Kindertagesbetreuung

Kindersprachscreening (KiSS) in Hessen

Lachende Kinder im Kindergarten
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Sechs Kindertageseinrichtungen im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind heute vom Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration Dr. Wolfgang Dippel, mit dem KiSS-Siegel der Landesregierung ausgezeichnet worden.

„Diese Qualitätsplakette dokumentiert, dass die Kita besonders auf die sprachliche Entwicklung der Kinder achtet, indem sie das Kindersprachscreening (KiSS) und darauf aufbauend Sprachfördermaßnahmen durchführt“, erklärte der Staatssekretär anlässlich der Übergabe. Die Sprachkompetenz sei ein wichtiger Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, eines der wichtigsten Instrumente zur Kommunikation und die Schlüsselqualifikation für den späteren schulischen und beruflichen Erfolg.

Um die frühkindliche Bildung zu stärken, habe die Landesregierung 2007 das Kindersprachscreening (KiSS) eingeführt. „Mit dieser Sprachstandserfassung können Defizite und Förderbedarfe frühzeitig erkannt werden“, betonte Dr. Wolfgang Dippel. Das Land sei aktiv geworden, weil die Schuleingangsuntersuchungen eine Zunahme bei den Sprachauffälligkeiten gezeigt hätten. Die ersten Ergebnisse des KiSS bestätigten dies. „25 Prozent der deutschsprachigen Kinder und mehr als die Hälfte der Kinder mit Migrationshintergrund weisen Sprachauffälligkeiten auf.“ Diese könnten verschiedene gesellschaftliche Ursachen haben wie mangelnde Ansprache, eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten und nicht ausreichende Deutschkenntnisse der Eltern. Außerdem gebe es Kinder, bei denen die Auffälligkeiten auf medizinische Ursachen wie Schwerhörigkeit oder Entwicklungsrückstände zurückzuführen seien. „Das KiSS-Programm ist die Grundlage, um diesen Sprachauffälligkeiten entgegen zu wirken. Ziel ist es, die Bildungschancen aller Kinder von Anfang an zu verbessern.“

Mit dem Verfahren werden die sprachlichen Fähigkeiten der vier bis viereinhalb jährigen Kinder untersucht. Dabei kann ein medizinischer Abklärungsbedarf oder ein sprachpädagogischer Förderbedarf festgestellt werden. Berücksichtigt werden sowohl monolingual deutsch sprechende Kinder als auch multilinguale Kinder (z.B. mit Deutsch als Zweitsprache). KiSS bietet eine standardisierte Dokumentation als Basis für eine rechtzeitige sprachliche Förderung beziehungsweise logopädische oder andere Therapien. Für die Kinder erfolgt die Durchführung des KiSS durch die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas unter gewohnten Umgebungsbedingungen.

Die Teilnahme an KiSS ist sowohl für die Kindertagesstätten als auch für die Kinder freiwillig und findet seit dem Beginn großen Anklang. Bis zum heutigen Tag wurden insgesamt rund 31.000 Kinder getestet. Fast alle hessischen Landkreise und kreisfreien Städte beteiligen sich an dem Verfahren. Im Landkreis Waldeck-Frankenberg wurden bis heute 600 Kinder mit KiSS getestet“, erläuterte Dr. Dippel.

Damit sie KiSS durchführen können, werden die Fachkräfte in den Kitas durch Sprachexpertinnen und -experten der hessischen Gesundheitsämter einheitlich geschult und fachlich unterstützt. Landesweit sind bisher 2.000 Erzieherinnen und Erzieher fortgebildet worden – darunter 88 im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Alle von pädagogischen Fachkräften als medizinisch abklärungsbedürftig beurteilten Kinder werden durch besonders ausgebildete Sprachexpertinnen und -experten des Gesundheitsamtes nachuntersucht. Die anschließenden Ergebnisse werden den Eltern zusammen mit entsprechenden Empfehlungen mitgeteilt.

Die Sprachexpertinnen und -experten sind Sprachheillehrerinnen und -lehrer, Logopädinnen und Logopäden, Sonderschulpädagoginnen und -pädagogen aber auch Kinderärztinnen und -ärzte. Alle Experten werden vier Tage zentral geschult und durchlaufen ein standardisiertes Zertifizierungsverfahren. Anschließend schulen sie ihrerseits die pädagogischen Fachkräfte in den Kitas, um diese für KiSS zu zertifizieren. Derzeit gibt es in Hessen 176 Sprachexpertinnen und -experten. Kindertagesstätten, deren pädagogische Fachkräfte KiSS durchführen, werden mit dem KiSS-Siegel des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration ausgezeichnet, um das Engagement für die sprachliche Entwicklung der Kinder angemessen zu würdigen. „KiSS ist schon jetzt ein Qualitätsmerkmal vieler hessischer Kindertagesstätten. Das Projekt wird in Hessen kontinuierlich fortgesetzt und ausgebaut, damit möglichst viele Kinder davon profitieren können“, betonte der Staatssekretär.

Interessierte Kindertagesstätten können sich beim Gesundheitsamt ihres Kreises über das Projekt informieren.

Quelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration vom 23.09.2014

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