Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

Kinderrechte in Kindertagesstätten – 60 Jahre Kinderschutzbund Gießen

Lächelnde Kinder unterschiedlicher Herkunft liegt auf dem Boden
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Anlässlich der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des Kinderschutzbundes Gießen, machte Familienminister Stefan Grüttner auf das aktuelle Modellprojekt des Kinderschutzbundes, "KIKS – Kinderrechte in Kindertagesstätten" aufmerksam.

Kinderrechte", so Grüttner, "sind verbürgt in der UN-Kinderrechtskonvention. Es ist wichtig, dass Kinder ihre Rechte kennen. Das schützt sie und macht sie stark."

Das Projekt soll mit dazu beitragen, Kinderrechte systematischer im Elementarbereich zu verankern und Impulse für weitere Fortbildungen geben. Fachkräfte, Eltern und Kinder sollen mit den Rechten vertraut gemacht und sensibilisiert werden. "Gerade durch die gesellschaftlichen Herausforderungen durch die zu uns kommenden Kinder und Familien mit Fluchterfahrung hat dieses Thema einen sehr aktuellen Bezug", betonte der Minister. Das Land unterstützt das Projekt mit rund 36.995 Euro.

Der Kinderschutzbund Gießen hat sein Konzept am Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan ausgerichtet. Dieser beinhaltet die Kinderrechte und Partizipation als Grundphilosophie. Um sicherzustellen, dass tatsächlich alle Kinder den Zugang erhalten, bedarf es eines pädagogischen Ansatzes, der die Kinderrechte in den Alltag integriert und erlebbar macht. Wichtig ist es dafür, gute und tragfähige Konzepte auch mit den Eltern zu entwickeln und die Kinderrechte als roten Faden in der Praxis der Kindertageseinrichtung zu begreifen.

"Mit dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP), der Grundlage der pädagogischen Arbeit vieler Einrichtungen ist, verfügen die Kitas bereits über eine hervorragende Ausgangslage", erläutert der Familienminister weiter. "Er beinhaltet einen konsequenten Ansatz, der die Grundlage für die Umsetzung der Kinderrechte und der altersangemessenen Partizipation als eine große Chance und Bereicherung für alle Kinder ermöglicht." Das Handeln im sozialen Kontext und die kontinuierliche Entwicklung hin zur Demokratiefähigkeit sind Basiskompetenzen, die frühzeitig erlebbar gemacht werden müssen.

Das Projekt "Kinderrechte in Kindertageseinrichtungen" unterstützt zehn Kitas in Hessen darin, geeignete Umsetzungsmöglichkeiten für die Kinderrechte und Partizipation kennen zu lernen und aktiv in der eigenen Praxis einzusetzen. Auf dieser Grundlage werden bereits bestehende Partizipationsstrukturen weiterentwickelt und institutionenübergreifend verfestigt.

Im inhaltlichen Kontext zum Thema Kinderrechte in Kindertagesstätten stehen fünf Vertiefungsmodule, die im Projektzeitraum je nach Einrichtung abgerufen werden können. Diese Module orientieren sich am Bildungs- und Erziehungsplan und greifen aktuelle Entwicklungen auf. Außerdem sollen Praxismaterialien für die Nutzung in Kitas entwickelt werden. Das Projekt startet Ende 2016 und hat eine Laufzeit bis 2018 vorgesehen.

Weitere Informationen können interessierte Kindertagesstätten auf der Homepage des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Gießen abrufen. Rückfragen beantwortet die Projektleiterin Frau Löffler unter der Telefonnummer 0641/49 55 030.

Quelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration vom 09.12.2016

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