Kindertagesbetreuung

Köln: Eltern mit Tagesmüttern finanziell benachteiligt

Eine Erzieherin spielt gemeinsam mit einem Kind.
Bild: © Eva Varagyasi / Fotolia.com

ZEIT online berichtet in dem Artikel „Teures Pflaster“ von Olaf Wittrock, dass ein Viertel der fremdbetreuten ein- und zweijährigen Kinder in Köln nicht in der Kita, sondern bei Tagesmüttern untergebracht ist. Für die Eltern ist das ein – manchmal nicht zu leistender - finanzieller Kraftakt.

Die Tagesmütter werden von der Stadt mit 3,50 Euro pro Kind und Stunde gefördert, außerdem gibt es Zuschüsse zu den Sozialabgaben und zur Krankenversicherung. Nach herrschender Meinung von Juristen ist das zu wenig für die angemessene und leistungsorientierte Vergütung, die Tagespflegekräften nach Sozialgesetzbuch zusteht. Deshalb kann die Stadt Köln ihren Tagesmüttern auch nicht verbieten, zusätzlich noch mal die Eltern zur Kasse zu bitten. 2,50 Euro bis 4,50 Euro kassieren diese also von den Eltern extra, was bei 45 Betreuungsstunden 487 bis 877 Euro pro Monat ausmacht oder im Höchstfall mehr als 10.000 Euro pro Jahr – zuzüglich des städtischen Beitrags. Weitere 2,50 Euro Essensgeld pro Tag sind da noch nicht mal eingerechnet.

Wittrock macht zwei Musterrechnungen auf, die zeigen, dass bei einer gut verdienenden Doppelverdiener-Familie bei einer Betreuung durch eine Tagesmutter im Gegensatz zu einer Familie mit gut verdienendem Einzelverdiener nur 70 Euro vom zweiten vollen Gehalt nach Abzug aller Kosten übrig bleiben.

Jetzt denkt man in Köln darüber nach, den Zuschuss an die Tagesmütter zu erhöhen – und im Gegenzug ein Zuzahlungsverbot auszusprechen. Dann wären Kita und Tagesmutter für die Eltern gleich teuer und die Ungleichbehandlung kein Thema mehr. Ob es dazu wirklich kommt und wann, bleibt abzuwarten.

Der Artikel

Quelle: ZEIT online

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