Kindertagesbetreuung / Sozialpolitik

Männeranteil bei Kita-Betreuern steigt

Ein Erzieher kümmert sich um zwei Kinder.
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Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2017 bundesweit im Jahresdurchschnitt rund 11.000 unbesetzte Arbeitsstellen für Fachkräfte in der Kindererziehung und -betreuung gemeldet. Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit. Der Männeranteil an pädagogischen Fachkräften in Kindertagesstätten sei in den vergangenen zehn Jahren von 3,1 auf 5,8 Prozent gestiegen.

Die Bundesregierung teilt in ihrer Antwort (Drucksache 19/2928, PDF 145 KB) auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (Drucksache 19/2504, PDF 141 KB) mit, dass auf 100 gemeldete freie Stellen durchschnittlich 104 Arbeitslose mit entsprechendem Zielberuf gekommen seien. Im vergangenen Jahr arbeiteten nach Angaben der Regierung 593.683 pädagogische Fachkräfte einschließlich Praktikanten und Freiwilligen im sozialen Jahr (FSJ) in Kindertagesstätten.

Der Männeranteil sei in den vergangenen zehn Jahren von 3,1 auf 5,8 Prozent gestiegen.

Außerdem werden in der Antwort der Bundesregierung die Ziele des ESF-Programms „MEHR Männer in Kitas“ (2011 – 2013) benannt:

  • in den mitwirkenden Kitas den Anteil von Männern als Erzieher zu steigern, die Berufszufriedenheit der Erzieher in Kitas zu erhöhen und so ihren Verbleib zu sichern,
  • das Berufsbild des Erziehers in der Modellregion zu verbessern,  
  • durch  Kooperation verschiedener Akteure Instrumente zu entwickeln, die zu einer nachhaltigen Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in Kitas führen und
  • eine qualitätsvolle geschlechtersensible frühkindliche Bildung zu gewährleisten.

Die Bundesregierung teilt weiterhin mit, dass heute bundesweit mehr als doppelt so viele Männer in Kitas arbeiten wie noch 2011. Da die Ausbildung zum Erzieher mindestens drei Jahre dauert, sind direkte Effekte schwer nachweisbar. Im Laufe des Programms wurde deutlich,  dass vor allem Männer, die nicht direkt aus der Schule kommen und bereits einen anderen Beruf haben, an dem Beruf Interesse haben. Allerdings bedarf es bei einem qualifizierten Quereinstieg einer mindestens dreijährigen, i.d.R. unvergüteten Ausbildung, für die oftmals noch Schulgeld zu zahlen ist. Diese Erkenntnisse führten dazu, 2015 ein weiteres ESF-Programm aufzulegen („Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“; 2015–2020), in dem zwölf Projekte in sechs Bundesländern vergütete,  erwachsenengerechte und Kita-Tätigkeit begleitende Ausbildungen von Quereinsteiger/-innen zu staatlich geprüften Erzieher/-innen schaffen, erproben oder optimieren.

Das Programm wird von der Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg/Männer in Kitas“ begleitet, die u.a. ein Beratungstelefon für am Quereinstieg Interessierte betreibt. Der Erzieherberuf spielt zudem eine große Rolle beim jährlichen Boys’Day – Jungenzukunftstag.

Quelle: Deutscher Bundestag, hib – heute im bundestag Nr. 511 vom 12.07.2018

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