Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

Schleswig-Holstein fördert Aufbau und Betrieb von pädagogischer Fachberatung in Kitas

Eine Erzieherin spielt gemeinsam mit einem jungen Mädchen.
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Das Familienministerium Schleswig-Holstein fördert zukünftig den Aufbau und Betrieb von pädagogischer Fachberatung in Kitas. Ein entsprechender Erlass wird in Kürze veröffentlicht werden.

Im Kalenderjahr 2014 stellt das Land hierfür erstmals 0,7 Mio. € für zusätzliche Fachberatung – insbesondere im U3-Bereich – zur Verfügung. 2015 soll der Förderbetrag 1,5 Mio. € betragen und als fortlaufende Förderung etabliert werden.

Familienministerin Kristin Alheit betont: „Dies ist ein weiterer Schritt zur Stärkung der Kita-Qualität im Land. Davon werden die Fachkräfte in den Kitas und damit auch die Kinder und deren Familien profitieren. Fachberaterinnen und -berater können einen wertvollen Beitrag zu einem funktionierenden Qualitätsmanagement, einem effektiven Bildungskonzept und besseren Rahmenbedingungen in den Kitas leisten“.

Die pädagogische Fachberatung verbindet fachliche, entwicklungs- und organisationsbezogene Beratung der Leitung, der Fachkräfte sowie der Träger von Kindertageseinrichtungen. Zu ihren Aufgaben gehören in der Regel:

  • Die Beratung der Träger, der Leitung sowie der Fachkräfte bezüglich Qualifizierung und Weiterbildung,
  • Organisations- und Personalentwicklung,
  • Entwicklung und Sicherung der Qualitätsstandards,
  • Entwicklung eines Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungskonzepts,
  • Kooperation und Vernetzung von Maßnahmen und weiteren Beteiligten
  • sowie Konfliktberatung.

Zuschussempfänger für die Landesmittel sind auf erster Stufe die Kreise und kreisfreien Städte. Sie sollen als örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Mittel in eigener Verantwortung an öffentliche und freie Träger von Kindertageseinrichtungen weiterleiten. Die Aufteilung der Mittel auf die Kreise und kreisfreien Städte soll sich in erster Linie nach der Anzahl der dort in Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder richten. Förderfähig auf Antrag der Träger von Kindertageseinrichtungen sind Personal-, Honorar- und Sachkosten. Die örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe prüfen die Verwendungsnachweise der Zahlungsempfänger und stellen dem Ministerium eine Verwendungsübersicht zur Verfügung. 

Jörg Asmussen, Fachdienstleiter für Frühkindliche Bildung bei der Stadt Neumünster, und zuvor selbst Fachberater war eingebunden bei der Erstellung der Empfehlungen des Deutschen Vereins zur konzeptionellen und strukturellen Ausgestaltung der Fachberatung. Asmussen betont: „In der Praxis nimmt die Fachberaterin oder der Fachberater eine Steuerungsfunktion wahr, die von außen positiv und unabhängig in eine Kita hineinwirkt“. Die pädagogische Fachberatung bringt die relevanten fachlichen Anforderungen, die z.B. aus den jeweiligen Bildungsplänen erwachsen, in die Qualitätsentwicklung der frühkindlichen Bildung ein. „Sie hat die Aufgabe, Verantwortliche zur Auseinandersetzung mit den Anforderungen herauszufordern und sie bei der Umsetzung zu unterstützen“, so Asmussen. Das bedeute, dass die pädagogische Fachberatung Veränderungsprozesse zum Beispiel in Hinblick auf die pädagogische Arbeit aktiv auslöst und sich daraus ergebende Prozesse moderierend und beratend begleitet. Da die pädagogische Fachberatung wirkt, ohne dass sie eine Dienst- und Fachaufsicht ausübt, könne ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Kita und Beratung entstehen.

Frau Prof. Dr. Raingard Knauer, Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Fachhochschule Kiel betont: „Gute Kitas und gute Tagespflege brauchen qualifizierte pädagogische Fachkräfte. Gute pädagogische Fachkräfte brauchen im Alltag immer wieder Beratung, um den ständig wandelnden Herausforderungen gut begegnen zu können. Die pädagogische Fachberatung ist ein zentrales Instrument, um die Qualität der Kita-Arbeit und der Kindertagespflege zu entwickeln und zu sichern“. Pädagogische Fachberatung sei eine anspruchsvolle Aufgabe und müsse gelernt werden, da die Beraterinnen und Berater theoretisches und methodisches Wissen sowie Berufserfahrung brauchen. Um kompetente Fachberaterinnen und Fachberater auszubilden, bietet die Fachhochschule Kiel von 2014 – 2015 in Zusammenarbeit mit dem Familienministerium eine Zusatzqualifikation zur pädagogischen Fachberatung in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege an. Die erste Gruppe „pädagogischer Fachberater/innen“ wird im Juli 2015 zertifiziert.

Hintergrund

Die Förderung der Fachberatung ist Teil der Landesmaßnahmen zur Steigerung der Kita-Qualität. Neben der Fachberatung hatte das Familienministerium kürzlich die Förderung von Familienzentren und die Qualifikation von Quereinsteigerinnen und -einsteigern zur Kitafachkräften in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Bildungsministerium gestartet.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein vom 17.07.2014

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