Kindertagesbetreuung / Junge Flüchtlinge

Programm WillkommensKITAs in Sachsen wird ausgebaut

bunte Buchstaben ergeben das Wort Kita
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Das sächsische Modellprogramm WillkommensKITAs wird deutlich erweitert. Der Träger des Programms, die Deutsche Kinder und Jugendstiftung (DKJS), wird nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten Programmphase die Begleitung der bisher zehn Einrichtungen schrittweise auf 100 Kitas ausbauen. Gemeinsam mit der Förderstiftung Auridis gGmbH hat die DKJS ein Transferkonzept für das sächsische Modellprogramm WillkommensKITAs entwickelt. Bis zum Jahr 2020 sollen jährlich 30 neue Kitas dazukommen, die jeweils für drei Jahre unterstützt werden. Der Fokus soll auf dem ländlichen Raum liegen.

Mit dem Programm WillkommensKITAs werden pädagogische Fachkräfte für ihre Arbeit mit Kindern aus geflüchteten Familien gestärkt. Das Programm umfasst eine Einrichtungsbegleitung vor Ort, den praxisnahen Austausch im Netzwerk und bedarfsorientierte Fortbildungen für die pädagogischen Fachkräfte.

Aus diesem Anlass besuchen Kultusminister Christian Piwarz und Integrationsministerin Petra Köpping am 25. Mai 2018 die WillkommensKITA „Tabaluga“ in Dresden: „Kitas, die Kinder mit Flucht- und Migrationserfahrung betreuen, stehen vor großen Herausforderungen und brauchen Unterstützung. Die Erzieherinnen und Erzieher erhalten durch das Programm wertvolle Beratung und können sich über ihre Erfahrungen austauschen“, betonte Kultusminister Christian Piwarz.

Die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping: „Ich freue mich sehr, dass es uns gemeinsam mit dem Kultusminister gelungen ist, dass sächsische Modellprogramm der WillkommensKITAs deutlich auszubauen. Ich bin immer wieder beeindruckt, welch qualitativ hochwertige Arbeit in den Kitas geleistet wird. Wir profitieren alle davon, wenn die Kleinsten eine so gute Betreuung erhalten und bei der Integration in unsere Gemeinschaft unterstützt werden. In den Kitas werden Toleranz, Akzeptanz und die Begegnung auf Augenhöhe gelebt – damit erhalten die Kinder ein gutes Rüstzeug für ihr Ankommen und ihren weiteren Weg in Sachsen.“

Umgang mit kultureller Vielfalt erfahren Integration unterstützen

„Geflüchtete Kinder müssen wie alle Kinder die Chance haben, gut aufwachsen zu können“, betonte Marc von Krosigk, Geschäftsführer der Auridis gGmbH. „Sie brauchen einen Ort, an dem sie sich sicher und willkommen fühlen und einfach Kind sein dürfen. WillkommensKITAs sind solche Orte. Zugleich können dort alle Kinder, ihre Familien und pädagogische Fachkräfte den Umgang mit kultureller Vielfalt erfahren. Wir wollen Kitas auf diesem Weg zur Seite stehen und geflüchteten Kindern so ein gutes Ankommen ermöglichen.“

Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, ergänzte: „Das Besondere am Programm WillkommensKITAs ist, dass es so praxisnah und bedarfsorientiert ist. Wir schauen gemeinsam mit den Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort, was sie brauchen und welche Voraussetzungen sie mitbringen. Dann legen wir gemeinsam Ziele fest und überlegen, welche Schritte wir gehen müssen, um diese Ziele zu erreichen.“

Kitas zu sicheren Integrationsorten entwicklen, Fachkräfte unterstützen

Schwerpunkte des Programms sind unter anderem, Berührungsängste und Bedenken von Kindern und Eltern gegenüber Kindern aus Flüchtlingsfamilien abzubauen, Kitas zu sicheren Integrationsorten für Kinder zu entwickeln sowie Erzieherinnen und Erzieher bei der Bewältigung der Herausforderungen mit Flüchtlingskindern und der Bildungsarbeit mit ihnen zu unterstützen.

Über das Programm WillkommensKITAs

Das Programm WillkommensKITAs wurde im Jahr 2017 mit rund 150.000 Euro vom Freistaat gefördert, dabei zu 60 Prozent durch das Kultusministerium und zu 40 Prozent durch das Integrationsministerium. Die Förderstiftung Auridis gGmbh beteiligt sich ebenfalls seit Mitte 2017 finanziell am Projekt. In den kommenden Jahren wird die Förderung des Projekts deutlich erhöht. Die Auridis-Stiftung wird zwischen rund 240.000 und 300.000 Euro jährlich übernehmen. Das Kultusministerium trägt 2018 rund 73.000 Euro und das Integrationsministerium rund 58.000 Euro.

In der WillkommensKITA „Tabaluga“ in Dresden werden insgesamt 161 Kinder von einem Team aus Kindheitspädagogen, Erzieherinnen, Heilerziehungspflegerinnen und Sozialpädagoginnen betreut. Die Kita beteiligt sich außerdem am Bundesprogramm „Sprachkitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Außerdem ist „Tabaluga“ eine Projekteinrichtung im Dresdner Handlungsprogramm „Aufwachsen in sozialer Verantwortung“. Die Kita zeichnet sich durch hohe Internationalität aus. Derzeit werden Kinder aus 23 Ländern betreut.

Das Programm WillkommensKITAs der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) wird gefördert durch die Auridis gGmbH und mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus vom 22.05.2018