Kindertagesbetreuung / Familienpolitik

Ein Drittel der Brandenburger Kinder benötigt lange Betreuung

Zwei Brüder spielen
Bild: amyelizabethquinn / pixabay.com

Durchschnittlich werden im Land Brandenburg über 30 Prozent der Kinder länger als 7,5 Stunden betreut. In einzelnen Kommunen sind es sogar über 50 Prozent. Das bestätigt die aktuelle Online-Erhebung der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Brandenburg aus dem April 2018.

In dem kurzen Erhebungszeitraum konnten die Daten von 430 Einrichtungen (23,1% aller brandenburgischen Kindertagesstätten) sowie von 34.419 Kindern im Alter von 0 Jahren bis Schuleintritt (19,87% aller brandenburgischen Kinder, die eine Kindertagesstätte besuchen) erfasst werden.

Kita-Umfrage bestätigt Forderung der Träger

Nur 7,7 Prozent der Einrichtungen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, gaben an, dass das Personal für die Betreuungszeiten über 7,5 Stunden für Kinder mit einem Rechtsanspruch von 8 – 10 Stunden in 2017 finanziert wurde. Das liegt am Brandenburgischen Kitagesetz, dass nicht die aktuelle Lebenswirklichkeit der Familien berücksichtigt. Seit 2014 sind die Betreuungsbedarfe der Kinder, insbesondere durch den Anstieg der Erwerbstätigenzahlen deutlich gewachsen.

Vereinbarkeit Familie und Beruf erhöhen

Andreas Kaczynski, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege – Spitzenverbände im Land Brandenburg, fordert: „Kinder, deren Eltern Familie und Beruf vereinbaren wollen, benötigen mehr als 7,5 h Betreuungszeit. In den Kindertageseinrichtungen muss dafür das notwendige Personal finanziert werden!“

Der Brandenburgische Landtag beschließt am 30.05.2018 eine Änderung des Kitagesetzes zum Einstieg in die Elternbeitragsfreiheit. Auch in Zukunft soll die gesetzliche Finanzierung auf Grundlage des im Kitagesetz verankerten Personalbemessungsschlüssels jedoch nur eine Betreuungszeit von 7,5 Stunden pro Tag abdecken.

Recht auf gute Bildung und Betreuung

„Der gesetzlich vorgeschriebene Betreuungsschlüssel darf nicht nur für Kinder gelten, die bis zu 7,5 Stunden betreut werden. Kinder, die bis zu 10 Stunden betreut werden, haben den gleichen Rechtsanspruch auf gute Bildung und Betreuung. Das ist jedoch nur mit entsprechendem Personal möglich. Nur so kann Qualität von Bildung für alle Kinder über den gesamten Betreuungszeitraum gesichert werden“, betont FRÖBEL-Geschäftsführer Stefan Spieker.

Fachkräfte, Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften protestieren

Aus diesem Grund versammeln sich (zukünftige) Fachkräfte, Kinder, Eltern, Großeltern und Vertreter/-innen der Gewerkschaften, sowie des AWO Bezirksverbandes Potsdam, der Caritas, des Deutschen Roten Kreuzes, der Diakonie, des Paritätischen, LV Brandenburg und Fröbel am Mittwoch, den 30. Mai 2018, von 08:00 – 11:00 Uhr zur Protestaktion vor den brandenburgischen Landtag, um ihre Forderungen gegenüber der Landespolitik zum Ausdruck zu bringen: Wir brauchen für alle Kindertagesstätten im Land Brandenburg schnellstens gesetzliche Regelungen für eine angemessene Personalbemessung und die Finanzierung für Betreuungszeiten über 8 Stunden durch Land und Kommunen! Jedes Kind in Brandenburger Kitas hat das Recht auf gute Bildung und Betreuung!

Quelle: Der Paritätische Landesverband Brandenburg e.V. vom 30.05.2018

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