, was die Autoren der Studie fordern“, so Drese.

Personalschlüssel ohne Bezug auf Ausbildung und Qualität betrachtet

Drese bemängelt zudem, dass die Studie den Personalschlüssel ohne Bezug auf die Ausbildung und Qualität der Fachkräfte betrachtet. „Das ist kein geeignetes Mittel, um Qualität in der Kindertagesförderung darzustellen“, sagte die Ministerin.

So sei das Personal in Mecklenburg-Vorpommern überdurchschnittlich gut ausgebildet. Drese: „88 Prozent der pädagogisch Tätigen haben einen fachlich einschlägigen Fachschulabschluss etwa zur Erzieherin/ zum Erzieher. Im Bundesdurchschnitt sind es nur 67 Prozent. Und auch der Anteil der unbefristet Beschäftigten in MV liegt in allen Altersstufen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.“

Im Spitzenfeld liege Mecklenburg-Vorpommern darüber hinaus bei der Betreuungsquote in der Krippe und bei den ab Dreijährigen sowie im Betreuungsumfang. „Unsere Ganztagsbetreuung umfasst bis zu 10 Stunden täglich. Das ist bundesweit herausragend ebenso wie die Anzahl der Randzeiten- und 24-Stunden-Kitas.

Unabhängig von der Studie: Es bleibt einiges zu tun

Unabhängig von Bertelsmann bleibt nach Einschätzung von Drese auch noch einiges zu tun, um die Qualität der Kindertagesbetreuung zu sichern und weiter auszubauen. Drese: „Daran arbeiten wir kontinuierlich. Mit dem neuen Kifög investieren wir weitere knapp 7 Millionen Euro zusätzlich und dauerhaft für Qualitätsmaßnahmen, z.B. zur Stärkung der mittelbaren pädagogischen Arbeit und der Fach- und Praxisberatung, durch die Einführung einer Mentorenvergütung sowie durch weitere qualitative Verbesserungen für die Kindertagespflegepersonen.“

Quelle: Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern vom 26.09.2019

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