Kindertagesbetreuung

Regionalkonferenz "Frühkindliche Bildung" zum Ausbildungsberuf Erzieherin / Erzieher in Ähringen

Der Ausbildungsberuf Erzieherin/ Erzieher stand gestern im Mittelpunkt der 4. „Regionalkonferenz Frühkindliche Bildung“ des Kultusministeriums Baden-Württemberg an der Richard-von-Weizsäcker-Schule in Ähringen. Dabei wurden Entwicklungen im Bereich frühkindliche Bildung und die Erzieherausbildung vorgestellt und diskutiert.

„Diese Regionalkonferenz soll die Bedeutung der frühkindlichen Bildung insgesamt unterstreichen und das attraktive Berufsbild in der Äffentlichkeit noch bekannter machen“, erklärte Kultusstaatssekretär Georg Wacker MdL in seiner Rede.

„Erzieherin oder Erzieher ist eine anspruchsvolle und herausfordernde Berufstätigkeit. Kindergärten müssen heute zahlreiche negative gesellschaftliche Tendenzen auffangen. Besonders gravierende Folgen hat die schwindende Lese- und Sprechkultur. Sprachförderung von Kindheit an ist dabei eine gesellschaftliche Herausforderung", sagte Wacker. Die neu geordnete Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern berücksichtige deshalb verstärkt die Aspekte der Sprachförderung. „Auch der Rückgang der Kinderzahl und die Zunahme alleinerziehender Mütter und Väter verändert das Anforderungsprofil an die Kindergärten. Immer mehr Kinder lernen soziales Verhalten in der Gruppe nicht mehr im Elternhaus unter Geschwistern, sondern im Kindergarten“, sagte der Kultusstaatsekretär. Auch bräuchten zunehmend mehr allein erziehende Eltern Unterstützung bei der Erziehungsarbeit. Mit der Weiterentwicklung des Orientierungsplans sowie der Erzieherausbildung wird diesen Herausforderungen in der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern Rechnung getragen. Innerhalb der Qualitätsoffensiven Bildung stellen sowohl die Umsetzung des Orientierungsplanes als auch die Information über die Attraktivität des Erzieherberufes wichtige Elemente dar. 

Wacker führte weiter aus, dass im November 2009 die Verbesserung des Personalschlüssels in den Gruppen in bis zu drei Stufen gemeinsam mit den Kommunen beschlossen wurde. Diese zusätzlichen Stellen in den Gruppen und die Investitionen in Fortbildungen würden die Qualität der Kindertageseinrichtungen weiter steigern und damit einen Beitrag zur noch besseren Förderung unserer Kinder leisten. Dafür werden insgesamt 200 Millionen Euro bereitgestellt. Das Land trägt davon zwei Drittel.

Auszubildende im Erzieherberuf können durch Zusatzunterricht die Fachhochschulreife erwerben. Damit können sich die Erzieherinnen und Erzieher künftig direkt in den Studiengängen „Frühkindliche Bildung und Betreuung“ an Hochschulen oder Pädagogischen Hochschulen für Leitungspositionen wie beispielsweise Einrichtungsleitung oder Fachberater weiterqualifizieren. „Wir bieten neue Aufstiegsmöglichkeiten und erhöhen damit die Attraktivität des Erzieherberufs“, so Wacker. Vor dem Hintergrund der Entscheidung der Bundesregierung und der Bundesländer, bis 2013 die Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren deutlich auszubauen, werden in Baden-Württemberg für Kleinkinder noch ca. 50 000 zusätzliche Betreuungsplätze benötigt. Dieser Ausbau und die Stärkung der frühkindlichen Bildung löst nach Hochrechnungen einen zusätzlichen Ausbildungsbedarf von Fachkräften in Kinderkrippen und Kindertageseinrichtungen aus. Zur Aufstockung der Ausbildungskapazitäten stellt das Land zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung. 

Im weiteren Verlauf der Regionalkonferenz erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in die vielfältige und fundierte Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern an der Richard-von-Weizsäcker-Schule. Dabei reichte das Spektrum von der Vorstellung des Motorikzentrums für den Bereich Bewegung, des MINT- Zentrums für den naturwissenschaftlichen Bereich bis hin zu Beiträgen aus dem musikalisch-rhythmischen Bereich.

Herausgeber: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

 

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