Kindertagesbetreuung / Sozialpolitik

Paritätischer: Nachbesserungsbedarf beim „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ in BW

ein Mann steht mit mehreren Ordnern in der Hand in einer Kindertagesstätte
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Nach der Sommerpause werden in Baden-Württemberg die Details des „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ verhandelt. Der Landesverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes warnt vor Parallelstrukturen und fordert eine vom Land finanzierte, flächendeckende Fachberatung der pädagogischen Arbeit im Kitabereich. Nur so könne die Qualität in der frühkindlichen Bildung und Betreuung verbessert werden.

Der Paritätische Baden-Württemberg sieht beim geplanten „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ des Landes Nachbesserungsbedarf. Das geplante „Forum frühkindliche Bildung“ und die „inklusive Betreuung“ darf nicht zu Parallelstrukturen bei der Beratung und Begleitung von Kindertageseinrichtungen führen. Der Verband fordert stattdessen eine vom Land finanzierte, alle Themenbereiche in der Kita umfassende Fachberatung. Dieser Aspekt müsse bei den Detailverhandlungen zum „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ nach der Sommerpause berücksichtigt werden. In diese sollten nicht wie bisher nur die kommunalen Landesverbände und die 4-Kirchen-Konferenz eingebunden werden, sondern alle Verbände der freien Träger für Kindertagesbetreuung.

„Eine fachliche, flächendeckende Beratung und Begleitung der pädagogischen Arbeit muss allen Kindertageseinrichtungen im Land zur Verfügung stehen. Nur so kann die Qualität in der frühkindlichen Bildung und Betreuung weiterentwickelt und sicher gestellt werden“, betont Ursel Wolfgramm, Vorstandvorsitzende des Paritätischen Baden-Württemberg. „Die Leitungen und Erzieher/-innen vor Ort brauchen eine unabhängige und individuelle Beratung und Begleitung und keine am Ministerium angesiedelte zentrale Anlaufstelle.“

Der Paritätische begrüßt das Anliegen der Landesregierung, inklusiv arbeitende Kitas zusätzlich unterstützen zu wollen. „Die Auslagerung der Inklusionsberatung in einem eigenen System läuft jedoch Gefahr, nur Kinder mit Behinderung in den Blick zu nehmen. Dies entspricht nicht dem wesentlichen pädagogischen Ansatz, die vorhandene Diversität anzuerkennen und wertzuschätzen“, so Wolfgramm weiter.

Der Verband warnt außerdem vor einer zunehmenden Verschulung der Elementarpädagogik: “ Kindergartenkinder brauchen keinen Stundenplan sondern Zeit für freies Spiel und neugieriges Weltentdecken“ so Wolfgramm.

Quelle: Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Baden-Württemberg e.V. vom 13.08.2018

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