Kindertagesbetreuung / Gesundheit

M-V: Arbeitsschutz und Prävention sind in Kitas und Pflegeeinrichtungen von enormer Bedeutung

Eine Erzieherin beschäftigt sich mit zwei Kindern.
Bild: © Monkey Business - Fotolia.com

Sozialministerin Stefanie Drese stellte die hohen Arbeitsbelastungen und psychischen Gefährdungen der Beschäftigten in den Kitas, Pflegeeinrichtungen und vielfältigen sozialen Einrichtungen in den Mittelpunkt ihres Vortrags auf dem Neujahrsempfang der Unfallkasse MV und des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS).

Zum Neujahrsempfang der Unfallkasse MV und des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) kamen am 10. Januar mehr als 120 Arbeitsschutzakteure aus dem Mitgliederkreis des Unfallversicherungsträgers in den Technologiepark Warnemünde. Zum zweiten Mal wurde der Empfang für einen Fachtag genutzt, der sich dem Thema der psychischen Belastungen am Arbeitsplatz widmete und Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch bot.

Gefährdungsbeurteilungen an Arbeitsplätzen nötig

Sozialministerin Drese stellte die hohen Arbeitsbelastungen und psychischen Gefährdungen der Beschäftigten in den Kitas, Pflegeeinrichtungen und vielfältigen sozialen Einrichtungen in den Mittelpunkt ihres Vortrags. „Sowohl Pflegekräfte als auch Erzieherinnen und Erzieher unterliegen einer erhöhten Arbeitsbelastung, die sich in der steigenden Anzahl an Überstunden, Zunahme krankheitsbedingter Ausfälle und der Anzahl an Krankheitstagen manifestieren“, verdeutlichte Drese. „Doch nur gut die Hälfte der Einrichtungen im Bereich Erziehung und Unterricht führen überhaupt Gefährdungsbeurteilungen an den Arbeitsplätzen durch. Hier gilt es noch deutlich mehr Aufklärungsarbeit zu leisten. Darum ist die heutige Fachtagung so wichtig. Und ebenso wichtig ist es, dass die Unfallkasse und das LAGuS in den Einrichtungen vor Ort beraten und besichtigen“, so die Ministerin.

Drese: „Arbeitsschutz und Prävention liegen im ureigenen Interesse des Arbeitgebers. Gleichzeitig müssen Kompetenzen und Ressourcen bei jedem einzelnen Beschäftigten geweckt und gestärkt werden. Das ist notwendig, damit die Menschen möglichst frühzeitig erkennen, was sie krankmacht. Und es geht um die Fähigkeit, dann auch aktiv etwas zu verändern.“

Für die Fachtagung hatten das LAGuS und die Unfallkasse MV neben ihren eigenen Präventionsexperten und Ministerin Drese gleich mehrere Fachleute eingeladen: Prof. Dr. Hiltraut Paridon von der SRH Hochschule für Gesundheit Gera, Bruno Reddehase vom Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Hannover und Frau Dr. Ruhnau vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. In Vorträgen, Workshops und einer Podiumsdiskussion vermittelten sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Thema und gaben ihnen die Zielsetzung für 2018 mit auf den Weg: die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung im eigenen Unternehmen.

Hintergrund

Die Aufgabe des LAGuS als staatliche Arbeitsschutzbehörde ist es, zu überprüfen, ob die Arbeitgeber ihrer Verpflichtung zum Schutz der Beschäftigten vor arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren - und damit auch vor psychischen Belastungen - nachkommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung für Arbeitsschutz und technische Sicherheit führen neben den Betriebsrevisionen auch Fachveranstaltungen durch oder informieren auf der Homepage über aktuelle Gesetzesänderungen.

Als gesetzlicher Unfallversicherungsträger unterstützt die Unfallkasse MV ihre Mitglieder bei der Wahrnehmung und Durchführung präventiver Aufgaben, die der Sicherheit und Gesundheit der Versicherten dienen. Sie ist für die Umsetzung der Arbeitsschutzthemen im Bundesland verantwortlich und hat speziell zu diesem Zweck den Arbeitspsychologen Marc Irmer in das Präventionsteam geholt. Er hilft den Mitgliedsunternehmen bei der Planung und Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen bis hin zur Analyse und Entwicklung von Maßnahmen.

Quelle: Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung Mecklenburg-Vorpommern vom 10.01.2018

Info-Pool