Kindertagesbetreuung

Neue KiTa-Podcast-Reihe „Demokratie & Vielfalt – Alle inklusive?“

Farbfrohe Grafik des Projektes „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“
Bild: Projekt „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“

Das Projekt „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ beleuchtet in seinem neuen Podcast mit renommierten Expert/-innen, wie eine inklusive und demokratische Praxis in Kitas und der Kindertagespflege gelebt werden kann. Der Podcast wird von der bekannten Podcasterin Katrin Rönicke moderiert und soll in 2021 vierteljährlich erscheinen.

Die zentralen Projektthemen Demokratie und Vielfalt umfassen neben Fragen der demokratischen Partizipation von Kindern, Eltern, Familien, Fachkräften und Kindertagespflegepersonen auch Aspekte des diskriminierungsfreien und inklusiven Umgangs mit gesellschaftlicher Vielfalt in der Kindertagesbetreuung. Wie Vielfalt anerkannt und wertgeschätzt, Diskriminierung abgebaut und inklusive demokratische Beteiligungsstrukturen geschaffen werden können – darum geht es in dieser Podcast-Reihe.

Ist die Partizipation und Inklusion von Kindern krisenfest?

Mit Hinblick auf die aktuelle Situation ist diese strukturelle und kinderrechtsbasierte Verankerung von Vielfalt und Demokratie umso bedeutender. Die Corona-Pandemie stellt seit Beginn des Jahres 2020 das Handlungsfeld der Kindertagesbetreuung vor erhebliche Herausforderungen. Die verschiedenen Etappen zwischen Schließungen und dem stufenweise wiederaufgenommenen Regelbetrieb sowie die Hygienemaßnahmen im Kitaalltag waren und sind sowohl für die Fachkräfte als auch für die Familien mit ihren Kindern gleichsam belastend. Dabei wurde in der öffentlichen Debatte die Trias des Auftrags der Kindertagesbetreuung, bestehend aus Erziehung, Betreuung und Bildung, vor dem Hintergrund der erheblichen sozioökonomischen Auswirkungen der Krise vornehmlich auf den Betreuungsaspekt reduziert. Die daraus unweigerlich folgenden Einschränkungen der Kinderrechte – wie das Recht auf Beteiligung und Teilhabe – wurden nur wenig in der öffentlichen Diskussion thematisiert. Folglich sieht sich das Projekt mit der Frage danach, ob die Partizipation und Inklusion von Kindern krisenfest ist, konfrontiert und will hierfür durch den Podcast eine Öffentlichkeit schaffen.

Erste Folge zu Partizipation von Kindern in Krisenzeiten

Folglich widmet sich die erste Podcast-Folge – konzipiert von der Koordinierungsstelle des Projekts – dem Thema der Partizipation von Kindern in der Kita in Krisenzeiten. Kinder waren und sind noch immer in besonderem Maße von der Corona-Pandemie betroffen. Dass ihre Stimmen dennoch weitgehend ungehört bleiben, spiegelt sich auch in der Wahrnehmung der Kinder selbst wider, wie Studien zeigen: Viele Kinder haben den Eindruck, dass ihre Sorgen nicht gehört werden. Vor diesem Hintergrund erläutert Professorin Dr. Raingard, warum demokratische Partizipation schon in der Kindertagesbetreuung wichtig ist und wie die Umsetzung auch in Krisenzeiten gelingen kann. Dabei hebt sie hervor, dass Erwachsene oft Macht ausüben, ohne sich dessen bewusst zu sein und dass Probleme nicht für, sondern mit den Kindern gelöst werden sollten. Sie unterstreicht die Notwendigkeit der strukturellen Verankerung von Partizipation in Kitas, etwa durch Gremien, damit Kinder bei der Ausübung ihres Beteiligungsrechts nicht vom „guten Willen“ der Erzieher/-innen abhängig sind. Darüber hinaus erläutert sie, wie etwa durch digitale Medien, Kinder auch in Zeiten von Notbetreuung und Hygieneregeln mitbestimmen können.

Ausblick: Die Themen der nächsten Folgen

Weil Machtverhältnisse und Diskriminierung auch vor der Kindertagesbetreuung nicht haltmachen, wird die nächste Podcast-Folge im Herbst Klassismus zum Thema haben. Schließlich ist Klassismus – verstanden als Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft und / oder ihres sozio-ökonomischen Status – ein komplexes Phänomen, das auch in der Kindertagesbetreuung von großer Bedeutung ist, bislang aber wenig beachtet wurde.

Die dritte Folge soll Ende des Jahres erscheinen und nimmt die Partizipation von Kindern und Eltern am Übergang Kita-Schule in den Blick. Die Beteiligung von Kindern und Eltern an der Gestaltung dieses ersten Bildungsübergangs ist von zentraler Bedeutung, damit die in der Kita erworbenen Demokratie-Kompetenzen von Kindern auch beim Übergang in die Primarbildung berücksichtigt werden und die demokratiebildenden Impulse des Elementarbereichs nicht verhallen.

Der Podcast ist auf Spotify, Deezer, Amazon, Google Podcast und demnächst auf Apple Podcast sowie auf Youtube, Vimeo und auf der Projektwebsite zu finden.

Über das Projekt

„Demokratie & Vielfalt - alle inklusive? Der Kita-Podcast" ist eine Podcastreihe des Projekts „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“. Das Vorhaben ist ein gemeinsames Projekt der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, Paritätischer Gesamtverband in Kooperation mit seinem Berliner Landesverband und dem Bundesverband für Kindertagespflege, Diakonie Deutschland, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, Deutsches Rotes Kreuz, Deutscher Caritasverband/vertreten durch KTK-Bundesverband) und der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ von 2020 bis 2024 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Begleitprojekt gefördert.

Quelle: Projekts „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“, Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ

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