Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Haderthauer-Kritik an Bertelsmann Stiftung: "Wegbereiter für den Gouvernantenstaat"

Neben ihrer Freude über das gute Abschneiden Bayerns beim aktuellen Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme, äußerte Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer deutliche Kritik am Wertehintergrund der Bertelsmann Stiftung.

"Es freut mich, dass nun auch der Bertelsmann-Länderreport feststellt: Kinder mit Migrationshintergrund haben in Bayern beste Bildungschancen. Laut aktueller Studie nehmen immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund an den Bildungsangeboten in Kindertageseinrichtungen teil. So liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund im Kindergartenalter, die einen Ganztagsplatz belegen, mittlerweile bereits bei rund 39 Prozent, im Bundesdurchschnitt sind es nur 35 Prozent. Hiermit liegt Bayern im Spitzenfeld! Dies zeigt: Unsere in Bayern um 30 Prozent erhöhte Förderung für Kinder mit Migrationshintergrund und unsere verschiedenen Sprachförderprogramme tragen Früchte und überzeugen die Eltern. So konnten wir bei vielen Familien mit Migrationshintergrund die Akzeptanz für frühkindliche Bildungsangebote deutlich steigern und damit einen weiteren Schritt zu mehr Integration machen", so Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer zu dem in dieser Woche veröffentlichten Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung.

In einem anderen Punkt übt Haderthauer aber deutliche Kritik an der Studie: "Ich finde es schade, dass die Bertelsmannstiftung ständig Wertungen vornimmt nach dem Motto: Ganztagsbetreuung ist besser als Halbtagsbetreuung und diese wiederum besser als die Betreuung durch die Eltern. Das ist Politik von vorgestern! Damit macht sich Bertelsmann zum Wegbereiter für den Gouvernantenstaat, der Eltern vorschreibt, wie sie Familie leben sollen. Eltern sollen aber selbst entscheiden, welches Familienmodell für Sie und ihre Kinder am besten ist. Dabei muss das Kind im Mittelpunkt stehen und nicht nur Arbeitgeberinteressen! In Bayern haben wir die Weichen in beide Richtungen gestellt: Wir erkennen jedes Familienmodell gleichermaßen an und unterstützen es. Wir schaffen die Balance zwischen Wertschätzung für die unersetzliche Erziehungsleistung der Eltern einerseits, etwa durch das Landeserziehungsgeld, und ermöglichen andererseits mit einer zuverlässigen und großzügigen Unterstützung der Kommunen den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten."

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

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