Kindertagesbetreuung / Nachhaltigkeit

Sieger im Mitmachwettbewerb „Kita vital“ ermittelt - Frische Kita-Projekte im Fotokalender 2014 vereint

laufende Kinder
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Die diesjährigen Sieger in Sachsen-Anhalts Mitmachwettbewerb „Kita vital“ stehen fest. Kindertagesstätten in Wörlitz (Landkreis Wittenberg), Theesen (Jerichower Land) und Hämerten, einem Ortsteil von Tangermünde (Landkreis Stendal), hatten die Nase vorn.

Damit erhalten die Kindertagesstätten „Villa Sonnenschein“ in Wörlitz, „Parkspatzen“ in Theesen und „Elbespatzen“ in Hämerten jeweils 1.000 Euro Siegprämie. Sozialminister Norbert Bischoff hat die Sieger für den 16. Januar nach Magdeburg ins Ministerium eingeladen. Hier erwartet die Kinder eine bunte Überraschung.

„Kita vital“ wurde in diesem Jahr zum siebenten Mal durchgeführt. Gesucht wurden Projekte, mit denen Kinder Natur erleben konnten. Eingereicht wurden vielfältige Ansätze vom Spielen an der frischen Luft, dem Erkunden der Tierwelt bis hin zum Basteln und Bauen mit Naturmaterialien oder dem Besuch auf dem Bauernhof. Minister Bischoff spricht von einem erfolgreichen Jahrgang. Es gab mehr als 90 Bewerbungen, so viel wie noch nie zuvor. Bischoff erklärte: „Es ist eine wahre Freude zu erleben, mit welchem Engagement und Einfallsreichtum kreative Projekte für Kinder und vor allem mit den Kindern umgesetzt werden. Hier ziehen Erzieherinnen und Erzieher, aber auch Eltern, Vereine und die regionale Wirtschaft an einem Strang. Das ist erfrischend.“ Von Bischoff präsentiert wurde auch ein Jahreskalender „Kita vital 2014“, der die zwölf pfiffigsten Projekte präsentiert. Die Fotos dazu entstanden während der Kita-vital-Tour der Jury im Oktober. Diese Reise wurde von den Magdeburger Fotografen Viktoria Kühne und Peter Förster begleitet. Jede Tageseinrichtung im Land bekommt einen Kalender.

Sieger-Projekte

Kita „Villa Sonnenschein“ Oranienbaum-Wörlitz OT Wörlitz, Träger: Stadt Oranienbaum-Wörlitz - Projekt: Schau ins Land

Die Kita liegt in ländlich geprägter Umgebung. Nahezu täglich wird im direkt angrenzenden Wörlitzer Park auf Entdeckungstour gegangen. Aber die Kita macht auch etwas ganz Besonderes: Unter dem Motto „Schau ins Land“ verbringt die komplette Kita eine gesamte Woche (außer die Nächte) auf einem Schäferhof. Dort wird von morgens bis nachmittags gespielt, getobt, gesungen und gelacht, im Freien gegessen und getrunken, mittags im Stroh geschlafen und selbstverständlich auch dem Schäfer und seinen Mitarbeitern bei deren Arbeit geholfen. Dabei lernen die Kinder viel über das Leben auf einem Schäferhof und die Tiere, die auf dem Hof leben und vor allem: Sie packen selbst mit an! Beim Vor-Ort-Termin konnte man förmlich spüren, wie die Kinder diese offene, weitläufige ländliche Umgebung genossen haben und sich einfach nur pudelwohl fühlten. Man merkte gar nicht, dass sich fast 80 Kinder zeitgleich auf dem Schäferhof aufhielten. Das war Abenteuer pur.

