Fachbeitrag

Gender- und diversitätsbewusste Pädagogik in Kitas

Viele bunte Papierschnipsel werden auf einem Blatt zu einem Regenbogen arrangiert
Bild: Taylor Heery - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Jungen können auch rosa mögen, Mädchen blaue Hosen tragen und überhaupt gibt es auch nicht nur diese beiden Geschlechter. Beim Thema geschlechtergerechte Pädagogik in Kitas stellt sich die Frage, hochaktuell oder bereits „Schnee von gestern“? Ein aktueller beim nifbe veröffentlichter Fachbeitrag zeigt, warum es nach wie vor wichtig ist, die Geschlechterfrage zu stellen.

Der beim Niedersächsischen Institut für Frühkindliche Entwicklung und Bildung (nifbe) veröffentlichte Fachbeitrag bezieht sich auf die Tagung „Gender- und diversitätsbewusste Pädagogik in KiTa, Kinder- und Jugendarbeit – Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen“ am 1. Oktober 2021 in Frankfurt. Er behandelt verschiedene Aspekte zum Thema geschlechtergerechte Pädagogik in Kitas:

„Wir beginnen diesen Beitrag daher mit der Frage, warum Geschlechterfragen nach wie vor gestellt werden müssen – auch und gerade in der Kita. Weiter befassen wir uns mit einem Aspekt, der sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat – der zunehmenden Präsenz von männlichen Fachkräften in Kitas. Dann kommen wir auf Intersexualität und Transidentität zurück und fragen danach, welche Geschlechterbilder mit den Diskursen um diese Themen verbunden sind. Abschließend nehmen wir vor dem Hintergrund der mit der zunehmenden Heterogenität unserer Gesellschaft verbundenen Unbestimmtheit und Unbestimmbarkeit von Geschlecht mögliche Perspektiven für gender- und diversitätsbewusste Pädagogik in Kitas in den Blick.“

(Quelle: Niedersächsisches Institut für Frühkindliche Entwicklung – nifbe)

Es wird umfasst, wie sich in vielen Kitas um geschlechtsneutrale Angebote, wie etwa Waldtage, bemüht wird, aber gleichzeitig alltägliche Situationen, in denen Geschlechterstereotype eine Rolle spielen, oft unhinterfragt bleiben. Der Artikel stellt dabei auch die Frage nach dem Umgang mit genderflexiblen Kindern durch Fachkräfte.

Im darauffolgenden Abschnitt beschäftigen sich die Autor/-innen mit der Zusammenarbeit von Männern und Frauen im Kita-Team und wie diese gelingen kann, ohne geschlechterbezogene Klischees zu bedienen.

Thematisch abschließend wird im Artikel der Umgang mit Intersexualität und Transidentität in der Kita untersucht.

Perspektiven für gender- und diversitätsbewusste Pädagogik in Kitas

Zuletzt verweist der Artikel auf Perspektiven für gender- und diversitätsbewusste Pädagogik in Kitas:

„Kinder wachsen nicht genderneutral auf, sondern in einem Körper mit Geschlechtsmerkmalen, und es finden immer Zuschreibungen statt. Durch das gestiegene Bewusstsein für Zwischenformen und Uneindeutigkeiten der Geschlechterzuordnungen wird dabei noch deutlicher, wie komplex die Zusammenhänge zwischen biologischen Gegebenheiten, gesellschaftlichen Erwartungen und selbst wahrgenommenem Geschlecht tatsächlich sind. Notwendig ist daher, dass wir bewusst mit dem Thema Geschlecht umgehen, sei es im Hinblick auf die Kinder, Eltern oder Pädagoginnen und Pädagogen. Fragen der Gender- und Diversitätspädagogik müssen zuverlässig in Aus- und Fortbildung aufgegriffen und mit geeigneten Methoden bearbeitet werden. Ebenso braucht es praxisbegleitende Reflexionsräume, in denen Fachkräfte eigene Haltungen reflektieren und neue Perspektiven entwickeln können, ohne dass von vornherein festgelegt ist, was die „richtige“ Einstellung zu Gender ist. Genderpädagogik ist damit also keineswegs „Schnee von gestern“, sondern hoch aktuell.“

(Quelle: Niedersächsisches Institut für Frühkindliche Entwicklung – nifbe)

Weitere Informationen

Der vollständige Fachbeitrag ist auf der Website des Niedersächsischen Instituts für Frühkindliche Entwicklung und Bildung abrufbar.

Quelle: Niedersächsisches Institut für Frühkindliche Entwicklung und Bildung (nifbe)

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