Kindertagesbetreuung / Kindheitsforschung

Diversität in Kindertagesstätten – Kinder und Fachkräfte optimal unterstützen

Drei Kinder beschäftigen sich im Kindergarten gemeinsam mit Spielzeugautos.
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Kinder in Kindertagesstätten sollten sich optimal entwickeln können – unabhängig von ihrer sprachlichen, kulturellen oder sozialen Herkunft. Ein wirksames und zeitgleich praxistaugliches Konzept zu entwerfen, das vorschulische Bildungseinrichtungen in dieser Aufgabe unterstützt, ist Ziel des interdisziplinär angelegten Verbundprojekts „Diversität in Kindertageseinrichtungen als pädagogische Herausforderung: Förderung der Kompetenzen von Kindern und Fachkräften durch Program-Wide Positive Behavior Support“der Universitäten Oldenburg, Vechta und Hannover.

Unter Leitung der Oldenburger Sonderpädagogin Prof. Dr. Anna-Maria Hintz kooperieren in dem Forschungsvorhaben Forscherinnen und Forscher aus den Erziehungswissenschaften, der Pädagogik sowie den Sozialwissenschaften und der Sonderpädagogik von den Universitäten Oldenburg, Vechta und Hannover. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Projekt für drei Jahre mit 770.000 Euro.

Wissenschaftler entwickeln und evaluieren innovatives Präventionskonzept

Im Mittelpunkt des Projekts steht das aus den USA stammende pädagogische Rahmenkonzept „Program-Wide Positive Behavior Support“ (PW-PBS). Dieses wollen die Forscher erstmals für Kindertagesstätten in Deutschland anpassen und um weitere Aspekte ergänzen, um es anschließend in der Praxis umzusetzen und zu evaluieren.

Strukturen und Eigenheiten der Einrichtungen berücksichtigen

„Die Idee hinter dem pädagogischen Rahmenkonzept PW-PBS ist, das Umfeld und die organisatorischen Prozesse in den KiTas so zu optimieren, dass Kinder und Fachkräfte möglichst ideale Bedingungen vorfinden und so ungünstigen Entwicklungen auf beiden Seiten vorgebeugt wird“, erläutert Hintz. Ein wesentlicher Bestandteil sei dabei, dass die Strukturen und Eigenheiten der entsprechenden Einrichtung berücksichtigt werden. Zudem beziehen die Experten Beteiligte aus verschiedenen Statusgruppen von Beginn an in die Entwicklung und die entsprechenden Entscheidungsprozesse mit ein. Ein weiterer Vorteil sei, dass PW-PBS als sogenannte Mehrebenen-Prävention angelegt ist: Die Präventionsbemühungen setzen sowohl universell, auf Ebene der jeweiligen Gesamtinstitution für alle Beteiligten, an als auch entsprechend des Bedarfs intensiver und individueller, beispielsweise auf Ebene einer Gruppe oder einzelner Kinder.

Ausbau von alltagsintegrierter Sprachförderung, kooperativem Handeln und Umgang mit kultureller oder sprachlicher Diversität ausbauen

Um zu überprüfen, ob das ursprünglich aus den USA stammende pädagogische Rahmenkonzept praxistauglich und wirksam ist, passen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Konzept für den hiesigen Kulturbereich an. Anschließend setzen sie es an mehreren Einrichtungen um. In diesen Kindertageseinrichtungen erhalten die pädagogischen Fachkräfte Schulungen zum grundlegenden PW-PBS-Konzept und können ihre Kompetenzen hinsichtlich alltagsintegrierter Sprachförderung, kooperativem Handeln und dem Umgang mit kultureller oder sprachlicher Diversität ausbauen.

Im Laufe des Forschungsvorhabens erfassen die Forscherinnen und Forscher unter anderem, wie die pädagogischen Fachkräfte ihre Arbeitsbelastung wahrnehmen und wie sich ihre sprachliche Interaktion mit den Kindern entwickelt. Außerdem untersuchen sie, wie sich das angepasste pädagogische Rahmenkonzept auf die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder sowie auf ihre Fähigkeiten wie das rechnerische Denken oder die schriftsprachlichen Vorläuferkompetenzen auswirkt.

Quelle: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg vom 17.01.2019

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