Kindertagesbetreuung / Qualifizierung

DJI-Direktor Rauschenbach fordert bessere Bezahlung für die "Profis an Kitas"

Prof. Dr. Thomas Rauschenbach
Bild: Renate Bauereiss, DJI Prof. Dr. Thomas Rauschenbach

"Erzieherinnen sind in Deutschland längst zu wichtigen Bildungsfachkräften geworden", erklärt der Direktor des Deutschen Jugendinstituts e.V. (DJI), Prof. Dr. Thomas Rauschenbach zum Tarifstreit der Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsberufen.

"Für ihre immer anspruchsvoller gewordene Arbeit müssen die Erzieherinnen endlich auch angemessen bezahlt werden, was sich in den entsprechenden Tarifverträgen niederschlagen muss", fordert DJI-Direktor Thomas Rauschenbach.

Das Thema Kinderbetreuung und die Weiterbildung frühpädagogischer Fachkräfte stehen seit Jahrzehnten im Fokus der Forschungsarbeiten des Deutschen Jugendinstituts e.V. in München. Kaum ein Bereich des Erziehungs- und Bildungswesens hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegender verändert als die Kinderbetreuung: So stehen im Einwanderungsland Deutschland die pädagogischen Fachkräfte verstärkt vor der Herausforderung, Kinder unterschiedlichster Herkunft in entwicklungsheterogenen Gruppen so optimal zu fördern, dass die in den Bildungs- und Erziehungsplänen der Länder geforderten Zielvorgaben erreicht werden können.

"Erzieherinnen sollen heute kindliche Entwicklungsverläufe beobachten und bei Schwierigkeiten unterstützen, herkunftsabhängige Unterschiede in den ersten Lebensjahren ausgleichen und in der Lage sein, auf Augenhöhe mit – häufig akademisch gebildeten – Eltern zu kommunizieren", so Rauschenbach. Als weitere Herausforderung ist in den vergangenen Jahren die Inklusion behinderter Kinder hinzugekommen. Auch ist die Zahl der unter Dreijährigen in den Betreuungseinrichtungen nicht zuletzt durch den neuen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz stark gestiegen. "Von verbesserten Arbeits- und Rahmenbedingungen für Erzieherinnen profitieren schlussendlich alle: die Kinder, die Eltern, die Schule und die Gesellschaft insgesamt", folgert Rauschenbach.

Die gestiegenen Anforderungen haben einen Prozess der Professionalisierung in Gang gesetzt. Das Kompetenzprofil der frühpädagogischen Fachkräfte hat sich stark ausgeweitet und ausdifferenziert. Eine über die langjährige Ausbildung hinausgehende fortdauernde Qualifizierung ist neben einer schrittweisen Annäherung an eine Akademisierung unerlässlich. Die am DJI angesiedelte "Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte" (WiFF) begleitet und fördert diesen Prozess seit 2008. Deren Leiterin, Professorin Dr. Anke König, stellt fest: "Noch nie haben so viele Kinder eine Kita besucht, noch nie haben Eltern so einstimmig auf diese Institution vertraut und noch nie war man der Idee 'Bildung von Anfang an' so nahe wie heute. Diesen Wandel müssen auch die pädagogischen Fachkräfte spüren, und zwar nicht nur durch hohe Anforderungen und Erwartungen an ihre Arbeit, sondern auch durch entsprechende Ressourcen und Wertschätzung."

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V. vom 07.05.2015

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