Kindertagesbetreuung

Hessische Statistik zur Kindertagesbetreuung

Kinder spielen im Sandkasten
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Das Hessische Statistische Landesamt teilt mit, dass die Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren weiter steigt, 85 Prozent dieser Gruppe befinden sich in Tageseinrichtungen und 15 Prozent in der Tagespflege. 32 Prozent der unter Dreijährigen haben zudem mindestens einen aus dem Ausland stammenden Elternteil.

Betreuungsquote der unter Dreijährigen steigt auf 31 Prozent

  • 5 Prozent bzw. 2.320 mehr betreute Kinder als im März 2015
  • Ausbau erfolgt mit 1.900 Plätzen vornehmlich in Tageseinrichtungen
  • 85 Prozent der betreuten unter Dreijährigen in Tageseinrichtungen und 15 Prozent in Tagespflege

Die Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren – bezogen auf alle Kinder gleichen Alters – erreichte im März 2016 in Hessen 31,1 Prozent. Dies waren rund 1,4 Prozentpunkte mehr als im März 2015 (29,7 Prozent). Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort.

Insgesamt wurden in Hessen 50.120 Kinder unter 3 Jahren betreut. Sie verteilten sich zu knapp 85 Prozent auf die Tageseinrichtungen (42.370) und zu gut 15 Prozent (7.750) auf die öffentlich geförderte Tagespflege. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der betreuten unter Dreijährigen um 5 Prozent bzw. 2.320 Kinder. Der Ausbau erfolgte mit 1.900 zusätzlich betreuten unter Dreijährigen vornehmlich in Tageseinrichtungen.

In fast allen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie in den Sonderstatusstädten (kreisangehörige Städte mit über 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) erhöhte sich die Betreuungsquote. Die höchste Quote von 39,7 Prozent unter den Landkreisen und kreisfreien Städten wies die Stadt Frankfurt am Main vor der Stadt Darmstadt (37,1 Prozent) und dem Hochtaunuskreis (36,5 Prozent) auf. Diese hohe Betreuungsquote wurde von den Sonderstatusstädten Marburg (43,0 Prozent) und Bad Homburg (42,8 Prozent) übertroffen. Die niedrigste Quote unter den Landkreisen und kreisfreien Städten war im Landkreis Groß-Gerau (21,3 Prozent) zu verzeichnen. Unter den Sonderstatusstädten wies Rüsselsheim mit 17,6 Prozent die niedrigste Quote auf.

Anhand der Betreuungsquote lässt sich allerdings keine Aussage darüber treffen, inwieweit der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen vor Ort gedeckt war.

Auch bei der Verteilung auf Tageseinrichtungen und Tagespflege zeigen sich regional große Unterschiede. Während in Hessen im Durchschnitt 15 Prozent der Kinder in Kindertagespflege betreut werden, deckt die Stadt Hanau ihren Bedarf für unter Dreijährige relativ häufig durch Tagesmütter oder -väter (34 Prozent); d. h. 66 Prozent der Kinder wurden in Tageseinrichtungen betreut. In Marburg lag der Anteil an Tagespflege mit 28 Prozent, gefolgt vom Landkreis Bergstraße und dem Landkreis Kassel mit jeweils 25 Prozent sowie Darmstadt mit 21 Prozent und der Stadt Offenbach am Main mit 18 Prozent. Im Landkreis Limburg-Weilburg wurden die unter Dreijährigen nur zu gut 2 Prozent durch Tagespflegemütter oder -väter und zu 98 Prozent in einer Tageseinrichtung betreut.

Gegenstand der Erhebung des Hessischen Statistischen Landesamts ist die Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung, d.h. es werden nur die tatsächlich betreuten Kinder berücksichtigt. Für die Berechnung der Betreuungsquoten wurden ersatzweise die Bevölkerungsdaten zum 31.12.2014 verwendet, da die benötigten Bevölkerungsdaten zum 31.12.2015 zum Zeitpunkt der Berechnungen nicht vorlagen. Die Betreuungsquoten können sich daher noch geringfügig ändern.

Kindertageseinrichtungen: vier von zehn Kindern mit ausländischen Wurzeln

  • Höchster Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund in Rüsselsheim
  • Niedrigste Migrationsquote (32 Prozent) bei den Kindern unter 3 Jahren

41,5 Prozent der Kinder unter 14 Jahren, die im März 2016 in hessischen Kindertageseinrichtungen betreut wurden, hatten mindestens einen Elternteil, der aus dem Ausland stammte (Migrationshintergrund). Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, stieg der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte. Seit 2006, dem ersten Jahr der Erhebung, ist ein kontinuierlicher Anstieg der Migrationsquote von 33,1 auf 41,5 Prozent zu verzeichnen.

Regional unterschieden sich die Migrationsquoten sehr stark. Mit gut 63 Prozent hatte die kreisfreie Stadt Offenbach am Main im Jahr 2016 unter den Landkreisen und kreisfreien Städten den höchsten Anteil und der Werra-Meißner-Kreis mit gut 16 Prozent den niedrigsten. Alle kreisfreien Städte wiesen überdurchschnittlich viele Kinder mit Migrationshintergrund auf. Die Anteile in den Landkreisen – mit Ausnahme der Landkreise Groß-Gerau und Offenbach – lagen unter dem Landesdurchschnitt. Die Sonderstatusstädte (kreisangehörige Städte mit über 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern) weisen bis auf die Stadt Marburg ebenfalls hohe Migrationsquoten auf. Besonders hoch war der Anteil in Rüsselsheim mit gut 67 Prozent. Das war der höchste Wert in Hessen.

Der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln variierte auch in Abhängigkeit vom Alter der Kinder. So hatten 32 Prozent der unter Dreijährigen in den Kindertageseinrichtungen mindestens einen aus dem Ausland stammenden Elternteil. Im Alter zwischen drei bis unter sieben Jahren hatten knapp 43 Prozent der Kinder ausländische Wurzeln. Bei den älteren Kindern, ab 7 bis unter 14 Jahren, waren es fast die Hälfte.

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt vom 01.09. und 05.09.2016

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