Kindertagesbetreuung

Kampagne "GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN - Werde Erzieherin / Erzieher" in Limburg vorgestellt

„Die Sicherung des Fachkräftebedarfs in Kindertageseinrichtungen ist eine grundlegende Voraussetzung zum quantitativen und qualitativen Ausbau der frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangebote in Kindertageseinrichtungen“, erklärte Hessens Familienminister Jürgen Banzer anlässlich der Vorstellung der Kampagne "GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN - Werde Erzieherin / Erzieher" in Limburg.

Limburg. „Es gibt kaum eine wichtigere und schönere Aufgabe, als Kinder von klein auf beim Heranwachsen zu begleiten und ihnen zu helfen, ihre Interessen und Begabungen zu entdecken und zu entfalten. Deshalb ist auch der Beruf der Erzieherin und des Erziehers etwas ganz Besonderes. Mit der landesweiten Kampagne „GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN - Werde Erzieherin / Erzieher“ wollen wir auf die Attraktivität dieses Berufsfelds aufmerksam machen und mehr Menschen dafür interessieren“, erklärte der hessische Familienminister Jürgen Banzer heute anlässlich der Vorstellung der Kampagne in der katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus am Huttig direkt im Schatten des Domes in Limburg. Aktuell und in den kommenden Jahren existiere ein kontinuierlich hoher Bedarf an Fachkräften in Kindertageseinrichtungen. Vor diesem Hintergrund habe das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit eine Werbe- und Imagekampagne für den Erzieherberuf entwickelt, um die Träger der Einrichtungen dabei zu unterstützen, geeignetes Personal zu finden. „Ich freue mich, dass wir die Kirchen für die Unterstützung dieser Kampagne gewinnen konnten - sie sind neben den Kommunen nicht nur die größten Einrichtungsträger, sondern engagieren sich auch in der Aus- und Fortbildung“, so der Minister.

Bischof Tebartz-van Elst sagte, dass die Kindertageseinrichtungen für das Bistum Limburg ein zentraler Lern- und Erfahrungsort des Glaubens und christlicher Werte seien und die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich der Herausforderung stellen, die Neugier der Kinder zu fördern und ihre Fragen aufmerksam aufzugreifen und ihnen entsprechende Antworten auf der Grundlage des christlichen Glaubens anzubieten. Eine besondere Hilfe sei dabei der Leitfaden der Bistümer in Hessen zur Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsplanes.

Der Diözesansynodalrat des Bistums hatte zuletzt am 28.11.2009 die Bedeutung der inhaltlichen Profilierung und Qualitätssicherung der Kindertageseinrichtungen im Bistum betont. Derzeit wird flächendeckend ein Qualitätssystem auf der Grundlage des Gütesiegels des Bundesverbandes der katholischen Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) aufgebaut. Zur Personalgewinnung hat das Bistum unter dem Titel Pro-Kita-Personal ein eigenes Projekt aufgelegt, um den mittelfristigen Personalbedarf zu decken. Eine große Herausforderung sieht das Bistum in der Dynamik der Entwicklung der Einrichtungen durch Angebotsverbesserungen und die Anpassungsbedarfe im Rahmen der demographischen Entwicklung und der Kirchensteuerentwicklungen. Vor diesem Hintergrund wird derzeit im Bistum auch die Weiterentwicklung der Verwaltung der Kindertageseinrichtungen diskutiert, die bislang weitgehend ehrenamtlich geleistet wird.

Mit Stand zum Stichtag 1. März 2009 befanden sich von den 3.849 Kindertageseinrichtungen in Hessen 468 in katholischer Trägerschaft (ca. 12 Prozent). Mit den 677 Kindertageseinrichtungen in evangelischer Trägerschaft (18%) beläuft sich der Anteil der kirchlichen Kindertageseinrichtungen in Hessen auf ca. 30% aller Tageseinrichtungen in Hessen. Die Anzahl der pädagogischen Fachkräfte in katholischen Tageseinrichtungen für Kinder in Hessen beläuft sich auf ca. 5350. In Trägerschaft der evangelischen Kindertageseinrichtungen arbeiten ca. 7.900 pädagogische Mitarbeiter/innen. Landesweit werden in katholischen Kindertageseinrichtungen in Hessen ca. 32.000 Kinder erzogen, gebildet und betreut. Zusammen mit den evangelischen Einrichtungen erreichen die kirchlichen Träger fast 74.000 Kinder. 

