Kindertagesbetreuung

Forschungsprojekt zu Qualitätsfaktoren von Fachberatung in der Kindertagespflege

Ein kleiner Junge umringt von Lego
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Die Kindertagespflege als eine "familienähnliche" Betreuungsform setzt keine pädagogische Berufsausbildung voraus. Vor diesem Hintergrund und der Annahme, dass eine professionelle sozialpädagogische Fachberatung eine wichtige Bedeutung in der Sicherstellung der Betreuungsqualität hat, forscht die Katholische Stiftungsfachhochschule München (KSFH) zu Qualitätsbedingungen in der Fachberatung.

Der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Prof. Dr. Gabriel Schoyerer, erläutert den Hintergrund: "Die Fachberatung in der Kindertagespflege ist ein bislang wenig untersuchtes Handlungsfeld, über das kaum gesichertes Wissen vorliegt. Zugleich ist sie aber in der fachpolitischen Diskussion ein wesentlicher Bestandteil zur Initiierung, Sicherung und Weiterentwicklung von Qualität."

Ausgangspunkt des Forschungsprojekts Qualitätsbedingungen Fachberatung (QualFa) ist die Tatsache, dass Tagesmütter und -väter formalrechtlich die gleichen Anforderungen in der Förderung von Kindern erbringen müssen wie Kindertageseinrichtungen. "Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern soll in der Kindertagespflege in gleicher Weise gewährleistet werden wie in einer Kindertageseinrichtung, die in der personellen Ausstattung in der Regel auf ganz andere Ressourcen zurückgreifen kann. Ohne pädagogische Kernkompetenzen absprechen zu wollen, sind Tagesmütter und Tagesväter im Durchschnitt beruflich weniger qualifiziert als das Fachpersonal in Kindertageseinrichtungen. Deshalb bedarf es einer Fachberatung, die diese Differenzen zwischen qualifiziertem und nicht-qualifiziertem Personal in der Kindheitspädagogik abfedern kann", so der KSFH-Professor.

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll nachvollzogen werden, wie sich dieser Beratungsauftrag von Fachberatung für Kindertagespflege konkret gestaltet, welche Aufgaben dabei anfallen und welche Leistungen dafür erbracht werden müssen. "Wenn mit der Fachberatung ein Beitrag für frühpädagogische Qualität geleistet werden soll, müssen die Bedingungen von Qualität systematisch analysiert und herausgearbeitet werden", betont Gabriel Schoyerer in diesem Kontext. So hat das Projekt beispielsweise zum Ziel, eine empirisch gestützte Grundlage zur Bestimmung des Fachberatungsschlüssels zu erarbeiten – um das Verhältnis zwischen einem Fachberater und der Anzahl zu beratender Kindertagespflegestellen bzw. der zu betreuenden Kinder zu definieren.

Die Projektergebnisse sollen Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen vorgelegt werden, um diese als valide Bezugsdaten bei der Festlegung von Fachberatungsschlüsseln in der Kindertagespflege heranziehen zu können. Darüber hinaus sollen aus den Projektergebnissen Empfehlungen zur erforderlichen Qualifikation von Fachberatern mit verschiedenen Aufgabenprofilen und Arbeitszusammenhängen abgeleitet werden.

"Damit wird das Projekt konkrete Hinweise zur qualifikationsbezogenen Weiterentwicklung des Beratungs- und Unterstützungssystems Kindertagespflege liefern und zugleich Anforderungen an Qualifikationsbedarfe ableiten. Dadurch erhoffen wir uns, zeigen zu können, was Qualität in der Fachberatung für Kindertagespflege bedeutet und welchen Beitrag diese insgesamt zur Qualitätsdebatte leisten kann, die in der frühkindlichen Bildung ganz besonders intensiv geführt werden muss", sagt Prof. Dr. Schoyerer zusammenfassend. "Es ist das zentrale Ziel von Fachberatung die pädagogische Kompetenz der Tagespflegepersonen und die Qualität ihrer Kindertagespflegestelle zu erhöhen, sie professionell bei der Umsetzung des gesetzlichen Förderauftrags zu unterstützen sowie sie kontinuierlich und praxisbegleitend weiterzuentwickeln. Die Bedingungen dieses Auftrags von Fachberatung forschungsbasiert herauszuarbeiten, ist ein wichtiger Schritt, um diese Prozesse qualitätsorientiert weiter zu entwickeln."

In die Forschungsarbeit der KSFH sind Fachberater für Kindertagespflege bei öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe einbezogen.

Quelle: Katholische Stiftungsfachhochschule München vom 17. Mai 2016

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