Kindertagesbetreuung

Kinderbetreuung im Seniorenheim - Neue Kindertagesstätte in Bremen

Eine Hand greift nach einer Kinderhand

Kinderbetreuung im Seniorenheim – in Bremen gibt es immer mehr Einrichtungen, die die beiden Enden des Lebensbogens zueinander führen: die Hochbetagten und die Kleinsten. Am Mittwoch, dem 10. Oktober weihte Anja Stahmann, Senatorin für Kinder, Jugend und Frauen, die Kinderbetreuung in der Stiftungsresidenz Riensberg ein.

In zwei Gruppen werden hier 30 Krippen- und Kindergarten-Kinder zwischen einem und sechs Jahren betreut. Die staatlich anerkannte Kindertagesstätte öffnet werktags um 7.30 Uhr und bietet Ganztagsplätze bis 16 Uhr, aufgenommen werden Kinder von Beschäftigten des Hauses sowie aus der Nachbarschaft.

„Der selbstverständliche Umgang der Generationen in den Familien miteinander geht zunehmend verloren“, sagte Anja Stahmann. „Berufliche Flexibilität, ein Studium weit weg vom Elternhaus oder im Ausland – die Welt wird mobiler, globaler. Und diese globale Welt stellt die Gesellschaft vor immer neue Herausforderungen. Die Oma und der Opa, die um die Ecke wohnen – das ist für eine zunehmende Zahl von Kindern heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Und umgekehrt sehen immer weniger Großeltern ihre Enkel aufwachsen.“ Dass diese engen, emotionalen Bindungen immer mehr verloren gehen, sei „auch eine Form von gesellschaftlicher Verarmung, auf die wir dringend reagieren müssen“. Senatorin Stahmann weiter: „Der Verein Familienbündnis bietet hier neue Konzepte, die ein ganz großer Gewinn sein können für das Lebensgefühl aller Beteiligten.“ Schon bei der Eröffnungsveranstaltung unter großer Beteiligung der Senioren sei das mehr als deutlich geworden: „Ich blicke hier in viele Augenpaare, die allein beim Anblick der Kinder anfangen zu strahlen“, sagte Anja Stahmann am Rande der Feierlichkeiten.

„Ohne Frage sind auch die älteren Menschen ein Gewinn für die Kinder“, betonte die Senatorin. „Wer 80 oder 90 Jahre gelebt hat, ist ein wandelndes Geschichtsbuch oder besser: Geschichtenbuch.“ Wenn Kinder zu verantwortungsvollen Erwachsenen heranreifen sollen, brauchen sie Zeit und Zuwendung. Beides können viele ältere Menschen im Überfluss zur Verfügung stellen. Die Alten können im Gegenzug ein Stück weit in die Welt der Kinder hineinwachsen und den Kontakt zur modernen Welt halten. „Für viele ist der Umgang mit Kindern ein Jungbrunnen, aus dem sie viel Kraft schöpfen können.“

Barbara Tebruck, Hausleiterin der Stiftungsresidenz Riensberg, sieht das genau so: „Die Kinder bereichern das Leben in unserer Einrichtung“, sagte sie. „Unsere Bewohner freuen sich, ihnen beim Spielen zuzuschauen, und wir werden gemeinsame Aktivitäten durchführen.“ Birgit Weber-Witt vom Familienbündnis e. V., dem Träger der Einrichtung, hob die Lage der Kindergruppen am Rande einer weitläufigen Grünanlage hervor: „Mitten im Grünen gelegen, auf dem parkähnlichen Gelände der Stiftungsresidenz, weihen wir in Riensberg eine naturnahe Kita ein.“ Aus den Kindergruppen gibt es einen direkten Zugang zum Grüngelände, „viele Aktivitäten werden draußen stattfinden.“ Die Arbeit in generationsübergreifenden Projekten wird sich auch an den Interessen und Fertigkeiten der Bewohner ausrichten. Was sich bei der Eröffnung aber schon deutlich abgezeichnet hat: Vorlesen und Kuscheln werden fest zum Programm gehören.

Die Stiftungsresidenz Riensberg ist der vierte Standort, an dem der eingetragene Verein „Familienbündnis“, getragen von der Bremer Heimstiftung und der Sparkasse Bremen, diese neuen – aber eigentlich uralten – Formen des Zusammenlebens der Generationen möglich macht. Außerdem gibt es vereinzelt Elternvereine, die ihre Kleinsten in Räumen von Seniorenheimen betreuen.

Quelle: Freie Hansestadt Bremen, Pressestelle des Senats vom 11.10.2012

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