Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

GEW Hessen: Erste Woche Regelbetrieb im neuen Kita-Jahr

Eine Erzieherin kümmert sich beim Malen um viele Kinder.
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Eine Woche nach Ende der Sommerferien schauen viele Erzieherinnen und Erzieher in Hessen mit gemischten Gefühlen auf ihre Arbeitswirklichkeit unter den Bedingungen der Corona-Pandemie.

„Neben der Freude darüber, endlich wieder mit allen Kindern zusammen in der Kita zu sein, treibt viele die Unsicherheit über die weitere Entwicklung um“, gibt Maike Wiedwald, Vorsitzende der GEW Hessen, die Stimmung wieder. „Es gebührt allen Kolleginnen und Kollegen größter Respekt für ihre unentbehrliche Arbeit. Es muss allen bewusst sein, dass die Arbeit mit kleinen Kindern unter besonderen Bedingungen geleistet wird. Denn wie kaum eine andere Berufsgruppe sind die Beschäftigten in der frühkindlichen Bildung einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt.“ Die Einhaltung der im Alltagsleben gültigen Hygiene- und Abstandsregeln sei in den Kitas ein Ding der Unmöglichkeit. Der Schutz der Kolleginnen und Kollegen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko habe deshalb weiterhin höchste Priorität, so Wiedwald.

Pandemie offenbart die Dringlichkeit der Aufgaben

„Doch es geht keineswegs um Respekt allein“, ergänzt die Co- Vorsitzende der GEW Hessen, Birgit Koch, „aus den schwierigen Bedingungen ergibt sich die Notwendigkeit, auch zu konkreten Verbesserungen zu kommen!“ Den Beschäftigten müsse eine greifbare Perspektive für die Entwicklung ihres Arbeitsfeldes gegeben werden. Aus den Versäumnissen der Vergangenheit seien die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Die Corona-Pandemie habe die Dringlichkeit vor Augen geführt, mit der die Probleme angegangen werden müssten. Birgit Koch fasst zusammen: „Der Bedarf an qualifizierten pädagogischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ist immens. Das Land Hessen ist aufgefordert, die Ausbildungskapazitäten drastisch zu erweitern. Vielen Beschäftigten in den Kitas ist es durch die Notbetreuung aufgefallen, mit welcher pädagogischen Qualität und Intensität die Arbeit gelingt, ist die Fachkraft- Kind- Relation erst einmal verbessert“.

Schlechte Rahmenbedingungen in hessischen Kitas

Die aktuellen Zahlen des Ländermonitors Frühkindliche Bildung unterstützt die Wahrnehmung der Kolleginnen und Kollegen in der Praxis. Demnach können viele hessische Kitas ihren Bildungsauftrag aufgrund von schlechten Rahmenbedingungen kaum umsetzen. Erschreckenden 81 Prozent der Kinder stünden laut der Bertelsmann-Studie nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung. Zudem seien über die Hälfte der erfassten Kita-Gruppen als zu groß einzustufen. „Diese Ergebnisse sind schockierend und zeigen deutlich, dass unter diesen Rahmenbedingungen eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit nur schwer für die Fachkräfte umzusetzen ist.“, fasst Wiedwald zusammen.

Das Land Hessen ist aufgefordert, die Ausbildungskapazitäten drastisch zu erweitern. Es braucht zudem großzügige räumliche Kapazitäten, die, abgesehen von deren pädagogischer Bedeutung, die bessere Einhaltung von Hygienestandards ermöglichen und den Gesundheitsschutz von Kindern und Beschäftigten stärken. Es braucht zudem großzügige räumliche Kapazitäten, die, abgesehen von deren pädagogischer Bedeutung, die bessere Einhaltung von Hygienestandards ermöglichen und den Gesundheitsschutz von Kindern und Beschäftigten stärken. Das aus häufig formulierter öffentlicher Wertschätzung auch eine tatsächliche Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen erwächst, dafür will sich die GEW weiterhin, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Kitas und der sozialen Arbeit, einsetzen.

Quelle: GEW Hessen vom 25.08.2020

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