Kindertagesbetreuung

Hamburg: Tausende Demonstranten fordern bessere Rahmenbedingungen in den Kitas

Bild: Wolfgang Staudt   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell CC BY-NC 3.0

Kita-Netzwerk, unterstützt vom alternativen Wohlfahrtsverband SOAL, den Gewerkschaften und den Kita-Anbietern ruft in Hamburg zur Großdemonstration für bessere Rahmenbedingungen, mehr Personal und Qualität in den Hamburger Kindertagesstätten auf.

Das hat Hamburg lange nicht mehr gesehen: Rund viertausend Erzieher/-innen, Eltern und Kinder zogen am vergangenen Donnerstag, den 30.10., von den drei Treffpunkten Jungfernstieg, Hallerstraße und St. Pauli im Sternmarsch durch die Innenstadt, um für bessere Rahmenbedingungen, mehr Personal und Qualität in den Hamburger Kindertagesstätten zu demonstrieren.

Dazu hatte das Kita-Netzwerk unterstützt vom alternativen Wohlfahrtsverband SOAL, den Gewerkschaften und den anderen Kita-Anbietern aufgerufen. "Kein Burnout für Kitas" war auf einigen Transparenten zu lesen. Viele Kinder hatten sich Schwimmringe übergestülpt, um zu zeigen, dass sie nicht untergehen wollen in der derzeitigen Betreuungssituation. Grund zur Sorge gibt es genug: Hamburg ist Schlusslicht unter den westdeutschen Bundesländern bei der Fachkraft-Kind-Relation, insbesondere im Krippenbereich.

Obwohl nur die direkte Arbeit mit den Kindern finanziert wird, schreiben die Erzieher/-innen Entwicklungsberichte, führen Eltern- und Personalgespräche und bilden sich fort. "Viele Pädagog/-innen in den Kitas sind durch den hohen Arbeitsdruck am Rand ihrer Kräfte", sagt Kai Fieguth, Fachberater bei SOAL. Jetzt reicht’s, befand der alternative Wohlfahrtsverband SOAL und setzte gemeinsam mit anderen Kita-Verbänden die Neuverhandlung des Landesrahmenvertrags mit der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) aus. Zuvor hatten die Kita-Anbieter ein Gesamtpaket vorgeschlagen, das die Personalausstattung in den Hamburger Kitas schrittweise verbessern sollte. Dieser Vorschlag wurde von der FHH jedoch rundweg abgelehnt. Es sei im kommenden Kita-Etat keinerlei Spielraum für Qualitätsverbesserungen vorhanden.

"Hamburg fehlt es nicht an Geld, sondern am politischen Willen", so Sabine Kümmerle, Geschäftsführerin SOAL.  Schließlich hat Hamburg im Kita-Bereich 75 Mio. Euro für die Beitragsfreistellung der Eltern ausgegeben, von anderen Großprojekten ganz zu schweigen "Eine Verbesserung der Fachkraft-Kind-Schlüssel in Hamburg ist JETZT notwendig. Das wird nur mit zusätzlichen Mitteln zu bewältigen sein. Wir fordern den Senat auf, hinzuschauen, seine Blockadehaltung aufzugeben und mit einem ernsthaften Willen zu Verbesserungen wieder in die Verhandlungen mit den Kita-Trägern einzusteigen."

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