Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Lokale Bündnisse für Familie zeigen, wie "Kinderbetreuung nach Maß" funktioniert

eine Betreuerin sitzt neben einem kleinen Mädchen, das malt
Bild: © Gennadiy Poznyakov- Fotolia.com

Berufstätige Eltern, Mütter wie Väter, erleben häufig Zeitkonflikte bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So würden mehr als 60 Prozent der Frauen mit Kindern unter 18 Jahren es begrüßen, wenn sich die angebotenen Betreuungszeiten flexibler an den Anforderungen der Eltern ausrichten ließen - das zeigt der Familienreport 2012.

Das Thema Kinderbetreuung steht daher rund um den 15. Mai 2013 (Mittwoch), dem Internationalen Tag der Familie, im Fokus des Aktionstages der Initiative Lokalen Bündnisse für Familie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Unter dem Motto "Die Familienexperten - Kinderbetreuung nach Maß" zeigen Lokale Bündnisse bundesweit ihre vielfältigen Angebote. Die Lokalen Bündnisse ergänzen bundesweit mit ihren Projekten die Betreuungsangebote von Kitas, Kindergärten und Schulen und erleichtern Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf brauchen wir verschiedene Bausteine der Kinderbetreuung", sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder. "Wenn das Kind krank wird oder die Schicht beginnt, bevor die Kita öffnet, benötigen berufstätige Eltern eine verlässliche Betreuungsalternative. Mit ihren vielen kreativen Projekten unterstützen Lokale Bündnisse Eltern genau in solchen Situationen. Ich freue mich deshalb, dass sie mit ihrem Aktionstag 2013 das Thema ergänzende Kinderbetreuung in den Mittelpunkt rücken und damit auf diese wichtigen Angebote aufmerksam machen."

Lokale Bündnisse sind damit wichtige Partner für berufstätige Eltern vor Ort. Mit Lösungen von der Ferien- oder Randzeitenbetreuung bis hin zu Babysitterbörsen und Betreuungswegweisern verschaffen sie Müttern und Vätern mehr Gestaltungsspielräume und erleichtern so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Weitere Informationen zu den Lokalen Bündnissen erhalten Sie unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de.

Die Lokalen Bündnisse für Familie nehmen seit 2005 den 15. Mai, den Internationalen Tag der Familie, zum Anlass, zu ihrem bundesweiten Aktionstag einzuladen. 2013 stellen sie unter dem Motto "Die Familienexperten - Kinderbetreuung nach Maß" ihre Projekte vor, mit denen sie die Regelangebote zur Kinderbetreuung, wie zum Beispiel in Rand- und Ferienzeiten oder im Notfall, ergänzen. Weitere Informationen gibt es auf www.aktionstag2013.de.

Lokale Bündnisse für Familie sind Netzwerke von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Die verschiedenen Partner finden sich auf freiwilliger Basis zusammen, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien durch bedarfsorientierte Projekte zu verbessern. Dabei engagieren sich die Partner nach ihren eigenen Möglichkeiten und bringen ihr spezifisches Know-how ein. Kernthemen sind Vereinbarkeit von Familie und Beruf, verlässliche Kinderbetreuung und unterstützende familienfreundliche Infrastruktur sowie zunehmend auch die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Pflege. Bundesweit gibt es mittlerweile rund 670 Lokale Bündnisse für Familie.
Die Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" wurde Anfang 2004 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ins Leben gerufen. Das Bundesfamilienministerium hat eine Servicestelle eingerichtet, die den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Servicestelle wird aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums und des Europäischen Sozialfonds finanziert.

Das Vorhaben der Lokalen Bündnisse ist Teil der Anstrengungen des Bundes zur Verbesserung der Kinderbetreuungsangebote in Deutschland. 2007 hatten sich Bund, Länder und Kommunen über den Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren bis 2013 verständigt: Rund 750.000 Betreuungsplätze sollten bis 2013 geschaffen werden. Die Kosten für den Ausbau eines bedarfsgerechten Angebots von zwölf Milliarden Euro tragen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam - der Bund davon ein Drittel.

Für die Investitionskostenzuschüsse hat der Bund 2007 das Sondervermögen "Kinderbetreuungsausbau" im Umfang von 2,15 Milliarden Euro aufgelegt. Auch die Zuschüsse des Bundes zu den laufenden Betriebskosten für die neuen Plätze in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege von 1,85 Milliarden Euro gehen bis 2013 direkt an die Länder. Anschließend fließen dauerhaft 770 Millionen Euro Bundesmittel pro Jahr für die Betriebskosten direkt in die Landeshaushalte.

2012 haben die Länder einen höheren Bedarf von 30.000 zusätzlichen Betreuungsplätzen für unter Dreijährige angemeldet: Bundesweit also insgesamt ein Bedarf von 780.000 Plätzen. Für die Einrichtung dieser zusätzlichen Plätze stellt der Bund - ebenfalls zusätzlich - 580,5 Millionen Euro zur Verfügung, den Betrieb dieser neu geschaffenen Plätze unterstützt der Bund mit jährlich 75 Millionen Euro.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 14.05.2013