Kindertagesbetreuung / Europa

Österreich: Studie zum Arbeitstalltag im Kindergarten erschienen

Zwei Kinder spielen mit ihrer Erzieherin.
Bild: © sdenness / Fotolia.com

In einer neuen, qualitativen Studie des Instituts für Kinderrechte und Elternbildung (IKEB) und des ÖIF wurden Elementarpädagog/-innen und Assistent/-innen zu Herausforderungen des Arbeitsalltags befragt. Die Ergebnisse liegen jetzt in einem Bericht (PDF) vor.

Der Arbeitsalltag in Kindergärten bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen strukturell-institutionellen Rahmenbedingungen und sozialen Gegebenheiten, wird von Aspekten wie Gruppengröße, Vorbereitungszeit sowie Aus-und Weiterbildung beeinflusst und hängt auch von sozialen Gegebenheiten wie einer zunehmenden entwicklungsmäßigen, sprachlichen und sozialen Diversität der Kinder sowie neuen Erwerbs-und Familienstrukturen der Eltern ab.

Bisher wurde der Arbeitsalltag vor allem hinsichtlich der Betreuungsqualität und Bedarfsabdeckung untersucht. Nun wurde in Zusammenarbeit vom Institut für Kinderrechte und Elternbildung (IKEB) und vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien im Jahr 2013 eine Studie zum Arbeitsalltag in Kindergärten begonnen, mit der fundierte Aussagen darüber getroffen werden können, welche Besonderheiten und Herausforderungen im beruflichen Alltag sich aus Sicht von Pädagoginnen und Assistentinnen ergeben, wie Problematiken bewältigt werden beziehungsweise wo die Befragten Handlungsbedarf von externer Stelle sehen.

Unter welchen Rahmenbedingungen sich Elementarpädagoginnen und Assistentinnen der Verwirklichung dieser Anforderungen stellen und worin die jeweiligen Herausforderungen und Problemfelder bestehen, stellt die Studie dar. In einer Kurzzusammenfassung werden jene Dimensionen gesondert hervorgehoben, wo aus Sicht der Pädagoginnen und Assistentinnen besonderer Verbesserungsbedarf im Interesse des kindlichen Wohlbefindens im Kindergarten besteht. Es sind dies die folgenden 16 Punkte:

  1. Aufgabenvielfalt der Pädagog(inn)en,
  2. Uneinheitliche Aufgabenfelder von Assistent(inn)en
  3. Gruppengröße und Betreuungsschlüssel
  4. Mangel an Vorbereitungszeit für Pädagog(inn)en
  5. Personalfluktuation,
  6. Assistent(inn)en als Gruppenleiter(inn)en,
  7. Pädagog(inn)enausbildung
  8. Supervision im Berufsalltag verankern
  9. Kaum gesellschaftliche Wertschätzung für Bildungsarbeit
  10. Fehlen voninstitutionellen Anlaufpunkten
  11. Recht auf Urlaub und Krankenstand für Kinder
  12. Stabile Bezugspersonen
  13. Flexibilität ver-sus Regelmäßigkeit
  14. Räumlichkeiten
  15. Kommunikation Kindergarten –Volksschule und
  16. einheitliche Standards.

Studie "Besonderheiten und Herausforderungen des Arbeitsalltags in Kindergarten und Kinderkrippe"

Quelle: Österreichisches Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien

Info-Pool