Kindertagesbetreuung

Politik muss für Chancengleichheit sorgen

Ein kleiner Junge spielt mit Bauklötzen
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Der AWO Bundesverband äußert sich zu den aktuellen Zahlen des "Ländermonitors Frühkindliche Bildungssysteme" und fordert vom Bund neben einem Qualitätsgesetz, die Kostenbeteiligung für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung.

"Es ist erfreulich, dass die allermeisten Bundesländer die Notwendigkeit verbesserter Rahmenbedingungen für Kindertageseinrichtungen erkannt haben. Es ist wichtig, dass sich die Personalschlüssel im vergangenen Jahr leicht verbessert haben", erklärt AWO Vorstandsvorsitzender Wolfgang Stadler.

Hintergrund sind die am 24. August veröffentlichten Zahlen des "Ländermonitors Frühkindliche Bildungssysteme". Der Ländermonitor bietet Daten zum frühkindlichen Bildungssystem in den einzelnen Bundesländern sowie in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt.

"Eine andere Wahrheit ist jedoch auch, dass sich die Betreuungsschlüssel in den einzelnen Bundesländern extrem unterscheiden. Es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass Kinder in Baden-Württemberg die gleichen Startchancen ins Leben haben wie Kinder in Sachsen-Anhalt", hebt Stadler hervor. Zum Teil muss eine Erzieherin oder ein Erzieher in einer Krippengruppe bis zu 10 Kinder betreuen und in einer Kindergartengruppe über 20. Neben diesen Extremen muss festgehalten werden, dass selbst die besten Bundesländer in Deutschland nicht die empfohlenen pädagogischen Standards erreichen. Als Arbeiterwohlfahrt fordern wir einen Fachkraft-Kind-Schlüssel von 1:3 bei Kindern unter 3 Jahrensowie für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren einen Fachkraft-Kind-Schlüssel von 1:8.

Wenig überraschend ist, dass die aktuellen Betreuungsschlüssel bei den Fachkräften zu gesundheitlichen Problemen führen. Im Ergebnis kommt die Bertelsmann Stiftung zu ähnlichen Schlüssen wie die Arbeiterwohlfahrt: "Es braucht jetzt bundeseinheitliche Qualitätsstandards, die sich an pädagogischen Anforderungen ausrichten. Klar ist, es müssen hierbei fachliche Kriterien angelegt werden und es darf nicht zum Wohle der schwarzen null auf Kosten der frühkindlichen Bildung gespart werden", unterstreicht der Vorstandsvorsitzende. Der Bund ist nicht nur in der Pflicht ein solches Qualitätsgesetz auf den Weg zu bringen, sondern sich an den Kosten für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung zu beteiligen.

"Wir müssen uns bewusst machen, dass diese Bildungsinstitutionen die ersten Räume sind, in denen Kinder mit anderen Kindern zusammengekommen unter Rahmenbedingungen, die der Staat beeinflussen kann. Wir sollten die Chancen nutzen und eine bestmögliche Entwicklung durch fachgerechte Rahmenbedingungen ermöglichen. Ist es uns das nicht wert, ist uns die Zukunft nicht viel wert", schließt Stadler ab.

Quelle: AWO Bundesverband e.V. vom 24.08.2015

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