Kita „Parkspatzen“, Möckern OT Theeßen, Träger: Stadt Möckern - Projekt: Waldentdeckung

Die Kita „Parkspatzen“ in Theeßen versteht sich selbst als naturnahe Kita. Das gesamte Kita-Konzept ist darauf abgestimmt. So findet man im Außenspielbereich der Kita kein konventionelles Spielzeug, sondern stattdessen aus Naturmaterialien selbstgebastelte Spielzeuge oder auch ein Insektenhotel. Im Flur zum Außenbereich rankt eine große Werkbank mit Schraubstock und allerlei Werkzeug. Im direkt angrenzenden Park haben sich die Kinder unter Mithilfe ihrer Erzieherinnen einen Waldspielplatz geschaffen, der nahezu täglich besucht wird. Auch hier ist normales Spielzeug Fehlanzeige, denn die Natur bietet Spielmöglichkeiten genug. Bänke, Hocker, Tische, Leitern – all das stellen sich die Kinder selber her. Aus Stöcken, Kronenkorken und anderen Materialien entstanden Rasseln und andere Instrumente und damit ein ganzes Waldorchester. Zwischen zwei Bäumen hängt ein großes Waldmobile, im nahe gelegenen Bach dreht sich ein (natürlich) selbstgebautes Wasserrad und so weiter und so weiter. Fazit: In dieser Kita wird das Motto des Wettbewerbs 2013 „Frische Luft – Frische Ideen“ täglich gelebt ohne dass es eines speziellen Projekts bedurft hätte.

Kita "Elbespatzen", Tangermünde OT Hämerten; Träger: Stadt Tangermünde - Projekt: Leben mit und in der Natur

Die Kita “Elbespatzern” initiiert über das ganze Jahr hinweg viele Projekte die direkt mit der Natur verbunden sind. Konkret wurde beim Vor-Ort-Termin das Projekt „Alles Apfel oder was?“ präsentiert. Los ging es in der Kita mit einer theoretischen Einstimmung und allerlei Basteleien zum Thema „Apfel“. Danach zogen die Kinder in den Ort und besuchten einen traumhaften Apfelgarten, indem thematische Lieder und Spiele vorgeführt wurden. Nachdem die Äpfel in großen Körben gesammelt und zu einem ortsansässigen Cateringunternehmen gebracht wurden, folgte der leckere Teil der Präsentation. Denn aus den Äpfeln wurden nun (mit ein klein wenig Hilfe durch die Erwachsenen) Apfelkuchen, Apfelbrot oder auch leckerer Apfelmus hergestellt. Der Vor-Ort-Termin war super vorbereitet und man hat bei den Kindern die Freude am Umgang mit diesem Projekt förmlich greifen können.

Darüber hinaus werden mit dem Kalender präsentiert

Kita „Mühlenstrolche“, Oebisfelde-Weferlingen OT Etingen; Träger: Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen - Projekt: Kind und Pferd

"Wir lieben Pferde. Zweimal im Monat gehen wir zum Reitverein in unserem Ort Etingen. Dort wartet ein Voltigierpferd auf uns. Wir freuen uns sehr. Wir dürfen auf dem Pferd sitzen und reiten. Das ist mächtig aufregend. Wir müssen uns konzentrieren. So üben wir auch unseren Gleichgewichtssinn. Aber vor allem haben wir Freude dem Pferd so ganz nah zu sein, es zu streicheln und seinen Herzschlag zu spüren. Wir dürfen auch in den Pferdestall gehen und dem Schmied oder Tierarzt bei der Arbeit zuschauen. Einige von uns hatten anfangs ziemlichen Respekt vor den großen Tieren. Aber mit der Zeit wachsen das Vertrauen zum Pferd und unser eigenes Selbstbewusstsein."

Kita „Lustige Spatzen“, Sangerhausen OT Wippra; Träger: Stadt Sangerhausen - Projekt: Waldkindergarten

Wir haben einen eigenen Wald – unseren Kindergartenwald. Mit Unterstützung der Schutzgemeinschaft „Deutsche Wald“ und von Förstern, Jägern und Eltern aus Wippra und Umgebung konnten wir ein Waldstück nahe dem Kindergarten übernehmen und so vom Abholzen retten. Wir verbringen viel Zeit in unserem Wald, wir erkunden die Natur. Ihr glaubt gar nicht, wie viele Ideen für lustige Spiele wir in unserem Wald umsetzen und wie viele kleine Tierchen wir täglich neu entdecken. Auch haben wir schon einen Baum gepflanzt, Kräuter geerntet und aus Sauerampfer eine leckere Suppe gekocht. Und einen liegenden Baumstamm, auf dem wir balancieren können, finden wir allemal.

