Kindertagesbetreuung / Gesundheit

Nachholbedarfe an zahnmedizinischer Prophylaxe in Hessens Kitas

Instrumente eines Zahnarztes

Wiesbaden. Die Jugendzahnpflege in Hessen zeigt nachhaltige Wirkung. „In den letzten zehn Jahren ist der Kariesbefall bei Kindern in Hessen um durchschnittlich 75 Prozent zurückgegangen. Die Anstrengungen der Prävention, die flächendeckend durch 21 regionale Arbeitskreise Jugendzahnpflege durchgeführt werden, greifen“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, am vergangenen Samstag in Wiesbaden.

Allerdings nehmen rund 20 Prozent der hessischen Kindergärten bisher die Angebote zur Gruppenprophylaxe nicht in Anspruch. „Ich habe daher alle Träger hessischer Kindertagesstätten angeschrieben und sie gebeten, mit den Arbeitskreisen Jugendzahnpflege und den Gesundheitsämtern aktiv zusammenzuarbeiten und die Gruppenprophylaxe in ihren Einrichtungen umzusetzen“, erklärte die Staatssekretärin.

Die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe zur Zahngesundheitsförderung basiert auf dem Prophylaxekonzept „5 Sterne für gesunde Zähne“. Dieses beinhaltet die Vermittlung einer systematischen Zahnputztechnik (KAI-Zahnputzsystematik), den sogenannten Zuckerfreien Vormittag in den Einrichtungen sowie das Sauberputzen der Kinderzähne am Abend durch die Eltern, solange bis die Kinder flüssig schreiben können.

Die Jugendzahnpflege in Hessen spreche pädagogische Fachkräfte, Kinder, junge Menschen und Eltern an. Durch das aufsuchende Angebot in den Einrichtungen, wo Kinder aus allen Schichten zugegen seien, werde nicht nur in der Breite, sondern auch zu einem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung angesetzt, betonte Petra Müller-Klepper. „Auf diese Weise wird gesundes Verhalten nachhaltig für das ganze Leben eingeübt und eingeprägt.“

Die Hinführung zu gesundheitsbewusstem Verhalten bei den Zähnen wirke sich auch auf andere Bereiche aus. So zeigten Studien eine enge Verbindung zwischen Mundgesundheit und gesundem Körpergewicht. Durch die Prophylaxe in Kindergärten und Schulen erreiche man auch Kinder, die sonst kaum zum Zahnarzt gehen würden. Die Gesundheitsförderung komme bei denen an, die ihrer besonders bedürfen. Dies trage zu mehr Chancengleichheit bei.

„Den pädagogischen Fachkräften kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Prophylaxekonzepte sowie zur Qualitätssicherung sollten alle Einrichtungen die kostenfreien Fortbildungsangebote der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege wahrnehmen, damit die Kopplung von sozialem Status und Karies aufgehoben werden kann”, erläuterte Petra Müller-Klepper.

Quelle: Hessisches Sozialministerium

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