Kindertagesbetreuung / Bildungspolitik

Schleswig-Holstein: Mehrsprachigkeit in Kitas als Chance für Kinder und unsere Gesellschaft

Junge mit Mikrofon und Schriftzug "Für unsere Zukunft"
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Anlässlich des Fachtags „Mehrsprachigkeit in Kitas – Sprachenvielfalt von Anfang an! Wie Mehrsprachigkeit funktioniert“, ausgerichtet am 15. November für Interessierte aus dem Kita- und Grundschulbereich, spricht sich Familienminister Garg für eine Förderung von Sprachvielfalt aus und betont hierbei den Bedarf an pädagogischer Fachkräfte, die über entsprechende sprachliche Qualifikationen verfügen.

Durchgeführt wurde der Fachtag in Kiel von der Brücke Rendsburg-Eckernförde e.V. und dem Verein Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren Schleswig-Holstein.

Referenten des Fachtags waren: Prof. Dr. Henning Wode, Sprachwissenschaftler an der Uni Kiel, Gabriele Köster, Leiterin DRK-Kita Kiel-Suchsdorf und Dr. Anja Steinlein, Universität Erlangen-Nürnberg. In mehreren Workshops wurden die Themen vertieft.

Sprachvielfalt fördern

Familienminister Dr. Heiner Garg betont zum Auftakt des Fachtags: "Eine Gesellschaft ist umso stärker, je mehr sie die in ihr vorhandene Vielfalt zu schätzen und zu nutzen versteht. Das gilt in vielerlei Hinsicht – was sprachliche Vielfalt angeht, gilt es auch. Es ist daher richtig, Mehrsprachigkeit grundlegend als Chance zu begreifen und sich zu überlegen, wie Sprachvielfalt gefördert werden kann. Die Erfahrung zeigt: Gerade für Kinder mit Migrationshintergrund, die familiär kaum oder wenig Deutsch sprechen, ist es ein Riesengewinn, wenn ihre Herkunftssprache nicht als "Ballast" und Hindernis auf dem Weg zu sprachlicher Integration (miss)verstanden wird, sondern als Ressource.

Frühe Mehrsprachigkeit ist aber schon längst nicht nur ein Thema für zugewanderte Familien. Auch deutsche Eltern möchten vermehrt den Erwerb einer Zweitsprache von Anfang an für ihre Kinder ermöglichen. Und: Frühe Mehrsprachigkeit in Kindertageseinrichtungen ist nachweislich ein positiver Faktor sowohl für Kinder, die zusätzlich zur deutschen Sprache eine weitere Sprache erlernen, wie auch für Kinder, die mit Migrations- oder Fluchthintergrund in Kindertageseinrichtungen ankommen und bei denen Deutsch die Zweitsprache werden soll.

Kindertageseinrichtungen bieten dafür einen hervorragend geeigneten Rahmen. Sie können es jedenfalls, wenn sie sich – wofür hier und heute geworben wird – entsprechend aufstellen. Dafür braucht es nicht einmal zusätzliches Personal. Es bedarf pädagogischer Fachkräfte, die über die entsprechenden sprachlichen Qualifikationen verfügen – nicht nur, aber beispielsweise wegen eines eigenen familiären Hintergrundes. Frühe Mehrsprachigkeit ist ein Thema mit noch viel Potential und Perspektive: Für Kinder, aber auch für unsere Gesellschaft insgesamt und nicht zuletzt für die Entwicklung der Arbeit in Kitas."

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren Schleswig-Holstein  vom 15.11.2017