Zoo-Kindergarten Magdeburg, Träger: Verein Kinderbildungswerk Magdeburg- Projekt: Menschenaffen

"Wir beschäftigen uns mit dem Leben von Menschenaffen – speziell mit Schimpansen. Auf die Idee ist Jonathan gekommen, ein 19-jähriger, der ein Freiwilliges Jahr bei uns absolviert. Jonathan erfand einen Plüschaffen mit Namen Lenny. Von und mit Lenny haben wir gelernt, wie sich Affen in der Natur verhalten. Wir wissen jetzt auch, dass Kartoffeln und Bratwurst nicht auf dem Affen-Speisenplan stehen, Tomaten und Nüsse hingegen schon. Lustig: Manches Affen-Verhalten ist dem der Menschen gar nicht so fremd. Klar sind wir oft im Magdeburger Zoo bei den richtigen Menschenaffen Nana und Wubbo zu Gast. Für die beiden wollen wir ein artgerechtes Spielzeug erfinden."

Integrative Kita „Sonnenblume“, Blankenburg OT Timmenrode; Träger: Lebenshilfe Wernigerode - Projekt: Kräuter-Gemüse-Obst-Blumen-Sinnes-Garten

"Grün ja grün sind (fast) alle unsere Pflanzen. Und doch riechen sie alle unterschiedlich. Das haben wir in unserem Kräuter-Gemüse-Obst-Blumen-Sinnes-Garten gelernt. Bei uns wachsen Salbei, Pfefferminze, Thymian und Lavendel ebenso wie Erdbeeren und bunte Blumen. Den Garten haben wir selbst angelegt, unterstützt von vielen engagierten Erzieherinnen, Eltern, Firmen und vor allem von unserer Annett Jantosch. Frau Jantosch ist eine Bürgerarbeiterin. Sie hat uns mächtig geholfen, als wir die Beete angelegt und die Namensschildchen für unsere Blumen, Kräuter und die Gemüsepflanzen angefertigt haben. Ein Insektenhotel haben wir natürlich auch gebaut."

Kita „Albert Schweitzer“, Bernburg; Träger: Verein Kids e. V. - Projekt: Familiensportfest

"Einmal im Jahr treffen wir Kinder uns mit Erzieherinnen, Eltern, Onkels und Tanten zum großen Familienportfest auf dem Sportplatz des TV Askania. Das Sportfest findet immer unter einem speziellen Motto statt. Mal geht es rund um den Ball, dann wiederum sind alle olympischen Disziplinen gefordert. Besonders viel Freude hatten wir beim Familiensportfest unter der Überschrift „Berufe“. Kleine Wettkämpfe aus der Welt der Maler, Bauarbeiter und anderer Berufsbilder fanden statt. Es tritt immer ein Erwachsenen-Team gegen uns Kinder an. Nicht selten haben wir am Ende die Nase vorn. Aber vor allem geht es um den Spaß und das Miteinander. Es wird immer viel gelacht."

Kita „Bienchen“, Weida-Land OT Nemsdorf-Göhrendorf; Träger: Verbandsgemeinde Weida-Land - Projekt: Floorball

"Wir sind die erste Kita in Deutschland, die sich per offizieller Urkunde Floorball-Kita nennen darf. Wir pflegen mit Herz und Seele genau diese spezielle Stockballsportart. Wir haben eigens ein Spielfeld in der Größe von 72 Quadratmeter auf dem Kita-Gelände eingerichtet. Alle Kinder ab drei Jahre spielen mit. Mit unglaublichem Spaß sind alle dabei. Das Spiel bringt Bewegung und schärft Eigenschaften wie Teamgeist, Ausdauer und Rücksichtnahme. Aber auch Kampfgeist und der Wille, im fairen Wettstreit zu siegen, werden gestärkt. Zweimal in der Woche kommt ein richtiger Sportlehrer und zeigt uns, welche Regeln beim Floorball sehr wohl berücksichtigt werden muss."