Im hessischen Gebietsanteil des Bistums Limburg sind 226 Kindertagesstätten in katholischer Trägerschaft. Ca. 2.600 pädagogische Mitarbeiter/innen arbeiten in den katholischen Kitas im Bistum. Dort werden täglich ca. 20.000 Kinder ausgebildet, erzogen und betreut.

Erheblicher Fachkräftebedarf in Kindertageseinrichtungen

Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige ab 2013, kleinere Gruppen und eine Stärkung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Kindertageseinrichtungen sorgten für einen erheblichen Bedarf an zusätzlichen Fachkräften. In den 3.849 Kindertageseinrichtungen in Hessen seien derzeit ca. 41.000 Personen tätig. Das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit gehe davon aus, dass durch den Ausbau der Angebote in Kindertageseinrichtungen mit einem Mehrbedarf an sozialen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen von 6.000 bis 8.000 Personen für die kommenden Jahre zu rechnen ist.

Mit der Kampagne wolle die Landesregierung verschiedene Zielgruppen ansprechen: Junge Frauen mit Mittlerer Reife oder Abitur ebenso wie junge Männer mit diesen Schulabschlüssen, die in Kindertageseinrichtungen bislang deutlich unterrepräsentiert sind, zudem Quereinsteiger, die aus einem anderen Beruf in den Erzieherberuf wechseln möchten, ferner in besonderer Weise auch Interessenten mit Migrationshintergrund, die ihre interkulturelle Erfahrung einbringen können. „Es gibt viele Wege in den Erzieherberuf. Deshalb möchte ich jedem, der daran Interesse hat, empfehlen, sich zum Beispiel von den Fachschulen beraten zu lassen, ob für ihn der Einstieg möglich ist“, sagte Familienminister Jürgen Banzer. 

Familienminister Banzer wies darauf hin, dass diese Kampagne „GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN - Werde Erzieherin / Erzieher“ nur ein Teil der Initiative der Landesregierung zur Sicherung des Fachkräftebedarfs an Kindertageseinrichtungen in Hessen darstellt. So hat die Landesregierung bereits frühzeitig und bedarfsgerecht auf den zu erwartenden Fachkräftebedarf reagiert. So verwies Jürgen Banzer auf eine in den vergangenen Jahren ansteigende Zahl von Studierenden als Konsequenz des Ausbaus des fachschulischen Ausbildungsangebotes. Die Zahl der Studierenden an den 29 Fachschulen für Sozialpädagogik sei in den letzten fünf Jahren von 4084 auf 4881 Personen und damit um fast 20 Prozent angewachsen. Die Zahl der männlichen Studierenden stieg von 487 auf 674 an.

Bischof Tebartz-van Elst verwies auf erste Ergebnisse der Projektgruppe Pro-Kita-Personal zum Thema „Personalgewinnung“, die neben Maßnahmen zur Personalgewinnung etwa durch die Einrichtung einer berufsbegleitenden Ausbildung an der Kettler-La Roche-Schule in Oberursel und die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten auch Maßnahmen zur Erhöhung der Identifikation mit dem Arbeitgeber Kirche und der Zufriedenheit der Mitarbeiter/innen erarbeitet. 

Mehr gesellschaftliche Anerkennung für den Erzieherberuf

„Die hohen Anforderungen in Kindertageseinrichtungen müssen sich in einer höheren gesellschaftlichen Anerkennung für die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher niederschlagen. Aus diesem Grund soll die Kampagne nicht nur für den Beruf der Erzieherin / des Erziehers werben, sondern auch deutlich darauf hinweisen, dass die Tätigkeit in Kindertagesstätten ein attraktives und zukunftsorientiertes berufliches Arbeitsfeld darstellt“, unterstrich Jürgen Banzer. Bischof Tebartz-van Elst verwies darauf, dass für Interessenten am Erzieherberuf insbesondere in den Ballungszentren im Südteil des Bistums eine den Lebenshaltungskosten entsprechende Vergütung ein ebenso wichtiges Thema ist, wie die persönliche Motivation sich mit der eigenen Person als Rollenvorbild und wichtiger Begleiter der kindlichen Entwicklung einzubringen, die einer entsprechenden Ausbildung bedarf, die neben der fachlichen Seite auch die Persönlichkeitsentwicklung und eine eigene Auseinandersetzung mit Sinn- und Wertefragen in den Blick nimmt. „Eltern vertrauen uns mit ihren Kindern das Kostbarste an. Unser Personal muß dieser hohen Verantwortung persönlich und fachlich gerecht werden. Dem gilt unsere besondere Sorge.“ erklärte der Bischof.

Mehr Informationen unter: http://www.grosse-zukunft-erzieher.de/

Herausgeber: Ehemals: Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit

 

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