Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Flexible Lösungen für den Kita-Ausbau in Baden-Württemberg

Eine Erzieherin spielt gemeinsam mit einem jungen Mädchen.
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Um den Ausbau der Kleinkindbetreuung unkompliziert voranzutreiben, hat die Landesregierung gemeinsam mit den beteiligten Verbänden nun ein Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Es bietet den Trägern unbürokratische Unterstützung im Endspurt für den flächendeckenden Kita-Ausbau.

Ab dem 1. August 2013 haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ihre ein bis drei Jahre alten Kinder. „Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung, den Eltern in Baden-Württemberg ein gutes Betreuungsangebot zu bieten. Um den Rechtsanspruch erfüllen zu können, sind flexible Lösungen gefragt, die jedoch nicht auf Kosten der Qualität gehen dürfen“, sagte Marion v. Wartenberg, Staatssekretärin im Kultusministerium.

Durch die auf zwei Jahre befristete Regelung kommen die Träger nun beispielsweise einfacher an die nötige Betriebserlaubnis, sie haben mehr Möglichkeiten bei der Gruppengröße und können den Mangel an geeigneten Flächen durch Platz- und Raumsharing ausgleichen. Mit vereinfachten Vertretungsregeln begegnen Landesregierung und Verbände darüber hinaus dem Mangel an ausgebildeten Erziehern. An dem sogenannten Flexibilsierungspaket beteiligen sich die kommunalen Landesverbände, der Kommunalverband für Jugend und Soziales, die Kirchen sowie die kirchlichen und die freien Trägerverbände.

Flexible Absprachen zwischen den Kommunen

„Land und Kommunen setzen gemeinsam alles daran, den Rechtsanspruch auf Förderung für unter Dreijährige zu realisieren“, so von Wartenberg. Oberste Priorität habe aber immer das Wohl der Kinder, beim Ausbau der Betreuungsplätze dürfe nie die Qualität aus den Augen verloren werden. „Wir sehen uns als Verantwortungsgemeinschaft und stärken mit den gemeinsamen Empfehlungen die Selbstverantwortung der Träger“, betonte die Staatssekretärin. Geeignete Maßnahmen könnten die Träger nun direkt vor Ort mit den Kommunen umsetzen, um möglichst allen nachfragenden Eltern ein Betreuungsangebot für ihre Kinder machen zu können.

Der weitere Ausbau von Betreuungsplätzen wird durch die tatsächliche Nachfrage bestimmt und nicht durch eine festgelegte Quote. In Baden-Württemberg sind deshalb sowohl für den Ländlichen Raum als auch für Großstädte pragmatische Lösungen gefragt. Einerseits müssen die Ballungsräume Plätze über den originären örtlichen Bedarf hinaus schaffen und betreiben. Auf der anderen Seite haben auch ländliche Regionen mit erheblichen finanziellen Mitteln Plätze vor Ort bereitgestellt. Da Bedarf und Auslastung allerdings nur schwer abzuschätzen sind, sind auch die Kommunen gefordert, sich untereinander absprechen. Dadurch eröffnen sich weitere Optionen für ein gutes Kita-Angebot.

Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg vom 26.06.2013

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