Kita „Kastaniengarten“, Sülzetal OT Stemmern; Träger: Gemeinde Sülzetal - Projekt: Die Milch – Wo kommt sie her?

"Nein, die Mich wächst nicht einfach so im Tetrapack. Wir wissen Bescheid. Seit zehn Jahren gibt es eine Partnerschaft zwischen unserer Kita und dem Agrar- und Milchhof in unserem Ortsteil Stemmern. Immer zur Erntedankzeit rüsten wir Kinder uns aus mit Gummistiefeln und Matschhosen und machen uns - begleitet von Erzieherinnen, Eltern und Großeltern - auf den Weg zur Milchviehanlage. So können wir genau sehen, woher die Milch wirklich kommt und welchen Weg sie nimmt, ehe wir sie in unserer Frühstückstasse haben. Die Kälbchen auf dem Viehhof sind besonders niedlich, aber die Milch kommt natürlich von den Großen, den Kühen. Und sie schmeckt frisch besonders lecker."

Kita und Hort Leuna, Leuna; Träger: Stadt Leuna - Projekt: Stadtdetektive

"Wir sind viel mit dem Fahrrad unterwegs, um unsere Stadt zu erkunden. Wir achten entlang unseres Weges auf Sauberkeit und Ordnung. Wir nennen uns deshalb auch Stadtdetektive. Unser spezieller Auftrag: Die Spielplätze der Stadt. Wir gucken, ob alles in sauber ist und die Spielgeräte wirklich kindgerecht sind. Wenn es einmal irgendwo zu schmutzig oder ein Spielgerät kaputt ist, dann informieren wir die Bürgermeisterin. Die ist dankbar für unsere Hinweise. Wir befragen auch Kinder und Eltern nach ihren Wünschen. Unser Einsatz hat schon Verbesserungen gebracht. So wurde an einem Spielplatz ein bunter Sonnenschutz angebracht, ein anderer erhielt neu eine Seilbahn."

Kita „Zwergenland“, Kalbe/Milde OT Kakerbeck; Träger: Stadt Kalbe/Milde - Projekt: Der Wald zu jeder Jahreszeit

"Unsere Kita ist von Wald und Wiesen umgeben. In der Nähe fließt ein Bach. Wir sind gern und viel in der Natur. Beliebte Ziele sind das Jemmeritzer Moor oder die Agrargenossenschaft und eine Schäferei nahe der Kita. Wenn wir uns im Winter zu einem Waldspaziergang auf den Weg machen, haben Eltern an einer Waldlichtung ein Lagerfeuer angezündet, damit wir uns wärmen und zur Wegzehrung auch ein wenig Stockbrot bereiten können. Nicht selten bauen wir uns auch ganz spontan eine Waldhütte aus Ästen und Sträuchern. Besonders spannend sind aber immer die Waldspaziergänge mit Jäger Frank Schulz. Er erklärt uns jede Menge zu den in unserer Region lebenden Tieren."

Hintergrund

Der erste Wettbewerb „Kita vital“ fand 2007 statt. Gesucht wurden gesunde Rezepte für Kindergerichte. Im Jahr 2008 ging es um Sport, Spiel und Bewegung. 2009 standen musikalisch-kreative Projekte im Mittelpunkt. Kreativ-naturwissenschaftliche Projekte wurden 2010 gesucht. 2011 ging es um die Zusammenarbeit mit Vereinen, Verbänden oder Institutionen unter dem Motto „Im Ort zu Hause“ und 2012 waren generationsübergreifende Projekte gefragt.

Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt vom 19.12.2013

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