Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Mehrheit der Bundesländer lehnt Betreuungsgeld ab

Familie aus Strichmännchen steht auf Geldscheinen.

Die überwiegende Zahl der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder sind auf ihrer Konferenz in Magdeburg einem Antrag Mecklenburg-Vorpommerns gefolgt und haben sich gegen das Betreuungsgeld ausgesprochen.

"Das Betreuungsgeld zementiert die bestehenden Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen und verschärft diesen unhaltbaren Zustand sogar noch", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gleichstellungsministerin Manuela Schwesig am Donnerstag in Magdeburg. "Die Mittel für das Betreuungsgeld müssen in den Aufbau von Ganztageskitas und Ganztagesschulen investiert werden. Nur so haben Frauen die Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren."

Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass die Einführung eines Betreuungsgeldes zu einem erheblichen Rückgang der Beschäftigung von Müttern geführt hat. Das wirkt sich nicht nur auf die aktuelle berufliche und finanzielle Situation von Frauen aus, sondern führt auch zu massiven Verlusten bei der Altersrente und im Fall einer Ehescheidung.

"Es ist ein deutliches Zeichen, wenn sich die Mehrheit der Ministerinnen und Minister aus den anderen Bundesländern auch gegen das Betreuungsgeld ausspricht", so Schwesig weiter. "Diese so genannte familienpolitische Leistung nützt keiner Familie und keiner allein erziehenden Frau. Sie schadet Frauen, die alleine für den Lebensunterhalt sorgen müssen und verweigert ihnen den Zugang zu anständig bezahlter und qualifizierter Arbeit."

Quelle: Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern vom 05.09.2013

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