Kindertagesbetreuung / Gender

Mehr Männer in Sachsens Kitas – Anzahl wächst weiter

Ein Erzieher kümmert sich um zwei Kinder.
Bild: © BlueOrange Studio - Fotolia.com

Neben der steigenden Zahl von Männern in sächsischen Kitas – derzeit sind es insgesamt 2.174 Erzieher – steigt auch die Anzahl männlicher Kita-Leiter und Tagesväter im Einsatz.

"Die Anzahl der Männer in sächsischen Kindertageseinrichtungen steigt weiter an. Derzeit arbeiten 2.174 Erzieher in unseren Einrichtungen, damit ist der Anteil von 1,5 auf 6,8 Prozent gewachsen", freute sich die Ministerin, die auf die steigenden Zahlen seit 2006 hinwies.

"Auch die Zahl der männlichen Fachkräfte, die eine Kita-Leitung übernommen haben, ist gewachsen", ergänzte Kurth. So werden 140 Kitas von einem Mann geleitet (5,5 Prozent). 2008 waren lediglich 28 Männer in einer Kita-Führung tätig (2,4 Prozent). Gestiegen ist zudem auch die Zahl der Tagesväter, die Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreuen. Waren es 2006 überschaubare 14, ging die Anzahl 2016 auf 110 Tagesväter hoch (gesamt 2006: 777 und 2016: 1.699). Die Ministerin betonte gleichzeitig: "Wir sind auf einem guten Weg, aber noch längst nicht am Ziel. Wir müssen den Männeranteil weiter erhöhen, denn Kinder brauchen männliche und weibliche Bezugspersonen."

Auch die Zahl der Männer, die sich für den Erzieher-Beruf interessieren, ist gewachsen. Während sich im Schuljahr 2006/2007 nur 157 junge Männer (von insgesamt 1.467 Fachschülern) in der Ausbildung (Vollzeitform) befanden, sind es im Schuljahr 2016/17 1.051 Männer (gesamt 6.096). Hinzu kommen die Fachschüler, die die Ausbildung in Teilzeitform, d. h. berufsbegleitend absolvieren (gesamt 848, davon 286 Männer).

Darüber hinaus unterstützt der Freistaat auch für Männer den Quereinstieg in den Erzieherberuf. 2016 haben insgesamt 102 Teilnehmer mit der Erzieherumschulung begonnen, davon 12 Männer. Gefördert wird diese Maßnahme für Arbeitslose durch die Bundesagentur für Arbeit, den Europäischen Sozialfond (ESF) und den Freistaat Sachsen.

"Die Voraussetzungen sind gut, um noch mehr Männer für den Erzieherberuf zu gewinnen", so die Ministerin. Aufgrund der steigenden Geburtenzahl und der Nachfrage an Kita-Plätzen seien viele Erzieherstellen ausgeschrieben, das verschaffe den Einrichtungen den notwendigen Spielraum, um männliche Fachkräfte zu werben und sie ins Team aufzunehmen.

Bundesprogramm "Mehr Männer in Kitas"

Im Rahmen des Bundesprogrammes "Mehr Männer in Kitas" (2010-2013) sind in der Erzgebirgsregion modellhafte Werbestrategien entwickelt worden, um Informationen zum Erzieherberuf direkt auf junge Männern auszurichten. Die Ergebnisse des Projektes der Volkssolidarität Westerzgebirge e.V. und des PARITÄTISCHEN Sachsen sind für ganz Sachsen nutzbar und unter anderem auf der Homepage www.werde-erzieher.de zu sehen.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus vom 17.02.2017

Info-Pool