Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

Neues Modell: Bezahlte Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher in Schleswig-Holstein

Eine Erzieherin spielt gemeinsam mit einem jungen Mädchen.
Bild: © micromonkey / Fotolia.com

Schleswig-Holstein geht weiter neue Wege in der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. In Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren ist ein Modell entstanden, in dem Erzieherinnen und Erzieher bereits während ihrer Ausbildung finanziell gefördert werden.

„Wir wollen die Erzieherausbildung noch attraktiver gestalten, gerade auch für Menschen, die sich bislang gegen diese Ausbildung entschieden haben, da der Lebensunterhalt nicht gesichert schien“, sagte Bildungsministerin Karin Prien am 16. September 2019 in Neumünster, wo sie die ersten Teilnehmenden des neuen Bildungsangebots begrüßte. Die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Neumünster ist eine von vier Regionalen Berufsbildungszentren und Berufsbildungszentren in Schleswig-Holstein, die das neue Modell anbietet. Danach übernimmt zunächst die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit für zwei Jahre die Kosten. Im dritten Jahr können die Teilnehmenden ihren Lebensunterhalt über eine 4/5 Stelle finanzieren.

Ausbildung stärken und Fachkräfte sichern

Familienminister Heiner Garg betonte: „Gute Kitas brauchen gute Erzieherinnen und Erzieher. Wir tragen mit dem Modell dazu bei, die Ausbildung zu stärken und damit den Beruf gerade für junge Menschen interessanter zu machen. Das ist ein weiterer wichtiger Baustein, um dem steigenden Fachkräftebedarf zu begegnen.“

Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, hob hervor: „Die arbeitsmarktpolitisch zentralen Herausforderungen ‚demografischer Wandel‘ und ‚Fachkräftesicherung‘ können nicht ohne steigende Erwerbsbeteiligung der Frauen und damit durch die noch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gemeistert werden. Hierbei sind natürlich ausreichende Kita- und Kindergartenangebote und insbesondere qualifiziertes Personal unverzichtbar. Aktuell sind bei uns landesweit 760 offene Stellen für Erzieher/innen gemeldet. Das ist ein Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Monat August 2018 (675). Wir, die Arbeitsagenturen und Jobcenter, sind natürlich bereit, bei der Ausbildung von geeigneten Arbeitssuchenden unseren Beitrag - wie im Rahmen dieser Kooperationsvereinbarung -  zu leisten. Denn wir investieren damit auch in einen Wachstumsmarkt. So ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Erzieherinnen und Erzieher in Schleswig-Holstein von 2013 bis 2018 um insgesamt 35,9 Prozent gestiegen: von 19.800 auf 26.900.“  

Vier Standorte in Schleswig-Holstein

Insgesamt werden über dieses Modell an den vier Standorten 104 Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet: 26 am BBZ Schleswig, 25 am der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Neumünster, 28 am RBZ Dithmarschen und 25 am RBZ Kiel. Neben den geförderten Erzieherklassen bietet Schleswig-Holstein auch die berufsbegleitende  „praxisintegrierte“ Ausbildungsform - bekannt als PiA an. Sie hat sich an vielen Standorten von Erzieherfachschulen etabliert. Außerdem gibt es noch die Förderung nach Aufstiegs-BAföG in der vollzeitschulischen Form. Ministerin Karin Prien: „Damit wollen wir das Fachkräfteproblem gerade in den Kitas nachhaltig angehen. Denn auf diesen aktuellen Durchgang mit vier Fachschulklassen angehender Erzieherinnen und Erzieher sollen noch viele weitere folgen.“

Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Schleswig-Holstein vom 16.09.2019

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