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Kindertagesbetreuung / Bildungsforschung

Sozialminister Bischoff: Sprachtests sind Baustein für mehr Chancengerechtigkeit

Die neue Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen Sachsen-Anhalts erhöhen die Chancengerechtigkeit. Die erste Runde der Sprachtests hat für zehn Prozent der Kinder im Alter von drei und vier Jahren einen zusätzlichen pädagogischen Förderbedarf ausgemacht. Durch das frühzeitige Erkennen gibt es die Möglichkeit, durch gezielte Förderung noch vor Schulantritt Defizite zu beheben.

Sozialminister Norbert Bischoff sagte am Donnerstag auf einer Fachkonferenz in Magdeburg: „Durch die Förderung wird verhindert, dass eine zu geringe Sprachkompetenz den Start in der Grundschule behindert und damit womöglich auch Weichen für die gesamte Bildungsbiografie und soziale Integration falsch gestellt werden. Jedes Kind soll mit Eintritt in die Schule dem Unterricht problemlos folgen können.“ 

Kultusministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff erklärte: "Sprache ist bekanntlich ein zentraler Zugang zur Welt. Sprache - und das ist weit mehr als ein Wortschatz - ist die wichtigste Grundlage des Erfassens, des Denkens und der Mitteilung. Da erfolgreiches Lernen nur mit einem bestimmten Sprachstand möglich ist, hat besonders die Schule ein großes Interesse daran, dass die erforderliche Sprachförderung so früh wie möglich beginnt." 

Seit Anfang 2010 gibt es in Sachsen-Anhalt laut Gesetz für jedes Kind im vorletzten Jahr vor der Einschulung einen Sprachtest, um mögliche Defizite zu erkennen und dann in einer Sprachförderung zu beheben. Mit dem Testverfahren „Delfin4“ wird überprüft, ob die Sprachentwicklung des Kindes aus pädagogischer Sicht altersgemäß ist und ob es die deutsche Sprache hinreichend beherrscht. Die Fachkonferenz in Magdeburg diskutierte erste Ergebnisse des ersten Testjahrgangs. 

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Nach den vorliegenden Rückmeldungen aus den Kindertageseinrichtungen benötigen von den 15.416 getesteten Kindern etwa 9 Prozent der Mädchen (696 Kinder) und 12 Prozent der Jungen (956 Kinder) eine Sprachförderung. Von den getesteten Kindern haben 877 einen Migrationshintergrund. Von denen benötigt fast jedes dritte Kind (29,9 Prozent) eine zusätzliche Förderung. Den größten Sprachförderbedarf weist der Saalekreis mit fast 14 Prozent auf, den geringsten der Burgenlandkreis mit rund 7 Prozent. Die Ergebnisse gelten als Trend. Eine detaillierte Evaluierung ist in zwei Jahren möglich. 

Die Sprachtests fanden im Februar und März 2010 an den rund 1.400 Kindertageseinrichtungen mit Kindergartengruppen statt. Die Teilnahme gilt als ausgelagerter Bestandteil der Schuleingangsuntersuchung und ist daher für alle Kinder verpflichtend. Soweit es bei einem Kind erforderlich ist, hat es im letzten Jahr vor der Einschulung an einer pädagogischen Sprachförderung in einer Kindertageseinrichtung teilzunehmen. Diese Verpflichtung zur Teilnahme ist im Schulgesetz verankert. Das Land investiert in die Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung jährlich etwa 2,4 Millionen Euro.

Herausgeber: Ministerium für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt

 

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